Clara Petacci

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Clara Petacci (genannt Claretta) (geboren 28. Februar 1912 in Rom; gestorben 28. April 1945 in Mezzegra) war eine Geliebte des faschistischen italienischen Diktators Benito Mussolini.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Petacci stammte aus einer großbürgerlichen Familie, ihr Vater war Arzt in Vatikanstadt. Sie heiratete 1934 den Luftwaffenleutnant Riccardo Federici, von dem sie sich 1936 offiziell trennte.

Sie hatte 1932 Mussolini kennengelernt, ihre Familie förderte die sich anbahnende Beziehung und profitierte von der Korruption. Mussolini hatte 1915 Rachele Guidi geheiratet, mit der er fünf Kinder hatte, daneben unterhielt er mehrere Affären und hatte neun weitere Kinder mit acht anderen Frauen.[1] Eine Scheidung war in Italien nicht möglich.

Petacci teilte Mussolinis Antisemitismus.

Im Frühjahr 1945 versuchte sie mit Mussolini, über das Veltlin in die Schweiz zu gelangen. Mussolini wurde jedoch in Dongo am Comer See am 27. April 1945 von kommunistischen Partisanen erkannt und mit seinen Begleitern gefangen genommen. Nach der Gefangennahme gab man der Legende nach Clara Petacci die Möglichkeit zur Flucht, aber sie lehnte ab und wurde zusammen mit Mussolini und dem Großteil seiner Begleiter erschossen. Möglicherweise wurde sie vor ihrem Tod noch vergewaltigt.[2] Die genauen Umstände ihrer Erschießung und jener Mussolinis sind nach wie vor umstritten.[2] Ihre Leichen wurden von einer aufgebrachten Menschenmenge geschändet und am nächsten Tag auf dem Piazzale Loreto in Mailand kopfüber aufgehängt und für Fotos zur Schau gestellt, am gleichen Platz, an dem die Faschisten am 10. August 1944 15 Zivilisten erschossen und ihre Leichen ausgestellt hatten.

Grab auf dem Cimitero del Verano

1984 wurde ihr Leben unter dem Titel Claretta mit Claudia Cardinale verfilmt. Ihre letzten Tage an der Seite Mussolinis sind auch Thema des Films Mussolini – Die letzten Tage aus dem Jahr 1974.

Im November 2009 erschienen im Mailänder Rizzoli Verlag nach langjährigem Streit zwischen italienischem Staat und ihren Erben ihre Tagebuchaufzeichnungen aus den Jahren 1932 bis 1938.[3] 2011 wurde die Fortsetzung aus den Jahren 1939 bis 1940 veröffentlicht.[4]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Luisa Montevecchi (Hrsg.): A Clara : tutte le lettere a Clara Petacci, 1943-1945. Milano : Mondadori, 2011
  • Mauro Suttora (Hrsg.): Mussolini segreto : diari 1932-1938. Milano : Rizzoli, 2009.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • RJB Bosworth: Claretta: Mussolini's Last Lover. Yale University Press, 2016
Belletristik
  • Franz Spunda: Clara Petacci. Roman um die Geliebte Mussolinis. Zimmer & Herzog, Berchtesgaden 1952
  • Hans Herlin: Die Geliebte. Die tragische Liebe der Clara Petacci zu Benito Mussolini. Moewig, Rastatt 1980, ISBN 3-8118-2105-9.
  • Antje Windgassen: Im Bund mit der Macht. Die Frauen der Diktatoren. Campus, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-593-36900-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tony Barber: A match for Mussolini. Rezension, in: Financial Times, 18. Februar 2017, S. 9
  2. a b Der Tod des Duce. In: Der Spiegel. Nr. 35, 1996 (online).
  3. Hendrik Werner: Tagebücher der Geliebten. Rezension, in: Die Welt, 19. November 2009, abgerufen am 27. November 2009.
  4. Hans Woller: Die Tagebücher von Claretta Petacci (1932-1940), bei sehepunkte, abgerufen am 24. Oktober 2011