Claudia Stamm

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Claudia Stamm (2011)

Claudia Stamm (* 8. Oktober 1970 in Würzburg) ist eine deutsche Politikerin (mut). Vom 3. April 2009 bis zu ihrem Austritt aus der Partei im März 2017 war sie Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag. Von März 2017 bis Oktober 2018 nahm sie dieses Mandat als fraktionsloses Mitglied wahr, danach schied sie aus dem Landtag aus.[1] Mitte 2017 gründete Stamm die Partei mut und wurde eine ihrer Gründungsvorsitzenden.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Claudia Stamm ist die Tochter der CSU-Politikerin und ehemaligen Landtagspräsidentin Barbara Stamm. Sie verbrachte während ihrer Gymnasialzeit ein Jahr als Austauschschülerin in Illinois/USA und erwarb dort das High School Diploma. Nach dem Abitur 1990 am Wirsberg-Gymnasium in Würzburg absolvierte sie ein Magisterstudium Politologie und Philosophie mit Schwerpunkt Frauenforschung, zunächst an der Universität Eichstätt, dann an der Universität Köln, vier Jahre lang in Berlin und schließlich an der Universität Salamanca/Spanien. In ihrer Magisterarbeit an der FU Berlin befragte sie Frauen, die im Widerstand gegen den spanischen Diktator Francisco Franco aktiv gewesen waren. Anschließend arbeitete sie freiberuflich bei einem Frauenverband. Nachdem sie bei mehreren Redaktionen des Bayerischen Rundfunks (BR) zunächst hospitiert hatte, war sie seit 1999 als freie Autorin und Redakteurin beim BR tätig (vor allem im Nachrichtenprogramm B5 aktuell).

Claudia Stamm war mit dem Fotografen Hajü Staudt (ebenfalls Gründungsmitglied der Partei mut) bis zu dessen überraschendem Tod am 30. Juli 2018 verheiratet und hat aus dieser Ehe zwei Töchter und drei erwachsene Stiefkinder.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Grünen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Landtagswahlen 2008 trat Claudia Stamm für Bündnis 90/Die Grünen Bayern als Direktkandidatin im Stimmkreis München-Giesing an und auf Platz neun der Liste für den Wahlkreis Oberbayern[4] verfehlte jedoch zunächst knapp (um 70 Stimmen) den Einzug in den Landtag. Nachdem die Landtagsabgeordnete Barbara Rütting im März 2009 aus gesundheitlichen Gründen den Verzicht auf ihr Mandat erklärt hatte, rückte Claudia Stamm am 3. April 2009 für sie nach.[5] Bei der Landtagswahl 2013 wechselte sie von München in den Stimmkreis Rosenheim-Ost und trat auf Platz drei der Liste für den Wahlkreis Oberbayern an. Sie landete schließlich auf Platz vier und zog damit erneut in den Landtag ein.[6] Claudia Stamm war haushaltspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der Grünen. Zu ihren politischen Schwerpunktthemen gehörte darüber hinaus die Gleichstellungspolitik. Claudia Stamm trat im März 2012 im Landkreis Ansbach als Kandidatin für das Amt des Landrats an, gelangte mit einem Stimmanteil von knapp 20 Prozent aber nicht in die Stichwahl.[7]

Partei mut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo der Partei mut

Am 22. März 2017 teilte Claudia Stamm auf einer Pressekonferenz mit, dass sie aus der Partei Bündnis 90/Die Grünen ausgetreten sei und eine eigene Partei gründen wolle.[8] Die Partei wurde Mitte 2017 unter dem Namen mut gegründet. Stamm war gemeinsam mit dem Mitinitatior, dem Soziologen Stephan Lessenich, Gründungsvorsitzende.[2] Die Partei ist inhaltlich ökologisch und linksliberal ausgerichtet.[9] Bei der Kommunalwahl in München 2020 kandidierte Stamm auf Platz 2 der mut-Liste; die Liste errang jedoch kein Stadtratsmandat.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Deutschländer: Spektakulärer Austritt: Claudia Stamm bricht mit den Grünen. In: Münchner Merkur. 22. März 2017, abgerufen am 22. März 2017.
  2. a b Stamms neue Partei heißt "Mut". In: sueddeutsche.de. 2. Juni 2017, abgerufen am 7. April 2018.
  3. Claudia Stamm trauert um ihren Ehemann, Michael Schilling, Abendzeitung, 2. August 2018, Abruf 2. August 2018
  4. Jutta Czeguhn: Stimmkreis München-Stadt Süd: Fast wie die Mutter. In: Süddeutsche Zeitung. 17. Mai 2010, abgerufen am 23. März 2017.
  5. H. Effern, K. Auer: Die Tochter der Präsidentin. In: Süddeutsche Zeitung. 17. Mai 2010, abgerufen am 23. März 2017.
  6. Landtagswahl 2013 - Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung. Abgerufen am 20. Oktober 2018.
  7. Landkreis Ansbach: Ergebnis zur Landratswahl 2012 am 11.03.2012, Online-Veröffentlichung vom 14. März 2012, abgerufen am 22. März 2017.
  8. Spektakulärer Austritt: Claudia Stamm bricht mit den Grünen. In: Münchner Merkur. 22. März 2017, abgerufen am 23. März 2017.
  9. Bundeszentrale für politische Bildung: mut - Landtagswahl Bayern 2018. Abgerufen am 21. September 2018.
  10. Thomas Böhle, Wahlleiter: Wahl des Stadtrats 2020: Bewerbende - Stimmen und Platzierung. In: www.wahlen-muenchen.de. 19. März 2020, abgerufen am 25. März 2020.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Claudia Stamm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien