Clara Sahlberg

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Clara Sahlberg (* 3. Juli 1890 in Rixdorf bei Berlin, jetzt Berlin; † 13. April 1977 in Fleisbach bei Herborn) war eine deutsche Gewerkschafterin.

Leben[Bearbeiten]

Clara Sahlberg war das zweite von insgesamt 9 Kindern. Ihr Vater, Richard Sahlberg, starb vermutlich 1905. Danach war sie zusammen mit ihrer Mutter für den Lebensunterhalt der restlichen Familie zuständig. Dies hieß zur damaligen Zeit in der Regel Heimarbeit in elenden und ungesunden Wohnverhältnissen bei sehr geringen Löhnen.

Nach dem Abschluss der Volksschule erlernt Clara Sahlberg das Schneiderhandwerk um sich danach in Abendkursen der Handelsschule weiterzubilden. Im Jahr 1909 tritt sie in den Gewerkverein der Heimarbeiterinnen für Kleider- und Wäschekonfektion ein. Dort arbeitet sie als Bürohilfskraft. 1912 wird sie als Sekretärin im Hauptvorstand zuständig für Sozialpolitik. Unter ihrer Mitwirkung wird 1922 Heimarbeit in die Kranken- und Invalidenversicherung einbezogen, 1923 erhalten Fachausschüsse das Recht, verbindliche Mindestentgelte festzusetzen. 1929 schließt sie sich dem Christlich-Sozialen Volksdienst (CSVD) an. 1928 wechselt sie zum Zentralverband christlicher Transport- und Fabrikarbeiter, wo sie als geschäftsführendes Vorstandsmitglied für die Frauen- und Jugendarbeit zuständig ist. Nach dem Verbot der christlichen Gewerkschaften wird Clara Sahlberg 1933 von den nationalsozialistischen Machthabern entlassen und ist längere Zeit arbeitslos. Obgleich sie auch von der Gestapo überwacht wird, trägt sie mit dazu bei, die gewerkschaftlichen Verbindungen aufrechtzuerhalten. Während des Krieges findet sie eine Anstellung beim Arbeitsamt in Berlin, wo sie später, ohne Mitglied der NSDAP zu sein, Leiterin eines wichtigen Ressorts wird. Als Gegnerin des Regimes verhilft sie mit so genannten Unbedenklichkeitsbescheinigungen einer großen Zahl von Bedrängten und Verfolgten zur lebensrettenden Ausreise. Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 hilft sie auch dem von der Gestapo fieberhaft gesuchten christlichen Gewerkschaftsführer und Widerstandskämpfer Jakob Kaiser: mit einem gefälschten, auf König statt Kaiser ausgestellten Arbeitsbuch und mit Lebensmitteln, die sie für den untergetauchten Jakob Kaiser besorgt. Sie gefährdet sich damit selbst aufs Höchste.

Nach Kriegsende wirkt Clara Sahlberg in Berlin und in der sowjetischen Besatzungszone mit am Aufbau der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands, der Ost-CDU. Wie Jakob Kaiser ist sie überzeugte Verfechterin der Gewerkschaftseinheit und beteiligt sich ehrenamtlich an der Arbeit des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes. 1948 distanziert sie sich jedoch, weil der FDGB unter kommunistischer Lenkung steht, und sie gehört zu denen, die in den Westsektoren von Berlin die Unabhängige Gewerkschaftsopposition aufbauen.