Chocianów

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Chocianów
Wappen von Chocianów
Chocianów (Polen)
Chocianów
Chocianów
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Polkowice
Fläche: 7,31 km²
Geographische Lage: 51° 25′ N, 15° 55′ OKoordinaten: 51° 25′ 0″ N, 15° 55′ 0″ O
Einwohner: 8074
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 59-140
Telefonvorwahl: (+48) 76
Kfz-Kennzeichen: DPL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: ChojnówNowe Miasteczko
ChojnówPolkowice
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Fläche: 230,27 km²
Einwohner: 12.953
(31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 56 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0216013
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Franciszek Skibicki
Adresse: ul. Ratuszowa 10
59-140 Chocianów
Webpräsenz: www.chocianow.pl



Chocianów (deutsch Kotzenau) ist eine Stadt im Powiat Polkowicki (Polkwitzer Distrikt) in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kotzenau westlich von Lüben auf einer Landkarte von 1905.

Die Stadt liegt in Niederschlesien, westlich der Stadt Lubin (Lüben) und nordwestlich von Liegnitz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barockschloss, erbaut 1728–1732.
Rathaus
Josefskirche

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste urkundliche Hinweis auf das heutige Chocianów stammt vom 9. Juli 1284 mit der Erwähnung eines Nikolaus de Cosenow.

1297 ließ der Herzog von Schweidnitz, Bolko I., ein Schloss in der Siedlung errichten. Die Existenz einer Kapelle kann erstmals für 1487 belegt werden.

Unter der Krone Böhmens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1507 wurde Georg von Schelendorf Eigentümer der Ortschaft. Elf Jahre später 1518 erwarb Christoph von Schkopp Kotzenau. 1526 kam der Ort unter die Herrschaft der Krone Böhmens. Auch in der Folgezeit wechselte der Eigentümer des Ortes mehrfach, so 1580 Hans von Soran und 1584 Jakob von Schoenaich und 1587 an die Familie von Nostiz und 1613 Aleksander von Stosch. Vermutlich wurde 1596 die steinerne Kirche des Ortes errichtet. 1633 führte Albrecht von Wallenstein seine Armee an der Ortschaft vorbei, wobei Kotzenau geplündert und verwüstet wurde. Anschließend war der Ort etwa 15 Jahre unbewohnt.

Preußische Herrschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem der Erste Schlesische Krieg zwischen Preußen und Österreich 1742 mit dem Vorfrieden von Breslau beendet worden war, kam Kotzenau unter preußische Herrschaft.

Am 30. Oktober 1746 kam es in der Siedlung zu einem großen Brand, welchem nicht nur die Kirche, sondern auch viele andere Gebäude zerstört wurden. Im Februar des folgenden Jahres wurde mit dem Bau einer neuen Kirche begonnen, die nach elf Monaten fertiggestellt werden konnte.

1842 lebten in Kotzenau, das dem Landkreis Lüben angehörte, 53 Handwerker und 11 Händler. Es wurden zwei Wasser- und sieben Windmühlen betrieben. Am 1. August 1846 wurde das erste Postamt eröffnet. Im Mai und erneut im Oktober 1847 wüteten schwere Brände in der Ortschaft. Der Anschluss an das Schienennetz ReisichtFreystadt erfolgte am 16. Mai 1892.

1894 erhielt Kotzenau das Stadtrecht. Im selben Jahr wurde mit dem Bau des Rathauses begonnen, das 1899 eingeweiht wurde. 1938 wurde das Kino Deli von Walter Porsche eröffnet, das unter dem Namen Tosca bis Ende des 20. Jahrhunderts in Betrieb blieb.

Die Ende des 13. Jahrhunderts von Herzog Bolko I. erbaute Burg war zuletzt im Besitz der Burggrafen von Dohna.

1945 bis in die 2010er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1945 gehörte Kotzenau zum Landkreis Lüben im Regierungsbezirk Liegnitz der preußischen Provinz Niederschlesien des Deutschen Reichs.

Am 10. Februar 1945 marschierte die 13. Armee der Roten Armee in die Stadt ein. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Kotzenau zusammen mit fast ganz Schlesien von der sowjetischen Besatzungsmacht unter polnische Verwaltung gestellt. In der Folgezeit wurden die deutschen Bewohner zum größten Teil von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Kotzenau vertrieben. Die Polen führten für Kotzenau den polnischen Ortsnamen Chocianów ein.

1952 wurde der erste Kindergarten in Chocianów eröffnet.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1895 4.118 davon 3.696 Evangelische, 411 Katholiken und zehn Juden[2]
1933 4.055 [3]
1939 5.255 [3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Chocianów führen die Woiwodschaftsstraße (droga wojewódzka) 331 und die Woiwodschaftsstraße 328 endet in der Stadt. Die 328 mündet etwa 40 Kilometer nördlich in Nowe Miasteczko in die Europastraße 65. Die 331 endet im Süden im 20 Kilometer entfernten Chojnów, im Norden mündet sie nach etwa 15 Kilometern in die Europastraße 65 in Polkowice.

Der nächste internationale Flughafen ist der Flughafen Breslau, der sich etwa 90 Kilometer südöstlich von Chocianów befindet.

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Chocianów im Powiat Polkowicki

Die Stadt- und Landgemeinde Chocianów zählt auf einer Fläche von 230,27 km² rund 13.000 Einwohner und gliedert sich neben dem gleichnamigen Hauptort in folgende Schulzenämter (sołectwo):

Erzengel-Michael-Kirche Michałów
  • Brunów (Braunau)
  • Chocianowiec (Groß-Kotzenau)
  • Duninów (Dohna)
  • Jabłonów (Neudeck)
  • Michałów (Michelsdorf)
  • Ogrodzisko (Spröttchen)
  • Parchów (Parchau)
  • Pogorzeliska (Kriegheide)
  • Raków (Krebsberg)
  • Szklary Dolne (Nieder-Gläsersdorf)
  • Trzebnice (Seebnitz)
  • Trzmielów (Hummel)
  • Żabice (Sabitz)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Chocianów – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. Archivlink (Memento des Originals vom 22. August 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.chocianow.pl
  3. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. lueben.html#ew39lubnkotze. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).