Charles Gordon-Lennox, 5. Duke of Richmond

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Charles Gordon-Lennox, William Salter
Wappen des Charles Gordon-Lennox, 5. Duke of Richmond

Charles Gordon-Lennox, 5. Duke of Lennox KG FRS (* 3. August 1791 in London; † 21. Oktober 1860 ebenda) war ein britischer konservativer Politiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charles Lennox war ein Sohn des Charles Lennox, 4. Duke of Richmond und dessen Gemahlin Charlotte Gordon. In seiner Jugend führte er den Titel eines Earl of March. Er folgte seinem Vater bei dessen Tod am 28. August 1819 als Duke of Richmond, Duke of Lennox und Duc d’Aubigny. Im Jahr 1836 wurde er auch Erbe seines Onkels mütterlicherseits, George Gordon, 5. Duke of Gordon, weshalb er mit königlicher Lizenz seinen Namen von Lennox in Gordon-Lennox änderte.

Seine Ausbildung erhielt er in der Westminster School und am Trinity College Dublin. Schon im 18. Lebensjahr trat er 1809 als Fähnrich in die Armee ein, wurde 1810 Leutnant im 13. Regiment der leichten Dragoner und befehligte während der napoleonischen Kriege eine Kompanie in den Feldzügen auf der Pyrenäischen Halbinsel. Von 1810-14 war er Adjutant des Herzogs von Wellington, wurde 1813 Captain im 52. Infanterieregiment und erhielt in der Schlacht bei Orthez (27. Februar 1814) eine schwere Brustwunde. Ebenso nahm er auch in der Schlacht bei Waterloo (18. Juni 1815) teil. Anschließend sandte ihn Wellington mit wichtigen Depeschen zum Prinzregenten. Bei dieser Gelegenheit wurde er Major und 1816 Oberstleutnant.

Von 1812 bis 1819 war Lennox Mitglied des Parlaments für Chichester. Er nahm 1819, nach dem Tod seines Vaters, seinen Sitz im House of Lords ein. Hier schloss er sich den gemäßigteren Tories an, ohne sich besonders hervorzutun. Er war ein Gegner der Katholikenemanzipation, unterzeichnete auch den Protest gegen die Maßregel, die den kleinen irischen Pächtern, die ganz von der Aristokratie abhingen, das Wahlrecht raubte. 1829 erhielt er den Hosenbandorden. Im Herbst 1830, als sich die Not und Unzufriedenheit der einfachen Bevölkerung in Form von Unruhen und Brandstiftung äußerte, trat er für eine Untersuchung und Verbesserung der Lage der Arbeiter ein. Ferner übernahm er im November 1830 aus den Händen der Whigs das Amt des Generalpostmeisters. Als Gegner der Appropriationsklausel in der Reformbill legte er jedoch am 29. Mai 1834, zugleich mit Ripon und Stanley, sein Amt nieder und hielt im Parlament seitdem die Mitte zwischen Whigs und Tories. 1835–1860 war er Lord Lieutenant von Sussex. Als leidenschaftlicher Vertreter der Grundaristokratie bekämpfte er 1846 heftig die Freihandelspolitik Peels. In seinen letzten Jahren beschäftigte er sich besonders mit Landwirtschaft und Pferdezucht und war einer der Gründer der Royal Agricultural Society. Er starb am 21. Oktober 1860 im Alter von 69 Jahren in London an der Wassersucht.

Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charles Gordon-Lennox heiratete am 10. April 1817 in London Caroline (1796–1874), Tochter des Henry William Paget, 1. Marquess of Anglesey, mit der er folgende Kinder hatte:

  • Charles Henry (1818–1903), 6. Duke of Richmond
  • Caroline Amelia (1819–1890); ∞ 1849 John George Brabazon Ponsonby, 5. Earl of Bessborough
  • Fitzroy George (1820–1841), verschollen beim Untergang der President
  • Henry Charles (1821–1886); ∞ 1883 Amelia Susannah Brooman
  • Alexander Francis (1825–1892); ∞ 1863 Emily Francis Towneley
  • Augusta Catherine (1827–1904), "Gräfin von Dornburg" 1851; ∞ 1851 Herzog Eduard von Sachsen-Weimar
  • George Charles (1829–1877); ∞ 1875 Minnie Augusta Palmer
  • Cecilia Catherine (1838–1910); ∞ 1859 Charles George Bingham, 4. Earl of Lucan

Namensgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach ihm ist der Richmond River im australischen Bundesstaat New South Wales benannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Charles Lennox Duke of Richmond
1819–1860
Charles Gordon-Lennox
Charles Lennox Duke of Lennox
1819–1860
Charles Gordon-Lennox