Carmen Herrera

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Carmen Herrera (* 31. Mai 1915 in Havanna, Kuba) ist eine US-amerikanische Malerin der konkreten Kunst.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herrera ist Tochter zweier Journalisten, erhielt früh Zeichenunterricht. Mit fünfzehn Jahren wurde sie zur weiteren Ausbildung für ein Jahr nach Paris geschickt. Nach dem Abitur in Havanna studierte sie dort zunächst Architektur. Sie lernte den deutschstämmigen Amerikaner Jesse Loewenthal kennen und heiratete ihn. Im Jahr 1939 zog sie mit Loewenthal nach New York. Dort besuchte sie die Kunstakademie Art Students League of New York und studierte Malerei.

In New York lernte sie Künstler wie Wifredo Lam und Barnett Newman kennen und fand früh zu einem Stil der abstrakten Geometrie, der jedoch erst in Paris vollendet wurde. Dort lebte Herrera mit ihrem Mann in den Jahren 1948 bis 1954. Sie lernte dort Künstler wie Yves Klein kennen und stellte unter anderem im Salon des Réalités Nouvelles aus. Herrera kehrte erst 1963, nach Zwischenstation in Havanna nach New York zurück. Seit den 1960er Jahren werden von ihr auch wieder Anklänge an Architektur in ihre Kunstwerke aufgenommen. Sie blieb jedoch bis in ihr hohes Alter relativ unbekannt.

1998 hatte sie im El Museo del Barrio in East Harlem im New Yorker Stadtteil Manhattan eine erste Ausstellung und erlebte erste Verkäufe ihrer Werke.

Herrera lebt und arbeitet in New York. Auf internationaler Ebene sorgte ihre erste Retrospektive in Europa für Aufmerksamkeit. In dieser Ausstellung im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern waren vom 23. Januar bis 2. Mai 2010 insgesamt 55 Werke aus dem Zeitraum von 1948 bis 2007 von ihr zu sehen. Ab dem 16. September 2016 zeigt das New Yorker Whitney Museum of American Art eine erste Retrospektive ihrer Arbeiten.[1]

Die Tate Gallery in London und das MoMA (Museum of Modern Art) in New York haben bereits fünfstellige Beträge in US-Dollar für Ihre Exponate bezahlt. Carmen Herrera hält ihre Arbeiten stilistisch so einfach wie möglich und auf wenige notwendige Farbflächen reduziert.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1948, übermalt 1952: Iberic, Rundbild
  • 1958 Equation
  • 1959 Blanco y Verde
  • 1971 Untitled, Signalblauer, angewinkelter Raumteiler
  • 1978 Tuesday

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Später Ruhm. 3sat, 22. Januar 2010, abgerufen am 8. April 2015.
  • Altkünstler: Von der uralten Schule. ZEIT ONLINE, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2015.
  • Julia Voss: Entdeckung einer großen Künstlerin: Das Lachen der Carmen Herrera. Geboren wurde sie 1915 auf Kuba, zum Star in der Malerei ist sie jetzt mit vierundneunzig Jahren geworden: Die Pfalzgalerie in Kaiserslautern zeigt die erste deutsche Ausstellung der New Yorker Künstlerin Carmen Herrera. In: FAZ. 28. Januar 2010 (faz.net).
  • Verena Lueken: Die Freiheit der Ignoranz. Carmen Herrera malt jeden Tag – auch im Alter von hundertundeinem Jahr. Ein Besuch bei der Künstlerin, die seit den späten dreißiger Jahren malt, aber erst seit einigen Jahren die öffentliche Anerkennung erfährt, die sie verdient. In: FAZ. 4. September 2016 (faz.net).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ruhm stört bei der Arbeit in FAZ vom 3. September 2016, Seite 11