Collegium 1704

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Collegium 1704 ist ein tschechisches Ensemble, das auf Aufführungen Alter Musik in historischer Aufführungspraxis spezialisiert ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Orchester wurde 1991 von dem Cembalisten Václav Luks (* 1970) gegründet. Der aus knapp 20 Mitgliedern bestehende gemischte Chor Collegium vocale 1704 wurde 2005 im Rahmen des Projekts Musikbrücke Prag-Dresden gegründet. Er vervollständigt das rein instrumentale Collegium 1704 und ermöglicht die Aufführung auch großer Vokalwerke und hat damit das Repertoire des Ensembles neu definiert. Václav Luks ist auch Leiter des Gesamt-Ensembles.

Das barocke Repertoire bestimmt zusammen mit der historisch informierten Aufführungspraxis die Besetzung: Neben den üblichen Streicherapparat mit 1. und 2. Violinen, Violen, Violoncelli, die Holzbläser (Traversflöten, Blockflöten, Oboen, Fagotte) - und Blechbläser (Naturtrompeten und -hörner) sowie Pauken tritt der Generalbass (Cembalo oder Orgelpositiv, Cello oder Gambe, Theorbe, Bass). Manche Kompositionen verlangen nur einen Teil dieser Komplettbesetzung.

Einen Schwerpunkt im Aufführungsprogramm bilden die Vokalwerke Passionen (Matthäuspassion BWV 244, Johannespassion BWV 245) und Motetten Johann Sebastian Bachs; auch Oratorien (Messias HWV 56) und Opern (Rinaldo HWV 7) Georg Friedrich Händels standen mehrfach auf dem Spielplan. Ein weiteres Hauptaugenmerk liegt auf dem Œuvre des böhmischen Barockkomponisten Jan Dismas Zelenka. Das Ensemble hatte Auftritte bei den Musikfestivals Prager Frühling, Festival de Sablé in Sablé-sur-Sarthe, Festival de La Chaise-Dieu, Festival de Musique de Sully & du Loiret und Musikfestival Heiliger Wenzel in Ostrava (als Artists in Residence). Daneben bildet die Konzertreihe „Musikbrücke Prag-Dresden“ einen Tätigkeitsschwerpunkt des Ensembles, regelmäßige Konzerte in den zwei Städten erinnern an die gemeinsame Musiktradition der dortigen Fürstenhöfe.

2015 war das Collegium 1704 Ensemble in residence beim Bachfest Leipzig.

Oper[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 2014 arbeitete das Collegium 1704 unter der Leitung von Václav Luks mit Bejun Mehta an einer DVD mit Glucks Oper Orfeo ed Euridice in der Regie von Ondřej Havelka zusammen und bei der Aufnahme eines Dokuments der BBC 2 Mozart in Prag mit Rolando Villazón.[1] Das Ensemble war auch an Aufnahmen zu dem Film Il Boemo in der Regie von Petr Václav über das Leben von Josef Mysliveček beteiligt.[1]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jan Dismas Zelenka: Missa 1724 (Accent, 2020)
  • Magdalena Kožená: Il giardino dei sospiri | Marcello, Vinci, Leo, Gasparini, Händel (Accent, 2019)
  • Georg Friedrich Händel: Messias (Accent, 2019)
  • Johann Sebastian Bach: Oboe concertos et cantatas (Accent, 2018)
  • Josef Mysliveček: Violin Concertos (Accent, 2018)
  • Jan Dismas Zelenka: Sonatas ZWV 181 | a 2 oboi (violino) e 2 bassi obligati /2CD/ (Accent, 2017)
  • Jan Dismas Zelenka: Missa Divi Xaverii ZWV 12 (Accent, 2015)
  • Johann Sebastian Bach: Messe h moll BWV 232 (Accent, 2013)
  • Jan Dismas Zelenka: Officium defunctorum ZWV 47 / Requiem ZWV 46 (Accent, 2011)
  • Antonín Reichenauer: Concertos | Koncerty (Supraphon, 2010)
  • Jan Dismas Zelenka: I Penitenti al Sepolcro del Redentore (Zig-Zag Territoires, 2009)
  • Jan Dismas Zelenka: Missa votiva (Zig-Zag Territoires, 2008)
  • Jan Dismas Zelenka: Composizioni per Orchestra | Orchestrální skladby (Supraphon, 2005)
  • Jiří Antonín Benda: Harpsichord Concertos | Koncerty pro cembalo (ARTA Records, 2005)
  • Henrico Albicastro: Concerti a quattro, op. 4 (PAN Classics, 2001)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Collegium 1704. Abgerufen am 19. Juni 2020.