Carsten Schneider

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Carsten Schneider (* 23. Januar 1976 in Erfurt) ist ein deutscher Politiker (SPD). Dem Deutschen Bundestag gehört er seit 1998 an und seit dem 27. September 2017 ist er Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion.

Herkunft und Ausbildung (1976 bis 1998)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schneider wuchs als Arbeiterkind in Klettbach auf, wo er von 1982 bis 1984 die Grundschule besuchte. Von 1984 bis 1991 war er Schüler an der Polytechnischen Oberschule (POS 4) Augusto César Sandino in Erfurt und von 1991 bis 1994 Gymnasiast am dortigen Johann-Wilhelm-Häßler-Gymnasium. Nach dem Abitur absolvierte Schneider eine Berufsausbildung zum Bankkaufmann bei der Volksbank Erfurt eG, die er 1997 mit dem IHK-Abschluss beendete. Anschließend leistete er bis August 1998 seinen Zivildienst in einer Jugendherberge in Erfurt ab.[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juso[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schneider trat mit 18 Jahren den Jusos in Erfurt bei und übernahm von 1996 bis 1998 den stellvertretenden Landesvorsitz der Jusos in Thüringen (siehe auch SPD Thüringen).

SPD-Bundestagsabgeordneter (1998 bis heute)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Bundestagswahl 1998 wurde Carsten Schneider, mit erst 22 Jahren, als damals jüngster Bundestagsabgeordneter in den Bundestag nach Bonn gewählt.

Schneider wurde 1998 und 2002 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Erfurt und 2005 des Wahlkreises Erfurt – Weimar – Weimarer Land II in den Bundestag gewählt. Bei den Bundestagswahlen 2009, 2013 und 2017 verfehlte er jeweils das Direktmandat in seinem Wahlkreis und zog stattdessen jeweils über die Landesliste ins Parlament ein. 2013 war er Spitzenkandidat seiner Partei in Thüringen.

Er gehört dem Netzwerk Berlin und war von 2012 bis 2017 Sprecher des Seeheimer Kreises an.

Haushalts- und Finanzpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Schneider von 2002 bis 2005 jeweils stellvertretender Sprecher der Fraktionsarbeitsgruppe Haushalt und der Landesgruppe Thüringen in der SPD-Bundestagsfraktion war, wurde er im November 2005 Sprecher beider Gruppen bis 2013.

Seit Januar 2014 ist er Vorsitzender des Koordinierungsausschusses des Deutschen Bundestags, der die Finanzmittel des Bundesnachrichtendienstes bewilligt und dessen Ausgaben kontrolliert.[2]

Anfang 2015 bezeichnete Schneider die Troika, ein Gremium aus Vertretern der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds als ein „Symbol für Entdemokratisierung in der Krise“.[3]

Erster Parlamentarischer Geschäftsführer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 27. September 2017 ist Schneider Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion[4] und damit zuständig für Grundsatzfragen der Geschäftsführung sowie die Koordinierung der parlamentarischen Abläufe mit der Bundesregierung, Partei, Landesregierung und Landtagsfraktionen.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schneider ist seit 2003 verheiratet und Vater zweier Töchter. In seiner Freizeit betreibt er Radsport, spielt Fußball beim FC Bundestag und geht angeln.[5]

Funktionen und Ehrenämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1999 bis 2004 war Carsten Schneider Präsident des SSV Nord e.V[6].

Seit 2001 ist er Vorsitzender und Schirmherr des jährlich stattfindenden Benefizlaufs "Erfurt rennt"[7].

Seit 2009 ist er sowohl Mitglied im Kuratorium des Förderkreises "Neues Bauhaus-Museum Weimar e.V[8].", als auch im Kuratorium der "Aktion Gemeinsinn e.V."

Auszeichnungen für politische Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 erhielt Schneider den "Politikaward" in der Kategorie "Aufsteiger des Jahres"[9], der von der Fachzeitschrift Politik und Kommunikation vergeben wird[10]. Zur Begründung der Jury wurde seine finanzpolitische Expertise als SPD Haushaltspolitiker angeführt, insbesondere überzeugte er durch seine sachliche und verständliche Vermittlungsweise.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lebenslauf
  2. Thüringer Allgemeine vom 1. Februar 2014.
  3. Christian Rickens: Troika-Aus in Athen: Ein Abschied, bei dem keiner weint. In: Spiegel Online. 31. Januar 2015, abgerufen am 5. Januar 2017.
  4. Schneider wird Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD rp-online.de, 26. September 2017
  5. Carsten Schneider: Der Aufstiegsaspirant. Handelsblatt, abgerufen am 29. Mai 2018.
  6. Joerg Zemke: SSV Erfurt-Nord Visitenkarte. 13. Januar 2001, abgerufen am 29. Mai 2018.
  7. Dr. Ulrike Wollenhaupt-Schmidt: ERFURT RENNT - Für mehr Verständnis zwischen den Kulturen. Abgerufen am 29. Mai 2018.
  8. Bauhaus.Weimar.Moderne. Die Kunstfreunde e. V. · Über uns · Gremien. Abgerufen am 29. Mai 2018.
  9. PR-Journal - Die Gewinner des Politikaward 2011. Abgerufen am 29. Mai 2018 (deutsch).
  10. Rückblick 2011 | Politikaward. Abgerufen am 29. Mai 2018 (deutsch).