Christoph Scheurl

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Lucas Cranach der Ältere: Bildnis des Christoph Scheurl im Alter von 28 Jahren, dat. 1509, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
Albrecht Dürer: Das Wappen der Scheurl und Tucher, c. 1512

Christoph (II.) Scheurl (* 11. November 1481 in Nürnberg; † 14. Juni 1542 ebenda) war ein deutscher Jurist, Diplomat und Humanist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren als Sohn des von Breslau nach Nürnberg zugewanderten Kaufmanns Christoph (I.) Scheurl (1457 bis 1519) und dessen Frau Helena (geb. Tucher), erhielt Scheurl zunächst eine sorgfältige Erziehung im Hause seiner Eltern durch Privatlehrer. So war er ein Privatschüler des Coburger „Rechenmeisters“ Leonhard Vogel. Zu einem Studium der Rechtswissenschaft bestimmt, bezog er im März 1496 die Universität Heidelberg und wechselte zwei Jahre später an die Universität Bologna. Dort erlangte der Humanismus entscheidenden Einfluss auf seine Entwicklung. Sein Studium wurde durch den Umstand erschwert, dass sein Vater 1500 einen großen Teil seines Vermögens verlor. Durch die Verwandten mütterlicherseits unterstützt, konnte er seine Studien fortsetzen und am 23. Dezember 1506 zum Doktor des kanonischen und weltlichen Rechts promovieren.

Mit Unterstützung von Johann von Staupitz wurde Scheurl an den Kurfürsten Friedrich den Weisen vermittelt, der ihn im Frühjahr 1507 für eine Professur an der Universität Wittenberg, der Leucorea, verpflichtete. Nachdem er am 8. April in Wittenberg angelangt war, nahm er am 13. April 1507 seine Vorlesungen auf und lehrte das kanonische Recht und die „Humanas Literas“, und übernahm zugleich am 1. Mai das Rektorat der Akademie. In seinem Bemühen, das Niveau der Hochschule zu heben, entwarf er neue Statuten nach dem Vorbild der Universität in Bologna. Seine Bemühungen fruchteten und zogen weitere humanistische Lehrkräfte an die Leucorea, was auch mit einer Zunahme interessierter Studenten verbunden war. So wurde er am 26. Juli 1508 zum herzoglich sächsischen Rat und Beisitzer des herzoglich sächsischen Gerichts in Leipzig und Altenburg ernannt. Obwohl Kurfürst Friedrich der Weise ihn gern in Wittenberg gehalten hätte, folgte Scheurl einem im Dezember 1511 erfolgten Ruf nach Nürnberg, wo er am 5. April 1512 als Ratskonsulent vereidigt wurde.

Als solcher war er in diplomatischen Missionen im Auftrag des Nürnberger Rates aktiv. So reiste er 1519 nach Aragon, um dem neugewählten König Karl V. die Glückwünsche der Stadt Nürnberg zu überbringen. 1522 zählte er zu den Gesandten, die mit Erzherzog Ferdinand über die Türkenhilfe in Wien verhandelten. 1523 war er wegen der Nürnberger Beschwerden gegen den Reichsabschied erneut am kaiserlichen Hof. Reformationsgeschichtliche Bedeutung erlangte er durch die Vermittlung zwischen Johannes Eck und Martin Luther sowie die Versendung der 95 Thesen Luthers.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • De rebus gestis Alberti Ducis Saxioniae
  • De Vita Ant. Cressenis
  • Tractatus de sacerdorum & ecclesiasticarum rerum praestantia, Leipzig 1511
  • Lib. De laudibus Germaniae & Ducum Saxoniae, Leipzig 1508
  • Epist. Ad Charit. Pirckhameram, Nürnberg 1513
  • Epist. Ad Charit. Pirckhameram, Nürnberg 1513
  • Epist. Ad Staupitium de statu sive regimine reipubl. Noricae
  • Epist. Ad Petr. Bernstein, 1580

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Christoph Scheurl – Quellen und Volltexte

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]