Burg Langenegg

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Burg Langenegg
Burg Langenegg – Ansicht des Wohnturmes

Burg Langenegg – Ansicht des Wohnturmes

Entstehungszeit: 13. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg, Hügellage
Erhaltungszustand: Ruine des Wohnturms
Ständische Stellung: Adel
Bauweise: Nagelfluh
Ort: Waltenhofen-Langenegg
Geographische Lage 47° 36′ 55,2″ N, 10° 17′ 36,9″ OKoordinaten: 47° 36′ 55,2″ N, 10° 17′ 36,9″ O
Höhe: 760 m ü. NHN
Burg Langenegg (Bayern)
Burg Langenegg

Burg Langenegg ist eine Burgruine auf einem bewaldeten Hügel innerhalb einer Flussschleife der Iller in der Gemarkung Martinszell der Gemeinde Waltenhofen im Landkreis Oberallgäu.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1250 wurde der Hauptturm der Anlage erbaut. Drei Familien diente die Höhenburg im Laufe der Zeit als Stammsitz und Herrschaftsmittelpunkt.

Als die Herren von Langenegg 1415 im Mannesstamm ausstarben, kam die Burg über die Erbtochter an die Herren von Rauns. Ehe diese auch im Mannesstamm ausstarben, verkauften sie einen Teil der Burganlage an den mit ihnen verwandten Patrizier Winter aus Kempten. Dieser nannte sich fortan von Langenegg.[1] Nach dem Tod des letzten Herren von Langenegg im Jahr 1647 fiel die Burg zurück an den Lehnsherrn, den Fürstabt von Kempten, der sie jedoch verfallen ließ.

Ab 1734[2] wurde die Anlage zum stiftkemptischen Zucht- und Armenhaus umgebaut. Dort nahm 1775 ein überregional bekannt gewordener Prozess seinen Ausgang: Die als Landstreicherin inhaftierte Anna Schwegelin wurde nach einem Streit von einer Mitinsassin als Hexe denunziert. Vor dem Gericht des Fürststifts wurde ihr der Prozess gemacht, der mit einem Todesurteil endete. Das Urteil wurde jedoch nicht vollstreckt; die „letzte Hexe Deutschlands“ starb 1781 im Kemptener Gefängnis.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Gebäuden der ehemals großen Burganlage blieb nur die Ruine des rechteckigen Bergfrieds, der später als Wohnturm genutzt wurde, erhalten. Auf einem Grundriss von 12,8 mal 14,6 Metern erheben sich seine einst vier Geschosse zählenden und 1,3 bis 2 Meter dicke Mauern aus Nagelfluhbrocken.[3]

Der Turm wurde in den Jahren 2001 bis 2004[2] in seinem Bestand baulich gesichert und ist heute als Zeuge aus dem Mittelalter ein beliebtes Ausflugsziel im Oberallgäu.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernd-Peter Schaul: Schwaben. Hrsg.: Michael Petzet, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (= Denkmäler in Bayern. Band VII). Oldenbourg, München 1986, ISBN 3-486-52398-8.
  • Gerhard Klotz-Warislohner (Hrsg.): Langenegg – eine Ruine im Allgäu. Baugeschichte – Erhaltung – Nutzung. 1. Auflage. Arethousa, München 2007, ISBN 978-3-934207-13-4.
  • Friedrich-Wilhelm Krahe: Burgen des deutschen Mittelalters – Grundriss-Lexikon. Sonderausgabe. Flechsig Verlag, Würzburg 2000, ISBN 3-88189-360-1, S. 355.
  • Toni Nessler: Burgen im Allgäu, Band 1: Burgruinen im Altlandkreis Kempten und Altlandkreis Sonthofen. 1. Ausgabe. Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1985, ISBN 3-88006-102-5, S. 138–151.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burg Langenegg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder. 7. Auflage. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-54986-1, S. 359–360.
  2. a b Eintrag zu Langenegg in der privaten Datenbank „Alle Burgen“
  3. Friedrich-Wilhelm Krahe: Burgen und Wohntürme des deutschen Mittelalters. Grundriss-Lexikon, S. 355.