Camu-Camu

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Camu-Camu
Camu-camu.JPG

Camu-Camu (Myrciaria dubia)

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Myrtengewächse (Myrtaceae)
Gattung: Myrciaria
Art: Camu-Camu
Wissenschaftlicher Name
Myrciaria dubia
(Kunth) McVaugh
Blüten von Myrciaria dubia
Halbreife Früchte von Camu-Camu
Getrocknete Camu-Camu Samen

Camu-Camu (Myrciaria dubia) ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Sie ist in der Amazonasregion in Peru, Kolumbien, Venezuela, Ecuador, Bolivien und Nord-Brasilien heimisch.[1] In Brasilien nennt man diese Pflanzenart auch „Caçari“ oder „Araçá de água“.[2]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Camu-Camu ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum, der meist Wuchshöhen von 3 bis 8 Metern aber auch höher erreicht. Der reich verzweigte Stamm ist glatt mit dünner, bräunlicher Rinde.

Die gegenständige, bis 12 Zentimeter langen und 4,5 Zentimeter breiten, kurz gestielten und spitzigen bis zugespitzten, leicht glänzenden Blätter sind elliptisch bis eiförmig, eilanzettlich. Die ganzrandigen Blätter haben Drüsen. Sie sind unterseits heller und matter. Es sind kein Nebenblätter vorhanden.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kleinen Blütenstände sind achsenständig und tragen nur bis zu 12 (meist 4) paarig angeordnete Blüten. Die duftenden, sehr kurz gestielten, vierzähligen und gelblich-weißen Blüten sind zwittrig mit doppelter Blütenhülle. Direkt an den Blüten sitzen bewimperte, becherförmige Deck- und Vorblätter. Es sind über 100 vorstehende Staubblätter und ein kleiner Kelch vorhanden. Der mit dem Blütenboden verwachsene Fruchtknoten ist unterständig mit einem langen Griffel mit kopfiger Narbe. Die Blüten sind fakultativ allogam und sie tragen auch Drüsen.[2]

Die glatten, fleischigen Beeren sind rundlich und grünlich bis rötlich, purpurfarben bis schwärzlich und bis 2–5 Zentimeter groß. Das weiche, sehr saure Fruchtfleisch ist weißlich-hellrosa. Die Früchte haben eine rundliche Narbe an der Spitze. Sie enthalten bis zu 4 nierenförmige bis elliptische und braune Samen. Die zottige Samenschale ist dünn, die Samen sind bis 1,5 Zentimeter groß und ohne Endosperm, sie wiegen etwa 0,4–0,6 Gramm.[3][4] Die Früchte wiegen durchschnittlich etwa 9–13 Gramm, der Anteil des Fruchtfleischs beträgt 50–65 %.[3][5]

Die Samenausbreitung geschieht durch Wasserströmungen oder endozoochor durch Fische.[6] Die Hauptbestäuber sind Bienen.[7]

Camu-Camu blüht zwischen Juli und September und trägt von Dezember bis April.

Chromosomenzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.[8]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pro Pflanze können in Kultur etwa 10–20 kg Früchte geerntet werden. Bemerkenswert ist ihr außerordentlich hoher Gehalt an Vitamin C, der etwa 1,5–3 Gramm pro 100 Gramm Fruchtfleisch oder mehr beträgt. Darum liegt der pH-Wert bei nur etwa 2,5.[2][3][9] Sie übersteigen damit den Vitamin-C-Gehalt von Orangen um etwa das 30−60-fache und den von Paprika immerhin noch um das 5–10-fache. Höhere Werte erreichen nur die Früchte der Buschpflaume (Terminalia ferdinandiana).[6]

Die Früchte werden in drei verschiedenen Reifegraden geerntet, je nach Verwendung.[3] Am meisten Vitamin C enthalten Früchte die noch nicht ganz ausgereift sind, also im rötlich-grünen Zustand sind.[2][10]

In der Amazonasregion wird Camu-Camu geschält als Frucht oder als Saft konsumiert und zu Likör, Eiscreme, Gelee u. a. verarbeitet. Hauptimporteur der Früchte ist Japan. In Europa findet man Camu-Camu vor allem als Nahrungsergänzung oder als Süßigkeiten.[2] Mittlerweile wird Camu-Camu auch in Plantagen angebaut. Die südamerikanischen Kultivierungsprojekte hinken dem wachsenden Bedarf jedoch hinterher. Das hat dazu geführt, dass zunehmend Raubbau an wild wachsenden Pflanzen betrieben wurde. Eine Folge davon ist, dass in manchen Gebieten Fischarten wie z. B. der Gamitana oder Tambaqui, die sich von den Früchten ernähren, verschwunden sind.[11]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Food and Fruit-bearing Forest Species. 3: Examples from Latin America. FAO Forestry Paper 44/3, 1986, ISBN 92-5-102372-7, S. 201–204.
  • Juan C. Castro, J. Dylan Maddox, Marianela Cobos, Sixto A. Imán: Myrciaria dubia “Camu Camu” Fruit: Health-Promoting Phytochemicals and Functional Genomic Characteristics. In: Jaya Soneji: Breeding and Health Benefits of Fruit and Nut Crops. Intechopen, 2018, ISBN 978-1-78923-273-8, S. 85–116, doi:10.5772/intechopen.73213.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Camu-Camu – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Myrciaria dubia bei KEW Science, abgerufen am 8. Oktober 2018.
  2. a b c d e T. K. Lim: Edible Medicinal and Non-Medicinal Plants. Volume 3: Fruits. Springer, 2012, ISBN 978-94-007-2533-1, S. 631–635.
  3. a b c d Juan C. Castro, J. Dylan Maddox, Marianela Cobos, Sixto A. Imán
  4. Anderson E. Medina Bardales u. a.: Seeds and plantlets of Myrciaria dubia "camu-camu": biometry, germination, and initial growth. In: Scientia Agropecuaria [online]. Vol. 5, No. 2, 2014, S. 85–92, doi:10.17268/sci.agropecu.2014.02.03.
  5. Festus K. Akinnifesi, R. R. B. Leakey, O. C. Ajayi u. a.: Indigenous Fruit Trees in the Tropics. CABI, 2008, ISBN 978-1-84593-110-0, S. 106 ff.
  6. a b Jan Šmíd, Marie Kalousová, Bohumil Mandák u. a.: Morphological and genetic diversity of camu-camu [Myrciaria dubia (Kunth) McVaugh] in the Peruvian Amazon. In: PLoS ONE. 12(6), 2017, e0179886, doi:10.1371/journal.pone.0179886.
  7. Eliana Gressler, Marco A. Pizo, L. Patrícia, C. Morellato: Polinização e dispersão de sementes em Myrtaceae do Brasil. In: Rev. bras. Bot. Vol. 29, No. 4, 2006, doi:10.1590/S0100-84042006000400002.
  8. Myrciaria dubia bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  9. K. Yuyama: The camu-camu culture in Brazil. In: Revista Brasileira de Fruticultura. 33(2), 2011, S. 335–690, doi:10.1590/S0100-29452011000200001.
  10. Camu-Camu (PDF; 1,5 MB), auf tropentag.de, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  11. James W. Penn Jr.: Another Boom for Amazonia? Dissertation. 2004, ISBN 1-59942-718-4, S. 45, 231, 244.