Carl Friedrich von Schauroth

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Carl Friedrich Freiherr von Schauroth (* 26. Oktober 1818 in Reichelshof bei Schweinfurt (heute: Schonungen OT Reichelshof); † 21. März 1893 in Coburg) war ein deutscher Geologe und Paläontologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl Friedrich Freiherr von Schauroth war der Sohn des Festungs- und Stadtkommandanten von Coburg und studierte nach dem Abitur in Coburg ab 1837 an der Bergakademie Freiberg und dann ab 1839 Mathematik, Chemie, Physik und Mineralogie an der Universität Heidelberg mit der Promotion 1840 (Die Grubenwetter). Danach war er als Kammerjunker bei Herzog Ernst I. von Coburg mit der Inventarisierung der Naturaliensammlung und Bibliothek betraut. 1844 wurde er Direktor des Herzoglichen Kunst- und Naturalienkabinetts. 1881 trat er als Direktor zurück, da er zunehmend erblindete.

Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er befasste sich mit der Stratigraphie und Paläontologie des Zechsteins und der Trias, wobei er neben der Germanischen Trias auch die alpine Trias (Muschelkalk der Gegend von Recoaro, Vicentiner Alpen) untersuchte. Er baute die von Herzog Franz Friedrich Anton von Sachsen-Coburg-Saalfeld und dessen Nachfolgern begonnene Gesteins-, Mineralien- und Fossiliensammlung im Naturalienkabinett des Herzogs von Coburg aus und war bis 1881 dessen erster Direktor. Heute bildet sie die Sammlung Schauroth im Naturkundemuseum Coburg.

Erstbeschreibungen (valide)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Voltzia coburgensis SCHAUROTH, 1852
    • Locus typicus: "Umgebung von Coburg"
    • Stratum typicum: "aus dem mittleren Keupersandstein"

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Übersicht der geologischen Verhältnisse des Herzogtums Coburg und der anstoßenden Länderteile als Erläuterung zur geologischen Karte, 1853
  • Verzeichnis der Mineralien im Herzoglichen Naturalienkabinett zu Coburg, Dietzsche Hofdruckerei Coburg 1861 (beschrieben werden 3883 Mineralien)
  • Verzeichnis der Versteinerungen im Herzoglichen Naturaliencabinet zu Coburg No.-1-4328, Dietzsche Hofdruckerei, Coburg 1865
  • Ueber das Vorkommen des ‘Semionotus Bergeri’ im Keuper bei Coburg. In: Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft, Band 3, 1851, S. 405–410
  • Ueber das Vorkommen von Voltzia coburgensis im mittleren Keupersandstein. In: Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft, Band 4, 1852, S. 538–544
  • Die Schalthierreste der Lettenkohlenformation des Grossherzogthums Coburg. In: Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft, Band 9, 1857, S. 85–148
  • Uebersicht der geognostischen Verhältnisse der Gegend von Recoaro im Vicentinischen. In: Sitzungsberichte Akad. Wiss. Wien, Math.-Naturw. Klasse, Band 17, 1854, 481
  • Kritisches Verzeichniss der Versteinerungen der Trias im Vicentinischen. In: Sitzungsberichte Akad. Wiss. Wien 1859, S. 283–356, Taf. 1–3

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • M. Weiß: Dr. Friedrich Carl Freiherr von Schauroth (1. Direktor des Herzoglichen Naturaliencabinets zu Coburg), Jahrbuch der Coburger Landesstiftung, Band 35, 1990, S. 237–278
  • Nachruf in den Verhandlungen der Geologischen Reichsanstalt Wien, 1893, S. 211–212

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitgliederverzeichnis Deutsche Geologische Gesellschaft 1878 Digitalisat
  2. Mitglieder der naturforschenden Gesellschaft zu Bamberg, Stand Mai 1860 In: Fünfter Bericht der naturforschenden Gesellschaft zu Bamberg, Reindl, Bamberg 1861 S. XI Archive