Burg Klein-Frankreich

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Klein-Frankreich
Reste des Batterieturmes der Burg Klein-Frankreich

Reste des Batterieturmes der Burg Klein-Frankreich

Alternativname(n): Thurm Frankreich
Entstehungszeit: 1484
Burgentyp: Höhenburg, Hanglage
Erhaltungszustand: Ruine
Ständische Stellung: Ritter
Bauweise: Sandsteinquader, z. T. mit Zangenlöchern
Ort: Erlenbach bei Dahn
Geographische Lage 49° 6′ 18″ N, 7° 51′ 46″ OKoordinaten: 49° 6′ 18″ N, 7° 51′ 46″ O
Höhe: 322 m ü. NHN
Burg Klein-Frankreich (Rheinland-Pfalz)
Burg Klein-Frankreich

Klein-Frankreich, auch Thurm Frankreich genannt, ist die Ruine einer mittelalterlichen Hangburg im südlichen Pfälzerwald, dem deutschen Teil des Wasgaus, im Landkreis Südwestpfalz (Rheinland-Pfalz). Als Vorwerk gehörte sie früher zur nahegelegenen Burg Berwartstein.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg liegt im Dahner Felsenland oberhalb der Gemeinde Erlenbach in 322 m ü. NHN auf der nördlichen Hangseite des 402 m hohen Nestelberges.

Rund 370 m nördlich, jenseits eines sattelförmigen Seitentales, steht auf 280 m Höhe die Hauptburg Berwartstein. Im Westen, an der Abzweigung vom Haupttal, das von der Aue des Erlenbachs gebildet wird, ist das Seitental, das im Volksmund „Leichenfeld“ genannt wird, muldenartig verbreitert.

Weil die letzte Wegstrecke über Waldwege führt, die nicht für den öffentlichen Kraftfahrzeugverkehr freigegeben sind, kann Klein-Frankreich im Gegensatz zur Hauptburg nicht mit dem Auto erreicht werden. Die Anfahrt erfolgt von der Kleinstadt Dahn aus über die Bundesstraße 427 (Richtung Bad Bergzabern), die Landesstraße 490 (Richtung Niederschlettenbach) und die Kreisstraße 50 (Richtung Berwartstein). Doch statt nach rechts oben zum Berwartstein abzubiegen, ist auf der K 50 noch etwa 150 m – am Ostrand des „Leichenfeldes“ entlang – weiterzufahren. Von dort aus gelangt man über etwa 500 m Waldwege hinauf zum Vorwerk.

Die Hauptburg Berwartstein von Klein-Frankreich aus

Burganlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Recht gut erhalten ist der Stumpf eines großen Batterieturmes von 14 m Durchmesser und ursprünglich ebensolcher Höhe. Seine Mauerstärke beträgt 3,20 m; die Steinquader weisen zum Teil Zangenlöcher auf. Die Erdgeschossmauer ist von drei Schießscharten durchbrochen, das erste Stockwerk von vier. Durch die Öffnungen konnte mit Hakenbüchsen und kleinen Geschützen geschossen werden.[1] Die Dachplattform war breit genug, Feldschlangen aufzustellen, deren längere Rohre die Zielgenauigkeit erhöhten.[2]

Nördlich des Turmes finden sich die Reste einer Ringmauer, die ihn früher umgab, unmittelbar nordöstlich liegt ein verfüllter Brunnen.[1]

Durch einen verborgenen Gang soll Klein-Frankreich mit der Hauptburg Berwartstein verbunden gewesen sein. Diese Spekulation entstand, weil nahe dem Vorwerk Reste eines mit Steinplatten abgedeckten und mit Erde und Bepflanzung kaschierten Grabens gefunden wurden; er ist fast durchweg eingestürzt.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie Klein-Frankreich zu seinem ungewöhnlichen Namen kam, ist bis heute ungeklärt; allerdings liegt es vom Berwartstein aus in Blickrichtung Frankreich, dessen heutige Grenze nur 7 km entfernt ist. 1511 wurde es urkundlich als Thurm Frankreich erwähnt.

Es wurde 1484 durch den Ritter Hans von Trotha, später im Volksmund auch als Hans Trapp bezeichnet, als Außenposten des Berwartsteins errichtet. Als Vorwerk diente es dazu, das „Leichenfeld“, die einzige Stelle, an der die damaligen Belagerungskanonen nahe genug am Berwartstein aufgestellt werden konnten, aus Norden (Berwartstein) und Süden (Klein-Frankreich) von zwei Seiten unter Feuer zu nehmen.[1][2] Tatsächlich wurde der Berwartstein bis zum Jahre 1591, als er nach einem Blitzschlag ausbrannte und für drei Jahrhunderte unbewohnbar wurde, trotz diverser Versuche niemals wieder erobert; dies dürfte auch auf die Existenz der Hilfsburg zurückzuführen sein.

Nachdem die Hauptburg schon jahrzehntelang verlassen war, wurde das Vorwerk im 17. Jahrhundert, entweder im Dreißigjährigen Krieg oder im Pfälzischen Erbfolgekrieg, erheblich beschädigt. Mit der Restaurierung der Überreste wurde im Jahr 2005 begonnen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marco Bollheimer: Felsenburgen im Burgenparadies Wasgau–Nordvogesen. 3. Auflage. Selbstverlag, Karlsruhe 2011, ISBN 978-3-9814506-0-6, S. 76–77.
  • Eckhard Braun: Pfälzische Burgen und Feuerwaffen. Gabriele Meyer, Hauenstein 1997, ISBN 3-927891-07-X.
  • Klein-Frankreich. In: Jürgen Keddigkeit, Ulrich Burkhart, Rolf Übel (Hrsg.): Pfälzisches Burgenlexikon. Band 3, I–N. Bezirksverband Pfalz, Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern 2005, ISBN 978-3-927754-54-6.
  • Günter Stein: Klein-Frankreich. In: Burgen und Schlösser in der Pfalz. Droemer Knaur, München 1988, ISBN 978-3-426-04405-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Rolf Übel: Kleinfrankreich (VG Dahner Felsenland). heimat-pfalz.de, abgerufen am 7. Oktober 2014.
  2. a b Eckhard Braun: Pfälzische Burgen und Feuerwaffen. 1997, S. 406.