Stockheim (Oberfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Stockheim
Stockheim (Oberfranken)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Stockheim hervorgehoben
Koordinaten: 50° 18′ N, 11° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kronach
Höhe: 354 m ü. NHN
Fläche: 25,37 km2
Einwohner: 5035 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 198 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96342
Vorwahlen: 09265, 09261
Kfz-Kennzeichen: KC, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 76 178
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile (frühere Gemeinden) - 11 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstr. 1
96342 Stockheim
Webpräsenz: www.stockheim-online.de
Bürgermeister: Rainer Detsch (FWG)
Lage der Gemeinde Stockheim im Landkreis Kronach
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Über dieses Bild
Rathaus
Katholische Kirche St. Wolfgang
Evangelische Auferstehungskirche

Stockheim ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern. Sie liegt im Haßlachtal an der Bundesstraße 85, die auch als Bier- und Burgenstraße und als Porzellanstraße bekannt ist.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Stockheim liegt am westlichen Rand des Naturparks Frankenwald im Stockheimer Becken, einem der wenigen Rotliegend-Becken in Bayern. In ihm finden sich u. a. saure Vulkanite, vulkanogene und lakustrine Sedimente des Perms sowie einige geringmächtige Steinkohlenflöze, die bis 1968 unter Tage abgebaut wurden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsteile (ehemals selbständige Gemeinden) mit Einwohnerzahlen[2]:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Siedlungsname ist 1109 als Stoccheim erstmals bezeugt. Seit 1582 (Reitsch) bzw. 1756 (Stockheim) wurde Steinkohle abgebaut. 1639 schenkte der Bamberger Bischof Franz von Hatzfeld die Rittergüter Stockheim und Haßlach der Stadt Kronach. Landesherr blieb aber bis zur Säkularisation (1803) das Hochstift Bamberg. Für die Entwicklung Stockheims zum Industriedorf sorgte im Zeitraum von 1877 bis 1930 die Champagnerflaschenfabrik Sigwart & Möhrle, die über drei Generationen bis zu 400 Arbeitsplätze bereitstellte, jedoch 1930 ein Opfer der Weltwirtschaftskrise wurde.

Die letzte Stockheimer Steinkohlenzeche St. Katharina, deren Fortbestand jahrzehntelang nur mit staatlichen Subventionen gewährleistet werden konnte, musste 1968 geschlossen werden.

Am 1. Januar 1975 kam es im Rahmen der Gebietsreform in Bayern zum vorzeitigen freiwilligen Zusammenschluss der damals selbständigen Gemeinden Burggrub, Haig, Haßlach bei Kronach, Neukenroth, Reitsch und Stockheim zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Stockheim.[3] Wolfersdorf ließ sich bereits am 1. Januar 1972 in die damalige Gemeinde Stockheim eingliedern.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit dem 26. März 2011 Rainer Detsch (FWG). Er setzte sich bei der Bürgermeisterwahl am 13. Februar 2011 gegen den seit 1987 amtierenden Bürgermeister Albert Rubel (CSU) mit 52,4 % der Stimmen durch. Am 05. Februar 2017 wurde er ohne Gegenkandidaten mit 99,45 % wiedergewählt.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat umfasst 20 Gemeinderatsmitglieder sowie den ersten Bürgermeister.

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: „Durch eine gesenkte, eingeschweifte rote Spitze, darin schräg gekreuzt ein silberner Schlägel und ein silberner Hammer, gespalten; vorne in Gold ein bärtiger Männerrumpf in schwarzem Kleide mit weißem Kragen und weißgestülptem schwarzen Spitzhut, dessen herabhängende Spitze mit einem sechsstrahligen roten Stern bedeckt ist, hinten fünfmal geteilt von Schwarz und Gold, überdeckt von einem schrägen gebogenen grünen Rautenkranz.“

Schlägel und Hammer verweisen hierbei auf den früher in Stockheim betriebenen Steinkohlebergbau, die Farben Silber und Rot sollen auf die frühere enge Beziehung von Haßlach zu Bamberg hinweisen. Der bärtige Männerrumpf entstammt dem Wappen des Adelsgeschlechts von Würtzburg, das in Burggrub und Haig herrschte. Das Wettiner Wappen mit dem Rautenkranz entstammt dem ehemaligen Wappen von Reitsch, das wie Neukenroth und Wolfersdorf früher zu den sogenannten sächsischen Schutzdörfern gehörte.[5][6]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stockheim liegt an der Bundesstraße 85, die als Bier- und Burgenstraße touristische Ziele erschließt, sowie an der Bundesstraße 89 und der Staatsstraße 2708, ferner an der Frankenwaldbahn (ICE-Strecke München–Berlin). Die frühere Lokalbahnstrecke nach Burggrub (einst bis Sonneberg/Thüringen) ist heute teilweise ein Radweg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1932: Carl Sigwart (1872–1962), Glasfabrikant
  • 1957: Johannes Heckel (1903–1991), Pfarrer von Stockheim (1934 bis 1957)
  • 1957: Philipp Wilhelm (1877–1958), Bürgermeister von Stockheim (1919 bis 1933)
  • 1958: Theresie Ott (1893–1974), Lehrerin in Stockheim (1916 bis 1958)
  • 1973: Baptist Heinlein (1898–1978), Bürgermeister von Burggrub (1948 bis 1966)
  • 1974: Schwester Beta, Margareta Bogensperger (1900–1977), Leiterin des Kindergartens Stockheim (1929 bis 1974)
  • 1976: Andreas Bittel (1908–1978), Pfarrer von Stockheim (1957 bis 1976)
  • 1978: Karl Vollmer (1913–1998), Pfarrer von Neukenroth (1957 bis 1982)
  • 1991: Rudi Daum (* 1925), Landtagsabgeordneter (1970 bis 1990), Kommunalpolitiker
  • 1996: Michael Lang (1921–2004), Bürgermeister von Wolfersdorf (1951 bis 1971) und Stockheim (1975 bis 1987)

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Stockheim: offizielle Einwohnerzahlen der Gemeinde Stockheim, abgerufen am 8. März 2016
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 689.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 501.
  5. Haus der Bayerischen Geschichte: Wappen von Stockheim, abgerufen am 5. Oktober 2013.
  6. Gemeinde Stockheim: Das Stockheimer Wappen, abgerufen am 5. Oktober 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stockheim (Oberfranken) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien