Cloudflare

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von CloudFlare)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Cloudflare, Inc.
Cloudflare-logo-horizontal.png
Rechtsform Corporation
Gründung 2009
Sitz San Francisco, CA, USA
Leitung Matthew Prince (CEO)
Branche Internet, Content Delivery Network
Website www.cloudflare.com

Cloudflare (Eigenschreibung: CloudFlare) ist ein dezentral aufgestelltes Content Delivery Network mit anhängigem DNS. Es werden Server in 30 Rechenzentren[1] in 22 Ländern[2] verteilt betrieben.

Michelle Zatlyn, Lee Holloway und der aktuelle CEO Matthew Prince entwickelten Cloudflare 2009, der offizielle Start wurde im September 2010 auf der TechCrunch Disrupt Conference verkündet.[3] Im Jahr 2010 wurden rund 150 Millionen Interaktionen einzelner Benutzer bei 5 Milliarden Seitenabrufen pro Monat gezählt.[4] Der Dienst sicherte Anfang 2012 etwa 250.000 Websites beispielsweise gegen Nachfragespitzen ab.[5] Im März 2013 wurde mehr als das Dreifache, rund 780.000 Seiten, als aktueller Stand genannt.[6]

Im Oktober 2011 wurde das Unternehmen vom Wall Street Journal als „Most Innovative Network & Internet Company“ bezeichnet.[7]

Das Weltwirtschaftsforum erwähnte die Algorithmen Cloudflares wegen ihrer Anpassungsfähigkeit im Bericht Technology Pioneers 2012.[8]

Die 2011 aktive Hackergruppe LulzSec nutzte die Plattform für den Betrieb ihrer Website, nachdem der vorherige Provider nicht ausreichend Kapazität bereitstellen konnte. Nach einigen öffentlichkeitswirksamen Aktionen, dem Hack der Website Sonys und dem Diebstahl einer Million Zugangsdaten oder dem DDoS der CIA Homepage, führten Leitmedien und Blogs eine breite und kontroverse Debatte, ob Cloudflare ohne richterlichen Beschluss den Auftritt LulzSecs lediglich auf Bitten der CIA offline nehmen sollte.[9][5][10] Cloudflare berief sich in einem Blogpost auf Informationsfreiheit und lehnte mit dem Hinweis auf Zensur ab.[11]

Im Juni 2012 gelang es der Hackergruppe UGNazi durch Lücken in Googles Benutzerauthentifizierung die Website 4chan zu verunstalten, die durch den Dienst eigentlich geschützt sein sollte.[12]

Neben dem Auftritt der Band Metallica und verschiedenen staatlichen Institutionen gehört auch Wikileaks zu den Kunden Cloudflares, was nach anhaltenden Attacken auf Wikileaks ebenfalls zu einer breiten medialen Beleuchtung führte.[13][14]

Im Februar 2013 veröffentlichte das Zero Science Lab einen vergleichenden Report, wie angreifbar die Web Application Firewall von Cloudflare via Penetrationtesting wäre. Gegenüber den beiden Wettbewerbern erwies sich Cloudflare als am wenigsten resistent.[15]

Cloudflare schloss sich 2013 dem von Mozilla initiierten Aufruf für mehr Transparenz beim Abfragen von Nutzerdaten durch die US-Regierung („The Internet Sector calls for Greater Transparency in Requests for User Data“) an, der in StopWatching.Us,[16] einem offenen Brief an den Kongress der Vereinigten Staaten aufging.[17]

Seit dem 29. September 2014 bietet Cloudflare allen Kunden eine kostenfreie SSL-Verschlüsselung unter dem Namen Universal SSL an, welche mittels Server Name Indication realisiert wird.[18]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Joshua Motta: Johannesburg: CloudFlare’s 30th data center. Cloudflare. 9. Dezember 2014. Abgerufen am 19. Januar 2015.
  2. CloudFlare system status. Cloudflare. Abgerufen am 19. Januar 2015.
  3. Our story. Cloudflare. Abgerufen am 15. August 2011.
  4. Nicole Henderson: CloudFlare Gets an Unusual Endorsement from Hacker Group LulzSec. In: Webhost Industry Review. 17. Juni 2011. Abgerufen am 15. August 2011.
  5. a b Wie sich Lulzsec vor Hacks schützte, golem.de. Abgerufen am 14. Juli 2013
  6. Router-Update fegt 785.000 Websites aus dem Netz, golem.de. Abgerufen am 24. Juli 2013.
  7. CloudFlare Named Most Innovative Network & Internet Technology Company. CDN-Advisor.com. 20. Oktober 2011. Abgerufen am 13. November 2012.
  8. Technology Pioneers 2012. World Economic Forum. September 2011. Abgerufen am 6. September 2011.
  9. An inside view of Lulzsec's hacking rampage, cnn.com. Abgerufen am 14. Juli 2013.
  10. How we got caught in lulzsec CIA crossfire, zdnet.com. Abgerufen am 14. Juli 2013.
  11. On LulzSec, Censorship & CloudFlare, blog.cloudflare.com. Abgerufen am 14. Juli 2013.
  12. 4chan durch Einbruch in CloudFlare Server gehackt. golem.de. Abgerufen am 14. Juli 2013.
  13. CloudFlare Was Down Due To Edge Routers Crashing, Taking Down 785,000 Websites Including 4chan, Wikileaks, Metallica.com, techcrunch.com. Abgerufen am 24. Juli 2013.
  14. CloudFlare Helps Save Wikileaks' Bacon, techcrunch.com. Abgerufen am 24. Juli 2013.
  15. Protect Your Website Vulnerabilities With a WAF – New Comparison Report – CloudFlare vs Incapsula vs ModSecurity. In: Tony on Security. Tony Perez. Abgerufen am 14. April 2013.
  16. StopWatching.Us
  17. The Internet Sector Calls for a Greater Transparency, blog.mozilla.org. Abgerufen am 24. Juli 2013.
  18. Introducing Universal SSL. 29. September 2014. Abgerufen am 16. Dezember 2014.