Chlumany

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Chlumany
Wappen von Chlumany
Chlumany (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Jihočeský kraj
Bezirk: Prachatice
Fläche: 557[1] ha
Geographische Lage: 49° 4′ N, 13° 58′ OKoordinaten: 49° 3′ 58″ N, 13° 57′ 55″ O
Höhe: 528 m n.m.
Einwohner: 340 (1. Jan. 2019)[2]
Postleitzahl: 384 22
Kfz-Kennzeichen: C
Verkehr
Straße: Vlachovo BřezíPěčnov
Nächster int. Flughafen: Flughafen České Budějovice
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Ivana Vlková (Stand: 2018)
Adresse: Chlumany 60
384 22 Vlachovo Březí
Gemeindenummer: 550248
Website: www.chlumany.cz
Lage von Chlumany im Bezirk Prachatice
Karte

Chlumany (deutsch Chluman, früher Chumen) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt zwei Kilometer südlich von Vlachovo Březí in Südböhmen und gehört zum Okres Prachatice.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chlumany liegt im Vorland des Böhmerwaldes. Das Dorf befindet sich am rechten Ufer des Baches Chlumanský potok in einem nach Osten offenen Kessel. Am südöstlichen Ortsrand liegt der Teich Chlumanský rybník. Nördlich erheben sich der Kančov (640 m) und die Homolka (558 m), im Süden der Vráže (655 m) sowie westlich der Hořejší vrch (813 m), der Kokovec (882 m) und der Běleč (923 m).

Nachbarorte sind Vlachovo Březí und Nový Mlýn im Norden, Chocholatá Lhota im Nordosten, Budkov und Těšovice im Osten, Husinec im Südosten, Horouty und Dvory im Süden, Lažiště, Pěčnov und Dachov im Südwesten, Dolní Kožlí, Lštění, Dvorec und Radhostice im Westen sowie Libotyně, Uhřice und Doubrava im Nordwesten.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Gemeinde Chlumany sind keine Ortsteile ausgewiesen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vlachovo Březí
Nachbargemeinden Budkov
Pěčnov Husinec

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste schriftliche Erwähnung von Chlumany erfolgte 1383 im Zuge eines Verkaufs des Dorfes. Chlumany gehörte zum Gut Březí, zu den Besitzern gehörten u. a. die Malovec von Malovice, Karl Leopold Graf Caretto von Milessimo, Matthias Freiherr von Wunschwitz und ab 1680 Gundakar von Dietrichstein. Dieser konnte noch weitere Güter hinzu erwerben und ließ diese 1689 durch Kaiser Leopold I. zu einem Fideikommiss vereinigen. Der Fideikommiss fiel 1690 seinem Neffen Ferdinand Joseph von Dietrichstein zu und blieb danach im Besitz der Reichsfürsten von Dietrichstein. Letzter feudaler Grundherr war ab 1808 Franz Joseph von Dietrichstein-Proskau-Leslie. Im Jahre 1840 bestand Chumen/Chumena aus 58 Häusern mit 338 Einwohnern. Im Dorf bestanden ein herrschaftlicher Meierhof, ein Hammelhof und ein Wirtshaus. Pfarrort war Wällischbirken.[3] Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb das Dorf immer der Fideikommissherrschaft Wällischbirken untertänig.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Chumena/Chumen ab 1850 eine Gemeinde in der Bezirkshauptmannschaft Prachatice. 1877 brach im Oberdorf ein Großfeuer aus, das 24 Wohngebäude, das Herrenhaus, die Kapelle und zahlreiche Wirtschaftsgebäude vernichtete. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden alternativ die Ortsnamen Chlumany, Chumena, Chumen bzw. Chlumena verwendet. Im Jahre 1913 zerstörte ein weiterer Ortsbrand 29 Häuser. Seit 1924 galten nur noch Chlumany/Chluman als amtliche Namensformen. Nachdem Prachatice 1938 infolge des Münchner Abkommens an das Deutsche Reich abgetreten werden musste, verblieb Chlumany bei der Tschechoslowakei und gehörte zwischen 1938 und 1945 zum Bezirk Písek und Gerichtsbezirk Netolice. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam das Dorf wieder zum Okres Prachatice zurück. Am 30. April 1976 wurde Budkov eingemeindet. Zum 1. Juli 1980 verlor Chlumany seine Eigenständigkeit und wurde zum Ortsteil von Vlachovo Březí. Nach einem Referendum löste sich Chlumany zum 24. November 1990 wieder von Vlachovo Březí los und bildete eine eigene Gemeinde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kapelle auf dem Dorfplatz, erbaut im 19. Jahrhundert
  • Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges
  • Gedenktafel am Geburtshaus (Nr. 61) von František Čech-Vyšata

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/550248/Chlumany
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2019 (PDF; 0,8 MiB)
  3. Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen, Bd. 8 Prachiner Kreis. 1840, S. 370

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]