Burg Wallenfels

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die ehemalige Burg in Siegbach. Zur gleichnamigen Burg in Mengshausen siehe Burgstall Wallenfels
Burg Wallenfels
Burgberg aus Südwest, auf der Bergkuppe Schuttkegel der Burg

Burgberg aus Südwest, auf der Bergkuppe Schuttkegel der Burg

Entstehungszeit: etwa 1324/1328
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Fundamentreste, Halsgraben
Ständische Stellung: Landgrafen
Ort: Siegbach-Wallenfels
Geographische Lage 50° 46′ 43,5″ N, 8° 26′ 41,1″ O50.7787624483338.4447366498Koordinaten: 50° 46′ 43,5″ N, 8° 26′ 41,1″ O
Höhe: 498 m ü. NHN
Burg Wallenfels (Hessen)
Burg Wallenfels

Burg Wallenfels sind die Reste einer Höhenburg auf dem 498 Meter hohen steilen Bergkegel oberhalb des gleichnamigen Ortes in der Gemeinde Siegbach im Lahn-Dill-Kreis in Hessen. Sie wurde erstmals 1334 als „Waltinfels“ genannt. Etwa seit 1480 war sie unbewohnt, verfiel und wurde abgetragen.

Geschichte[Bearbeiten]

Wann die Burg gebaut wurde, ist nicht genau bekannt. Vermutlich ließ sie Landgraf Otto I. von Hessen gegen Ende der sog. Dernbacher Fehde zwischen 1324 und 1328 errichten. Die Burg sollte die Ritter von Dernbach (Burg Alt-Dernbach) und von Bicken im Kampf gegen die Grafen von Nassau unterstützen und den dortigen Besitz der Herren von Bicken zu Marburg-Wolkersdorf für Hessen sichern. Außerdem sollte sie die zu dieser Zeit durch den Schelder Wald verlaufenden wichtigen Handelswege und Fernstraßen, die sich in der Nähe der Angelburg kreuzten, in hessischem Auftrag schützen.

Die kleine hessische Burg scheint die 1327 und 1328 wieder heftig entflammenden Fehden zwischen der Landgrafschaft Hessen, den Herren von Dernbach und von Bicken einerseits und den Grafen von Nassau mit Unterstützung des Erzbischofs von Mainz andererseits unversehrt überstanden zu haben.

Halsgraben, über den ehemals eine Zugbrücke führte, links Schuttkegel der Burg

Nach Beendigung der Fehde blieb die Burg als hessisches Lehen ab 1334 im Besitz der Grafen von Nassau. Ihre strategisch-militärische Bedeutung und Funktion hatte sie danach jedoch verloren. 1344 wurde die Burg von Nassau an die Herren von Bicken verpfändet. Danach hatten verschiedene Adelsfamilien dort ihren Sitz. Graf Johann IV. von Nassau–Dillenburg löste 1468 die Burg wieder ein. Die hessische Lehnshoheit endete erst 1557 mit dem Vergleich von Katzenelnbogen. Danach wurde Wallenfels endgültig nassauisch.

Bereits im 16. Jahrhundert galt die Burg Wallenfels als weitestgehend verfallen. Sie wurde im Laufe der Zeit, vermutlich gezielt, vollständig abgetragen. Außer dem breiten Halsgraben, kaum sichtbaren Fundamentresten und einem Schutthügel der ehemaligen inneren Burgebäude ist nichts übrig geblieben. Heute erinnern nur noch Flurnamen wie „Unter der Brücke“ und „Portwiese“ an die ehemalige Burg.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen – 800 Burgen Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage, Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 423;
  • Horst W. Müller: Burg „Wallenfels“, die Unbekannte , Hinterländer Geschichtsblätter, 88 Jahrgang, Nr.3, Oktober 2009, Biedenkopf
  • Georg Wilhelm Sante: Handbuch der historischen Stätten - Hessen. Band IV, Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1993, ISBN 3-520-27403-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg Wallenfels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien