Siegbach

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Dieser Artikel behandelt den Ort Siegbach im Lahn-Dill-Kreis. Für den namensgebenden Nebenfluss der Aar siehe Siegbach (Aar).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Siegbach
Siegbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Siegbach hervorgehoben
50.7333333333338.4166666666667350Koordinaten: 50° 44′ N, 8° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Lahn-Dill-Kreis
Höhe: 350 m ü. NHN
Fläche: 29,08 km²
Einwohner: 2685 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35768
Vorwahlen: 02778, 02776
Kfz-Kennzeichen: LDK, DIL
Gemeindeschlüssel: 06 5 32 019
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Austraße 23
35768 Siegbach
Webpräsenz: www.siegbach.de
Bürgermeister: Berndt Happel (parteilos)
Lage der Gemeinde Siegbach im Lahn-Dill-Kreis
Dietzhölztal Haiger Eschenburg Siegbach Dillenburg Breitscheid (Hessen) Driedorf Greifenstein (Hessen) Bischoffen Herborn Sinn (Hessen) Mittenaar Hohenahr Ehringshausen Aßlar Lahnau Wetzlar Hüttenberg (Hessen) Solms Leun Braunfels Schöffengrund Waldsolms Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Landkreis Marburg-Biedenkopf Landkreis Gießen Wetteraukreis Hochtaunuskreis Landkreis Limburg-WeilburgKarte
Über dieses Bild

Siegbach ist eine Gemeinde im Lahn-Dill-Kreis in Hessen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Schelderwald mit Angelburg von Osten, im Vordergrund Felder in der Gemarkung Wallenfels

Die Gemeinde Siegbach liegt im Gladenbacher Bergland im Tal des namengebenden Siegbachs, der ganz nahe auf der Ostseite der Angelburg entspringt, die Gemeindeteile nacheinander in Nord-Süd-Richtung durchfließt und schließlich bei Bischoffen in die Aar mündet.

Mehr als die Hälfte der Gemeindefläche ist bewaldet. Die höchste Erhebung im Gemeindegebiet ist der Schmittgrund mit 590 m ü. NN, der nach der Angelburg zweithöchste Berg im Gladenbacher Bergland.

Wallenfels liegt auf den Bottenhorner Hochflächen, die westlich des Ortes von Angelburg und Schmittgrund fließend in den Schelder Wald übergehen; alle anderen Ortsteile liegen im Westen des Naturraumes Zollbuche.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Siegbach grenzt im Norden an die Gemeinden Eschenburg (Lahn-Dill-Kreis) und Angelburg, im Osten an die Gemeinde Bad Endbach (beide im Landkreis Marburg-Biedenkopf), im Süden an die Gemeinden Bischoffen und Mittenaar, im Südwesten an die Stadt Herborn sowie im Westen an die Stadt Dillenburg (alle im Lahn-Dill-Kreis).

Gliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den fünf Ortsteilen Eisemroth (Sitz der Gemeindeverwaltung), Oberndorf, Tringenstein, Übernthal und Wallenfels.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 1. Dezember 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Oberndorf in die Gemeinde Eisemroth eingegliedert. Diese schloss sich im Zuge der hessischen Gemeindegebietsreform am 31. Dezember 1971 mit Tringenstein, Übernthal und Wallenfels zur neuen Gemeinde Siegbach zusammen.[2]

Auf dem Gemeindegebiet standen einst drei Burgen, und zwar in Eisemroth (Standort heutige ev. Kirche), in Wallenfels und in Tringenstein. Sie wurden während bzw. kurz nach dem Ende der 100-jährigen Dernbacher Fehde (1230 bis 1333) errichtet, die Burgen Eisemroth und Wallenfels von den Landgrafen von Hessen, die Burg Tringenstein von den Grafen von Nassau. Es ging dabei um die Vorherrschaft in diesem Gebiet zwischen der aufstrebenden Grafschaft Nassau und der Landgrafschaft Hessen.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis: [3]

Gemeindewahl in Siegbach
2011
 %
50
40
30
20
10
0
41,9 %
31,4 %
26,6 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 30
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
-25
-4,5 %p
-0,9 %p
+26,6 %p
-21,3 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 41,9 6 46,4 7
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 31,4 5 32,3 5
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 26,6 4
FWG Freie Wählergemeinschaft Siegbach 21,3 3
gesamt 100,0 15 100,0 15
Wahlbeteiligung in % 42,0 37,1

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Grün, auf goldenem (gelben) Schildfuß ein schwarzer Bergbaustollen mit goldener Verbauung, darin silberne Schlägel und Eisen (Gezähe). Das Wappen steht für den ehemaligen Bergbau im Gemeindegebiet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Wilhelmsteine, zwischen den Ortsteilen Tringenstein und Wallenfels gelegen, sind eine Gruppe von bis zu 15 m hohen Eisenkieshärtlingen inmitten des Schelderwaldes. Alljährlich am Himmelfahrtstag wird seit Jahrzehnten zwischen ihnen ein Waldgottesdienst gefeiert.

Die Wilhelmsteine, benannt nach Herzog Wilhelm von Nassau, wurden früher Buschsteine genannt. Sie waren vermutlich ein zentrales vorchristliches Heiligtum. In ihrer Nähe bei der Angelburg befand sich vom frühen bis zum hohen Mittelalter ein bedeutender Knotenpunkt alter Fernhandelswege, die auf den längeren und kürzeren Wasserscheiden verliefen. Die von Nordosten kommende „Hohe Straße / Herborner Straße“ kreuzte dort den bedeutenden Ost-West-Handelsweg (Leipzig-Kölner-Messestraße auch „Brabanter Straße“ genannt), der von Leipzig über Marburg kommend weiter nach Köln bis in die Provinz Brabant, (heute in Belgien) verlief. In der engeren Region wurde er auch „Schelderwald-Weg“, in alten Urkunden „strada publica“ (öffentliche Straße) genannt. Dort mündete auch der Westfalen-Weg ein, der von Gießen auf der Aar-Salzböde-Wasserscheide kommend etwa der heutigen Landesstraße 3047 bis zur Zollbuche folgend, über Günterod und Salzbödesattel westlich an Hartenrod und Schlierbach vorbei der Angelburg zustrebte. Über seine nördliche Fortsetzung konnte man über Paderborn bis Bremen gelangen.

An der Angelburg (Berg) wurde eine bedeutende vorgeschichtliche Siedlung nachgewiesen.

Burgruinen: In Tringenstein die Burg Tringenstein und in Wallenfels die Burg Wallenfels.

Energie[Bearbeiten]

Montage des Rotorsterns an einer der Anlagen

Ende 2011 wurden ein Windpark mit 3 Windkraftanlagen vom Typ Nordex N100/2500 in Betrieb genommen. Die Anlagen verfügen über eine Nabenhöhe von 140 m, einen Rotordurchmesser von 100 m und eine Nennleistung von jeweils 2,5 MW. Betreiber ist die Mainova. Pro Jahr sollen sie ca. 16 Mio. kWh elektrische Energie produzieren, entsprechend dem Stromverbrauch von 6400 Haushalten.[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

bekannte Persönlichkeiten der Gemeinde[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 356.
  3. Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011, Siegbach, Hessisches Statistisches Landesamt. Abgerufen am 7. April 2011.
  4. Geschäftsbericht 2012 (PDF; 5,6 MB). Stadtwerke Frankfurt, S. 39. Abgerufen am 21. Juli 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Siegbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien