Collio

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Dieser Artikel behandelt die Region im Friaul, die Gemeinde ebenda siehe Brda (Slowenien). Zum italienischen Leichtathleten siehe Simone Collio.
Collio Goriziano / Goriška brda (Alpen)
Collio Goriziano / Goriška brda
Collio Goriziano / Goriška brda

Koordinaten: 46° 0′ 0″ N, 13° 30′ 0″ O

Der Collio Goriziano oder einfach Collio, slowenisch Goriška brda oder nur Brda, furlanisch Cuei (alle jew. ‚Hügel‘) oder deutsch: das Görzer Hügelland, ist eine Weinbau-Region innerhalb der italienischen Region Friaul und der slowenischen Region Goriška. Cormons und Gorizia/Nova Gorica sind die wichtigsten Orte dieser Region, das Bergland stellt die slowenische Gemeinde Brda (Collio) dar.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Collio-Gebiet erstreckt sich zwischen Gorizia (Gorica/Görz) am Isonzo (Soča) entlang der slowenisch-italienischen Grenze nach Nordwesten bis etwa Mernico im Tal des Judrio, südöstlich von Cividale. Dabei gehört das eigentliche Hügelland, am Fuß von Sabotin (609 m), Strmec (501 m), Nad Rabom (632 m) und Korada (632 m), noch zu Slowenien, und die Hügelkante zu Italien. Diese Berge bilden die Vorkette des Kambreško (Sankt Gregorsberg) zwischen dem Judrio und dem Durchbruchstal der unteren Soča (Spodnja Soška dolina).

Weinbaugebiet Collio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grenze zur benachbarten DOC Colli Orientali del Friuli bildet das Flüsschen Judrio. Diese Grenze ist historisch begründet, da das Collio bis nach dem Ersten Weltkrieg zu Österreich gehörte, die Colli Orientali del Friuli nur bis 1868. Sowohl die Rebsorten als auch der Boden sind weitgehend ähnlich. Das zentrale Gebiet jedoch liegt in den Hügeln um Cormòns.[1]

Südlich liegt das Isontino (DOC Isonzo).

Erzeugung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Gebietsverlust im Zweiten Weltkrieg wurde der Collio auf nur 1.600 Hektar Weinberge verkleinert. 2014 wurden von 321 Erzeugerbetrieben von 1262 Hektar Rebfläche 63.032 Hektoliter DOC-Wein erzeugt.[2] Seit 1968 hat der Wein eine „kontrollierte Herkunftsbezeichnung“ (Denominazione di origine controllata – DOC), die zuletzt am 7. März 2014 aktualisiert wurde.[1]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Weine werden produziert: „Collio Goriziano Chardonnay“ (auch Riserva), „Collio Goriziano Malvasia“ (auch Riserva), „Collio Goriziano Muller Thurgau“ (auch Riserva), „Collio Goriziano Picolit“, „Collio Goriziano Pinot bianco“ (auch Riserva), „Collio Goriziano Pinot Grigio“ (auch Riserva), „Collio Goriziano Ribolla“ oder „Ribolla gialla“ (auch Riserva), „Collio Goriziano Riesling“ (Riesling renano, auch Riserva), „Collio Goriziano Sauvignon“ (auch Riserva), „Collio Goriziano Friulano“ (auch Riserva), „Collio Goriziano Traminer aromatico“ (auch Riserva), „Collio Goriziano Cabernet“ (auch Riserva), „Collio Goriziano Cabernet franc“ (auch Riserva), „Collio Goriziano Cabernet sauvignon“ (auch Riserva), „Collio Goriziano Merlot“ (auch Riserva), „Collio Goriziano Pinot nero“ (auch Riserva).

  • Weine mit den oben genannten Spezifikationen müssen zu mindestens 85 % aus der genannten Rebsorte gekeltert werden.[1]
  • Weine mit der Spezifikation „Collio Goriziano Cabernet“ dürfen aus Cabernet franc- und/oder Cabernet Sauvignon- und/oder Carménère-Trauben erzeugt werden.
  • Es werden zwei Arten von Verschnittweinen erzeugt: „Collio Goriziano Bianco“ (auch mit der Auszeichnung Riserva) und „Collio Goriziano Rosso“. Diese Weine müssen aus den für diese Region zugelassenen Rebsorten, in beliebigem Verhältnis, gekeltert werden. Ausnahme: Müller-Thurgau und Traminer dürfen nur bis zu einem Anteil von 15 % zugesetzt werden.

Weinbaugebiet Brda[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Slowenischerseits werden besonders Chardonnay und Sauvignon, Beli pinot (Weißburgunder), Sivi pinot (Grauburgunder) und verschiedene Cabernets angebaut. Lokale Spezialität ist der Rebula, eine autochthone, nur hier und im Vipavatal vorkommende Sorte für einen spritzigen Weißwein. Bekannt sind auch der fruchtige Pikolit und der Furlanski tokaj (Friauler Tokai). Häufigster Rotwein ist ein schöner Merlot.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sacrario militare di oslavia

Von Gorizia kommend fährt man vorbei an einer Militärgedenkstätte der Isonzo-Schlachten des Ersten Weltkrieges, dem Sacrario militare di Oslavia und kommt so nach San Floriano del Collio. Von der Kirche und dem Schloss, das der Familie des Grafen Formentini gehört, hat man einen Blick über einen Teil des Collio. Fährt man weiter nach Nordwesten, gelangt man in den Hauptort des Collio-Gebiets, nach Cormòns.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Produktionsvorschriften und Beschreibung, auf wineacts.com, abgerufen am 11. Juli 2016.
  2. Weinbau in Zahlen 2014. (PDF, italienisch), auf federdoc.com