Butylhydroxyanisol

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Struktur von Butylhydroxyanisol
Gemisch von zwei Strukturisomeren
Allgemeines
Name Butylhydroxyanisol
Andere Namen
  • 2-tert-Butyl-4-hydroxyanisol und 3-tert-Butyl-4-hydroxyanisol (Stoffgemisch)
  • BHA
  • E 320
Summenformel C11H16O2
CAS-Nummer
  • 25013-16-5 (Isomerengemisch)
  • 8003-24-5
  • 9009-68-1
PubChem 24667
Kurzbeschreibung

weißer bis gelblicher, brennbarer, lichtempfindlicher Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 180,24 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

48–55 °C[2]

Siedepunkt

268 °C[1]

Löslichkeit

sehr schwer in Wasser (213 mg·l−1 bei 25 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
07 – Achtung 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​315​‐​319​‐​335​‐​351​‐​411
P: 261​‐​273​‐​280​‐​301+312​‐​302+352​‐​305+351+338 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][2]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 22​‐​40​‐​68​‐​63
S: 36/37
MAK

Schweiz: 25 mg·m−3 (gemessen als einatembarer Staub)[4]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Butylhydroxyanisol (BHA, E 320) ist ein Gemisch von zwei strukturisomeren organischen chemischen Verbindungen aus der Gruppe der Phenolether.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mischung wird als synthetisch hergestelltes Antioxidationsmittel eingesetzt. Butylhydroxyanisol gehört zu den in der EU zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffen und darf bis zu einer zulässigen Höchstmenge in verschiedenen Lebensmittelkategorien eingesetzt werden.[5] Als Lebensmittelzusatzstoff verhindert es das Ranzigwerden von z.  B. Nüssen und ähnlichen Knabberartikeln, Süßigkeiten, Kuchenmischungen, Trockensuppen oder Milchpulver. Es wird jedoch auch zur Herstellung von Arzneimitteln und Kosmetika eingesetzt.

Sicherheitshinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einnahme sehr großer Mengen führte zu Magen- und Leberkrebs bei Mäusen.[6] Wegen der Auslösung von Allergien und organischer Veränderungen im Tierversuch bestehen gesundheitliche Bedenken.[7] Die Auswirkungen von Butylhydroxyanisol auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt werden unter REACH im Jahr 2015 im Rahmen der Stoffbewertung von Frankreich geprüft.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Eintrag zu tert-Butyl-4-methoxyphenol, Isomere in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich).
  2. a b Datenblatt Butylhydroxyanisol bei AlfaAesar, abgerufen am 17. März 2010 (JavaScript erforderlich).
  3. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  4. Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA): Grenzwerte am Arbeitsplatz 2015 – MAK-Werte, BAT-Werte, Grenzwerte für physikalische Einwirkungen, abgerufen am 2. November 2015.
  5. Zusatzstoff-Zulassungsverordnung - ZZulV. Bundesministeriums der Justiz, 28. März 2011, abgerufen am 21. Juni 2011.
  6. Grimm, Hans-Ulrich: Die Ernährungsfalle. Wie die Lebensmittelindustrie unser Essen manipuliert. 3. Auflage München: Wilhelm Heyne Verlag, 2010 ISBN 978-3-453-17074-2.
  7. Oekotest: Datenblatt Butylhydroxyanisol.
  8. Europäische Chemikalienagentur (ECHA): Community rolling action plan (CoRAP) Substance evaluation Table, abgerufen am 20. Oktober 2015.Vorlage:CoRAP-Liste/2015