Rachele Mussolini

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Rachele Mussolini, geborene Rachel Guidi, (* 11. April 1890 in Predappio, Romagna, Königreich Italien; † 30. Oktober 1979 in Forlì) war die Ehefrau des italienischen Diktators Benito Mussolini.

Jugend und Ehe mit Benito Mussolini[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rachele und Benito Mussolini 1923 in Levanto, vorne (v. r. n. l.) die Kinder Edda, Vittorio und Bruno

Ihre Eltern waren der Landwirt Agostino Guidi und seine Frau Anna Lombardi. Nach dem Tod des Vaters wurde Racheles Mutter die Geliebte des ebenfalls in Predappio lebenden verwitweten Alessandro Mussolini, des Vaters von Benito Mussolini. Im Jahr 1910 zogen Mutter und Tochter in das Haus der Mussolinis.

Benito Mussolini kannte die sieben Jahre jüngere Rachele Guidi bereits seit längerem. Zwischen den beiden entwickelte sich eine Beziehung. Am 1. September 1910 wurde aus dieser Verbindung die gemeinsame Tochter Edda geboren. In der Geburtsurkunde des Kindes befand sich der Name des Vaters, es fehlte aber der Eintrag der Mutter, da das Elternpaar in wilder Ehe lebte. Das italienische Recht ermöglichte damals diese aus heutiger Sicht außergewöhnliche Regelung.

Zur gleichen Zeit pflegte Benito Mussolini eine Liebesbeziehung mit der Kosmetikerin Ida Dalser. Es ist davon auszugehen, dass die beiden 1914 geheiratet haben. Die amtlichen Unterlagen über diese Eheschließung wurden wahrscheinlich später vernichtet. Am 11. November 1915 kam Benito Albino als deren gemeinsames Kind zur Welt.[1] Die Beziehung war allerdings nicht von Dauer. Am 17. Dezember 1915, kurz nach der Geburt von Benito Albino, heirateten Benito Mussolini und Rachele Guidi vor dem Standesamt in Treviglio (Lombardei). Am 27. September 1916 kam ihr zweites gemeinsames Kind Vittorio auf die Welt. Über eine Scheidung von Ida Dalser liegen keine Erkenntnisse vor. Die Quellenlage ist unsicher, aber man kann vermuten, dass Benito Mussolini damals Bigamie begangen hat. Seine Vaterschaft im Fall Benito Albino hat er notariell bestätigt und er hat regelmäßige Geldzahlungen geleistet.[2] Das Leben von Ida Dalser, die Benito über mehrere Jahre gerichtlich verfolgte, endete in einer Nervenheilanstalt in San Clemente (Venedig), wo sie im Alter von 57 Jahren 1937 starb. Auch der Sohn Benito Albino wurde politisch verfolgt und am 26. August 1942 im Alter von 27 Jahren in der Nervenheilanstalt von Limbiate vermutlich umgebracht.[1]

(v. l. n. r.) Rachele, Anna Maria, Romano, Benito, Bruno, Edda und Vittorio (ca. 1930)

Nach Mussolinis Machtergreifung bestätigten Rachele und Benito ihre Eheschließung im Dezember 1925 durch eine kirchliche Trauung. Benito Mussolini pflegte diverse Liebschaften und prahlte gerne mit seinen Erfolgen bei den Damen. Während der Zeit des Faschismus galt Rachele in der Öffentlichkeit als vorbildliche Hausfrau und Mutter. Insgesamt entstammen der Ehe fünf Kinder:

Am 27. April 1945 wurde Benito Mussolini zusammen mit seiner damaligen Geliebten Claretta Petacci in Dongo am Comer See von Partisanen gefangen genommen und am folgenden Tag gemeinsam mit seiner Begleitung hingerichtet.

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rachele gehörte damals nicht zur Begleitung ihres Ehemanns. Sie floh kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Richtung Schweiz. Dabei geriet sie ebenfalls in der Nähe des Comer Sees in Gefangenschaft. Sie wurde der Amerikanischen Armee übergeben und für mehrere Monate auf der Insel Ischia gefangen gehalten.[3]

Später eröffnete Rachele ein kleines Restaurant in ihrem Heimatort Predappio. Zehn Jahre nach dem Tod ihres Ehemanns wurde ihr erlaubt, seinen Leichnam auf den Friedhof von Predappio zu überführen. Ihr Restaurant entwickelte sich zu einer Pilgerstätte für politische Anhänger des Faschismus. Teilweise mit Unterstützung Dritter schrieb sie mehrere Bücher über die Zeit mit Benito Mussolini. So erschien 1974 unter dem Titel „Benito ed io una vita insieme“ (Deutsch: „Mussolini: Eine intime Biographie“) ihre Lebensbeschreibung, die sie gemeinsam mit Albert Zarca verfasst hat, dem Autor einer Biografie über Benito Mussolini.[4] Rachele Mussolini verstarb 1979 im Alter von 89 Jahren in Forli.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rachele Mussolini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Richard Owen: Power-mad Mussolini sacrificed wife and son, The Times. 13. Januar 2005. Archiviert vom Original am 29. Juni 2011. 
  2. Roberto Olla: Mussolini's complicated love life. 17. Oktober 2011. Abgerufen am 14. Juni 2014.
  3. Rupert Colley: Rachele Mussolini – a summary. 30. Oktober 2013. Abgerufen am 11. Juni 2014. 
  4. Rachele Mussolini, Albert Zarca: Mussolini: an intimate biography. Morrow, 1974, ISBN 978-0-688-00266-4.