Burg Wernerseck

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Burg Wernerseck
Burg Wernerseck

Burg Wernerseck

Alternativname(n): Kelterhausburg
Staat: Deutschland (DE)
Ort: Ochtendung
Entstehungszeit: 1402
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine, wesentliche Teile erhalten
Bauweise: Basaltsteine, Schiefersteine
Geographische Lage: 50° 22′ N, 7° 23′ OKoordinaten: 50° 22′ 20,8″ N, 7° 22′ 41,1″ O
Höhenlage: 154 m ü. NHN
Burg Wernerseck (Rheinland-Pfalz)
Burg Wernerseck

Burg Wernerseck, auch Kelterhausburg genannt, ist eine spätmittelalterliche Burganlage auf dem Gebiet der Gemeinde Ochtendung im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie verdankt ihren Namen ihrem Gründer und Bauherrn, dem Erzbischof von Trier Werner von Falkenstein (1388–1418).

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufnahme September 2012 aus der Luft
Burg Wernerseck, Luftaufnahme (2016)

Die Ruine der Höhenburg liegt über der Nette in der Vordereifel, in unmittelbarer Nähe zur Bundesautobahn 61, Abfahrt Plaidt. Im östlichen Bereich des Bergsporns, an dessen schmalster Stelle die Burg erbaut wurde, befand sich in spätantiker Zeit eine Römische Höhenbefestigung. Die Entstehung der wahrscheinlich als Fliehburg konzipierten Anlage kann durch Münzfunde in die erste Hälfte des 4. Jahrhunderts datiert werden. Auf Grund von keramischen Funden wird eine Nutzung der Anlage bis ins frühe 5. Jahrhundert angenommen.[1]:53 Ähnliche Anlagen aus der Spätantike entlang der Nette befinden sich bei Welling, Ruitsch und auf dem Katzenberg bei Mayen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Trierer Kurfürst und Erzbischof Werner von Falkenstein begann den Bau der Burg Ende des Jahres 1401 im Zuge seiner Expansionspolitik im Gebiet der Pellenz. Damit lag der Bauplatz nicht mehr in der Gemarkung von Ochtendung, das zu Kurtrier gehörte, sondern bereits im Lehnsgebiet der Grafen von Virneburg.[1]:76–77 Sie diente als Grenzfestung gegen den Erzbischof von Köln. Diesem Zweck wurde die Burg jedoch nie gerecht, da sich die Grenzen während der Bauarbeiten verschoben. Später wurde die Burg zur Verwaltung genutzt. Vermutlich wurde Konrad Kolbe von Boppard 1412 zum ersten Amtmann eingesetzt. Seit dem 16. Jahrhundert war die Burg an die Herren von Eltz verpfändet, die sie bis ins 19. Jahrhundert besaßen. Von 1966 bis 1969 war eine Falknerei auf der Burg eingerichtet.[1]:113 Ein Förderverein hat sich die Sicherung und Renovierung der baufälligen Burg zur Aufgabe gemacht und zwischen Sommer 2006 und November 2007 den Wohnturm renoviert.

Torseite

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fünfeckige Burg ist an drei Ecken mit Rundtürmen versehen, eine weitere Ecke bildet die Toranlage. Gewohnt wurde im 22 Meter hohen, vierstöckigen Donjon (Wohnturm), der auch die Aufgabe eines Bergfrieds hatte. In ihm befand sich auch die Kapelle. Der Zugang erfolgte über einen Hocheingang. Der Wohnturm hat ungewöhnlich starke Mauern (2,5 m) und ist im unteren Teil weitgehend erhalten, die oberen Stockwerke mit der Dachplattform wurden zunehmend baufällig und 2007 durch einen Förderverein instand gesetzt. Die Burg befindet sich im Eigentum der Gemeinde Ochtendung. Sie kann jederzeit besichtigt werden, ist jedoch erst nach einem Fußmarsch von ca. 2 km (betrachtet vom Ortskern) zu erreichen.

Eifellandschaft

Bauphasen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der ersten Bauphase von Wernerseck entstand der Wohnturm als Bestandteil (Süd-Ost-Ecke) einer einfachen Ringmauer. Als ein Beleg dafür können die auskragenden Mauersteine an der Nordseite des Hauptturms gewertet werden, die ihn ehemals mit einer Mauer fest verband. Des Weiteren befindet sich an seiner Süd- und Ostseite in seinem Mauerwerk ein Band aus Basaltsteinen, das möglicherweise die Außenseite der Burganlage dekorieren sollte. Die Ringmauer folgte in weiten Teilen dem Mauerverlauf der älteren, ottonenzeitlichen Burganlage unter Einbeziehung des Torbauses. In einem späteren Ausbau wurde die Ringmauer erweitert und mit Ecktürmen versehen.[1]:104–107

Ältere Burgreste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Wernerseck

In der Burg finden sich an verschiedenen Stellen die Reste eines älteren Burgbaus, die bei der Errichtung von Wernerseck mitverwendet wurden und so die Zeit überdauerten. Das Mauerwerk weicht an diesen Stellen durch die Verwendung von kleinformatigere Schiefergestein vom später errichteten ab. Besonders erwähnenswert sind die Hälfte einer Toranlage neben dem Wohnturm, einem Teil des späteren inneren Torbaus, und die Reste eines Gebäudes im Zentrum der Burg. Der Vorgängerbau folgte wahrscheinlich dem damals noch nicht unterbrochenen Felskamm und schloss so auch das Plateau in Bereich der späteren Vorburg mit ein. Da es keine sicher datierbaren Funde aus der Zeit vor dem Bau der neuen Burg gibt, kann nur aus den baulichen Befunden auf deren Entstehungszeit geschlossen werden. Im inneren Torbau sind die Reste eines älteren Torbaus erhalten, der nahezu identisch mit dem des Waldschlössels bei Klingenmünster ist. Dies legt den Schluss nahe, die ursprüngliche Burg als ottonenzeitliche Anlage aus der Zeit des 10. bis 11. Jahrhunderts anzusehen. Die alte Burg wurde urkundlich nie erwähnt. Es ist nicht unwahrscheinlich, ihre Errichtung den Pfalzgrafen zu Laach zuzuschreiben.[1]:72–74

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günther Gries, Annette Lehnigk-Emden: Die Burg Wernerseck. In: Ochtendunger Heimatblätter. Hrsg. vom Heimatverein Ochtendung. Heft 4 (1993), S. 3–18, Heft 5, (1994), S. 19–30; Heft 6 (1995), S. 19–21.
  • Dieter Schmidt, Günther Gries, Annette Lehnigk-Emden: Burg Wernerseck, der Burgberg in prähistorischer, spätrömischer und mittelalterlicher Zeit. Ochtendunger Heimatblätter. Hrsg. vom Heimatverein Ochtendung. Heft 11 (2001), ISSN 0938-1244.
  • Bernhard Gondorf: Die Burgen der Eifel und ihrer Randgebiete. Ein Lexikon der „festen Häuser“. J. P. Bachem, Köln 1984, ISBN 3-7616-0723-7.
  • Alexander Thon, Stefan Ulrich: „... wie ein Monarch mitten in seinem Hofstaate thront“. Burgen am unteren Mittelrhein. Schnell & Steiner, Regensburg 2010, ISBN 978-3-7954-2210-3, S. 156–161.
  • Josef Busley und Heinrich Neu: Kunstdenkmäler des Kreises Mayen, L. Schwann, Düsseldorf, 1941, S. 386–391.
  • Achim Schmidt: Demarkationspunkt oder Bollwerk? – Baugeschichtliche Bemerkungen zur Burgruine Wernerseck bei Ochtendung, Landkreis Mayen-Koblenz. In: Olaf Wagener (Hrsg.): Symbole der Macht – Aspekte mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Architektur. (=Beihefte zur Mediaevistik. Band 17.) Frankfurt/Main 2012, S. 177–196.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Dieter Schmidt, Günther Gries, Annette Lehnigk-Emden: Burg Wernerseck, der Burgberg in prähistorischer, spätrömischer und mittelalterlicher Zeit. In: Ochtendunger Heimatblätter. Heft 11, 2001.