Burggrub (Stockheim)

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Burggrub
Koordinaten: 50° 17′ 29″ N, 11° 16′ 2″ O
Höhe: 338–373 m ü. NHN
Einwohner: 782
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 96342
Vorwahl: 09261
Burggrub (Bayern)
Burggrub

Lage von Burggrub in Bayern

Dorfplatz in Burggrub mit Dorfbrunnen
Dorfplatz in Burggrub mit Dorfbrunnen

Burggrub ist ein Dorf in der Gemeinde Stockheim im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern. Der Ort hat 782 Einwohner[1] und liegt direkt an der Grenze zu Thüringen. Das Wort Burggrub ist ein Wortpalindrom.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burggrub wurde 1272 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und hieß damals „Grube“. Das Burggruber Gebiet gehörte erst zu den Markgrafen von Schweinfurt und später wie die meisten Gebiete im Landkreis Kronach zum Bistum Bamberg, welches das Dorf als Lehen verschiedenen Herren übertrug (z. B. den von der Grube, den von Schaumberg, den von Rosenau und zuletzt den von Würtzburg). Die Nähe zu Thüringen (damals Wettiner Gebiet) brachte immer Grenzstreitigkeiten mit sich, vor allem mit dem Herzogtum Sachsen-Meiningen, das auf Burggrub einen großen Einfluss hatte.

1528 hielt die Reformation Einzug und die Gegenreformation blieb wegen des sächsischen Einflusses fruchtlos, sodass Burggrub eines der wenigen überwiegend evangelisch-lutherisch geprägten Dörfer des südlichen Landkreises Kronach ist. Die Lage zwischen dem evangelischen Sachsen (heute Thüringen) und dem katholischen Bamberg brachte vor allem während des Dreißigjährigen Kriegs viel Zerstörung und Leid mit sich; so wurde der Ort mehrmals von Kronacher Landsknechten heimgesucht. Burggrub wurde wie andere evangelische Orte geplündert, gebrandschatzt und zerstört.

1806 wurde Burggrub, das sich immer auf Bamberger Gebiet befand, trotz Protests des Herzogs von Sachsen-Meiningen als bayerisch erklärt; die Gebietsstreitigkeiten waren damit beendet. Doch war die Bevölkerung bis zum Zweiten Weltkrieg sehr auf das evangelische Thüringen ausgerichtet.

1901 errichteten die Sonneberger Puppenfabrikanten Schönau und Hoffmeister am Rande des Ortes eine Porzellanfabrik, um für ständigen Nachschub an Porzellanpuppenköpfen für die Sonneberger Spielzeugindustrie zu sorgen. Die Firma übernahm 1907 Magnus Leube, der weiterhin Puppenköpfe herstellte. Während des Zweiten Weltkrieges war die Fabrik an die Firma Siemens verpachtet, die die Produktion kriegswichtiger Produkte aufnahm. Nach dem Krieg wurde die Porzellanfabrik vom Magnus Leubes Enkel, Horst Eversberg, weitergeführt, der die Produktion auf technische Keramik und später Geschirrporzellan umstellte. Die Porzellanfabrik Burggrub produziert noch unter dem Namen Porzellanfabrik Horst Eversberg GmbH und hatte in Spitzenzeiten über 250 Mitarbeiter, zumeist Frauen, wie in der Porzellanindustrie üblich.

Während der Zeit des Eisernen Vorhangs litt Burggrub sehr unter seiner Lage; die Grenze zu Thüringen lag nur wenige hundert Meter (an einigen Stellen auch weniger als einen Steinwurf) entfernt; so war in Burggrub, wie an den meisten Ortschaften an der Grenze, die Grenzpolizei stationiert.

Am 1. Januar 1975 verlor Burggrub im Rahmen der Gemeindegebietsreform den Status einer eigenen Gemeinde und bildete zusammen mit Stockheim, Haig, Haßlach, Neukenroth, Reitsch und Wolfersdorf die neue Gemeinde Stockheim. Dies ist deshalb erwähnenswert, weil man sich damals gegen einen Anschluss an das evangelische Mitwitz entschied. 1987 wurde die Eisenbahnverbindung nach Burggrub geschlossen. Auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs entstand das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Burggrub.

1989 verlor Burggrub durch die Wiedervereinigung den Charakter eines Grenzortes. 1992 wurde in der Nähe der bayerisch-thüringischen Grenze die Grenz- und Friedenskapelle errichtet. 2004 wurde eine Ortsumgehung fertiggestellt, um den Schwerlastverkehr auf der Bundesstraße 89 aus dem Ort zu verbannen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelische Kirche Sankt Laurentius mit fast vollständig erhaltener Ringmauer und sehenswertem gotischen Flügelaltar und Sakristei (12. Jahrhundert)
  • Dorfplatz mit relativ großen Bauernhäusern und Dorfbrunnen
  • Grenz- und Friedenskapelle (mit modernem Altar, bestehend aus Zaunelementen des Eisernen Vorhangs)
  • Grenzanlagen (z. B. noch sichtbare Panzerwege) und Grenzpfähle

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde Stockheim: offizielle Einwohnerzahlen der Gemeinde Stockheim, abgerufen am 8. März 2016.