Claus Bantzer

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Claus Bantzer (2007)

Claus Bantzer (* 10. Oktober 1942 in Marburg) ist ein deutscher Kirchenmusiker, Komponist und Dirigent.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Claus Bantzer wurde 1942 in Marburg in eine Künstlerfamilie geboren (sowohl Vater als auch Großvater Carl Bantzer waren Maler). Sein älterer Bruder Christoph Bantzer ist Filmschauspieler.

Bantzer begann sein Studium von Klavier, Orgel und Dirigieren an der Hochschule für Musik in Frankfurt am Main. Er setzte sein Studium an der Hochschule für Musik in Hamburg fort, wo er Orgelschüler von Heinz Wunderlich wurde. Gleichzeitig war er dessen Assistent an St. Jacobi.

Von 1975 bis 2008 war Bantzer Organist, später Kirchenmusikdirektor an St. Johannis Harvestehude in Hamburg, wo er u. a. den Kirchenchor von St. Johannis leitete und 1999 die Musikreihe Kreuzungen – Musik verwoben gründete. Darin wurden verschiedene Kunstformen (Tanz, Malerei, Literatur oder Film) mit Improvisationen von Bantzer verbunden. An der Reihe waren unter anderem der Choreograph John Neumeier und der Schriftsteller Hamid Skif beteiligt. Dabei bezog er auch Jazzmusiker wie Leszek Zadlo oder Warnfried Altmann ein, mit denen er auch Aufnahmen einspielte. Daneben leitet er – auch nach seiner Pensionierung vom Kirchendienst im März 2008 [1] – den von ihm selbst gegründeten Harvestehuder Kammerchor. Als Dirigent arbeitet Bantzer seit seiner Gründung im Jahr 1986 mit der Hamburger Camerata zusammen.

Als Komponist von Filmmusik arbeitete er besonders intensiv mit den Regisseuren Peter Lilienthal, Doris Dörrie, Jan Schütte und Tevfik Başer zusammen.

Komponierte Filmmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirschblüten – Hanami (2008)
  • Angesichts der Wälder (1996)
  • Wasserman – Der singende Hund (1995) (TV)
  • Auf Wiedersehen Amerika (1994)
  • Lebewohl, Fremde (1991)
  • Nach Patagonien (1991)
  • Winckelmanns Reisen (1990)
  • Abschied vom falschen Paradies (1989)
  • Der Radfahrer von San Cristóbal (1988)
  • Wann, wenn nicht jetzt (1987) (TV)
  • Drachenfutter (1987)
  • Das Schweigen des Dichters (1987)
  • Adrian und die Römer (1987)
  • Paradies (1986)
  • 40 qm Deutschland (1986)
  • Männer (1985)
  • Im Innern des Wals (1985)
  • Das Wagnis des Arnold Janssen (1983)
  • Dear Mr. Wonderful (1982)
  • Geburt der Hexe (1980)
  • Der Aufstand (1980)

Andere Kompositionen - Auswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • time before – time after, komponiert zusammen mit ElbtonalPercussion-Mitglied Stephan Krause für Streicher und Schlagzeug (2007)
  • Liebe ist nichts, sie wachse denn zuhöchst, Komposition für Solo-Viola, Kammerchor und Perkussions-Ensemble nach einem Text von Paul Valéry (2002)
  • Tu deinen Mund auf für die Stummen, Jazz-Kantate, uraufgeführt vom Chor des Norddeutschen Rundfunks (1993)
  • Missa Popularis/Jazz Messe, uraufgeführt auf dem NDR Jazzworkshop am 27. November 1980

Werke auf CD - Auswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claus Bantzer: Missa, Jazz-Messe, ein Live -Mitschnitt vom 16. Juni 2001, Leitung Claus Bantzer Arte Nova (Sony BMG) 2001.
  • Es kommt ein Schiff, geladen…, Advents- und Weihnachtsmusik, Harvestehuder Kammerchor, Leitung Claus Bantzer, Arte Nova (Sony BMG) 2000.
  • Das Hohelied Salomos, Eine Sammlung Liebeslieder, Harvestehuder Kammerchor, Leitung Claus Bantzer, Arte Nova (Sony BMG) 1999.
  • Samsara, Improvisationen für Orgel von Claus Bantzer, Arte Nova (Sony BMG) 1998.
  • Chormusik der Romantik, Harvestehuder Kammerchor, Leitung Claus Bantzer, Arte Nova (Sony BMG) 1997.
  • Mariengesänge, Harvestehuder Kammerchor, Leitung Claus Bantzer, Arte Nova (Sony BMG) 1996.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Marcus Stäbler: "St. Bantzer" vom Turmweg - Claus Bantzer verlässt nach 33 Dienstjahren "seine" Kantorei an der St.-Johannis-Kirche. In: Hamburger Abendblatt vom 4. April 2008, Online unter http://www.abendblatt.de/daten/2008/04/04/865276.html (Abgerufen am 6. April 2008)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]