Christian Solidarity International

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Christian Solidarity International
(CSI)
CSILogo.png
Gründung 15. April 1977[1]
Gründer Hansjürg Stückelberger
Sitz Binz (Schweiz)
Schwerpunkt Menschenrechtsorganisation
Aktionsraum weltweit
Vorsitz John Eibner
Website csi-int.org

Christian Solidarity International, abgekürzt CSI, ist eine internationale christliche Menschenrechtsorganisation, die sich weltweit für verfolgte Christen einsetzt.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation wurde 1977[2] von dem Schweizer evangelisch-reformierten Pfarrer Hansjürg Stückelberger gegründet. Anfangs veranstaltete sie Schweigemärsche für verfolgte Christen in der Sowjetunion. Heute hat die CSI ihren Hauptsitz und eine Landesvertretung in Binz, Kanton Zürich in der Schweiz. Weitere Landesvertretungen finden sich im französischsprachigen Teil der Schweiz und in Deutschland, Frankreich, Südkorea, Tschechien, Ungarn und in den USA.[3] Am 27. Juli 2020 übernahm Dr. John Eibner die Präsidentschaft der Dachorganisation von Herbert Meier.[4]

Humanitäre Hilfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hilfslieferungen[5]
  • Medizinische Hilfe[6][7]
  • Unterstützung von Schulen[8]
  • Juristische Unterstützung[9]
  • Publizieren über Unrecht[10]

Sklavenfreikauf im Sudan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Engagement von CSI im Sudan begann 1992, als zwei der CSI-Aktivisten, Dr. John Eibner und Caroline Cox, Baroness Cox, auf Einladung der örtlichen Kirchen in den Südsudan reisten, um dort die Auswirkungen des Bürgerkriegs auf die christliche Bevölkerung zu beobachten. CSI begann, die Massaker und Sklavenjagden zu dokumentieren und bekannt zu machen, die von der arabisch geführten Zentralregierung und ihren Stammesverbündeten gegen die weitgehend christlichen Völker des Südsudan verübt wurden. CSI war die erste Menschenrechtsorganisation vor Ort im Sudan.[11] Für Aufmerksamkeit sorgten die Freikaufaktionen von Sklaven im Sudan, die während des Bürgerkrieges ab 1996 aus dem schwarzafrikanisch und christlich-animistisch geprägten Südsudan in den muslimisch-arabischen Nordsudan verschleppt wurden (siehe auch: Sklaverei im Sudan). Diese Freikaufaktionen wurden von Organisationen wie UNICEF und der innerhalb des hauptsächlich betroffenen Volkes der Dinka gegründeten Hilfsorganisation Dinka-Komitee als moralisch fragwürdig und kontraproduktiv kritisiert, da sie finanzielle Anreize für weitere Sklavenjagden schaffen könnten.[12] CSI meint demgegenüber, dass die Sklaverei im Sudan vor allem eine Folge des Krieges und zum Teil gezielt eingesetzte „Kriegswaffe“ und weniger auf wirtschaftliche Motive zurückzuführen sei.[13] Obwohl sich andere Landesorganisationen zwischenzeitlich von den Freikaufaktionen distanzieren, werden sie von der Schweizer CSI auch nach Ende des Bürgerkrieges fortgesetzt. Die Organisation will nach eigenen Angaben zwischen 1995 und 2012 mehr als 100.000 Sklaven befreit haben.[14]

Verhältnis zum Islam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegenüber dem Islam nimmt CSI eine sehr kritische Haltung ein. So betont die Organisation, dass es sich bei den Opfern im Sudan stets um Christen und bei den Tätern um Moslems handele (siehe Christenverfolgung), und sieht Europa von der Islamisierung bedroht. Aus diesem Grund lehnt sie etwa einen EU-Beitritt der Türkei klar ab. CSI bezeichnet sich selbst als konfessionell neutral und leistet nach Eigenangaben auch Hilfe an Muslime, die aus Darfur nach Südsudan geflohen sind. CSI-Gründer Stückelberger stellte unter anderem fest: „Ein Muslim, der den Koran ernst nimmt, kann keine demokratisch-freiheitliche Gesellschaftsordnung gutheissen.“[15] Er sah sich mehrfach dem Vorwurf der Religionshetze und der Nähe zu fundamentalistischen Islamgegnern ausgesetzt.[16]

2006 verschickte CSI an zahlreiche katholische und evangelische Pfarrämter und weitere kirchliche Stellen in Deutschland das Buch Islam und Terrorismus. Was der Koran wirklich über Christentum, Gewalt und die Ziele des Djihad lehrt von Mark A. Gabriel. Die Erzdiözese München und Freising weist darauf hin, dass in dem Buch grundlegende Aussagen über den Islam als Weltreligion „zumindest missverständlich und irreführend“ seien. Das Buch zementiere Feindbilder, „schürt Ängste und setzt Konfrontation an die Stelle eines dringend notwendigen kritischen Dialogs“, schreibt die Diözese. Zudem stelle das Buch „den Islam“ insgesamt unter eine Art „Generalverdacht“ und werde deshalb „der Vielfalt und Unterschiedlichkeit der verschiedenen Richtungen und Strömungen innerhalb des Islam nicht gerecht.“[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gründung der CSI
  2. https://csi-schweiz.ch/ueber-uns/geschichte/
  3. Liste der CSI-Filialen
  4. John Eibner ist neuer internationaler Präsident
  5. Hilfslieferungen im Irak
  6. Körperlich ein Leben lang gezeichnet
  7. Medizinische Behandlung
  8. Bessere Schulen verändern Slum in Amauta
  9. Advocacy
  10. Nigeria Report
  11. Allen Hertzke: Freeing God's Children: The Unlikely Alliance for Global Human Rights. Rowman and Littlefield, 2006, S. 112.
  12. Hans Hielscher, Gert Holle: Sklavenhandel am Gazellenfluss? Spiegel online, 24. Juli 2000
  13. Auf Befreiungsmission
  14. Schweizer NGO befreit Menschen aus Sklaverei. In: 20 Minuten. 14. November 2012, abgerufen am 10. April 2018.
  15. Hansjürg Stückelberger: Kreuz und Kopftuch. (PDF) CSI, 2004, archiviert vom Original am 18. Januar 2012; abgerufen am 31. Januar 2015.
  16. Bettina Mutter: Was ein Christen-Hilfswerk mit Islamgegnern verbindet. In: Tages-Anzeiger. 28. Januar 2008, archiviert vom Original am 31. Januar 2008; abgerufen am 10. April 2018.
  17. Alfred Singer, Axel Seegers: Christian Solidarity International (CSI) (Mark A. Gabriel – Islam und Terrorismus). Fachbereich Weltanschauungsfragen Erzdiözese München und Freising (abgerufen am 10. September 2019)