Constantin Uhde

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Uhde 1885

Constantin Uhde, häufig auch Konstantin Uhde, (* 23. März 1836 in Braunschweig; † 31. Mai 1905 ebenda; vollständiger Name: Constantin Ernst Carl James Uhde) war ein deutscher Architekt und Hochschullehrer am Collegium Carolinum in Braunschweig.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn des Hochschullehrers August Uhde besuchte das Martino-Katharineum in Braunschweig. Seine Mutter war Caroline Dorothea Pauline Henriette Macrae of Holmains († 12. Dezember 1880). Er studierte zunächst von 1854 bis 1857 Bauwissenschaften am Collegium Carolinum, um anschließend in der Herzoglichen Baudirektion und der Herzoglichen Eisenbahnverwaltung zu arbeiten. Dort wirkte er als Ingenieur an der Errichtung der Staatsbahn Holzminden–Kreiensen mit.

Zwischen 1863 und 1865 hielt Uhde sich für einen längeren Studienaufenthalt in Frankreich auf, wo er u.a. Vorlesungen bei Viollet-le-Duc in Paris hörte und bei Restaurierungsprojekten unter Émile Boeswillwald (1815–1896) an der Saint-Chapelle und am Dom zu Orleans mitarbeitete.

Von 1865 bis 1901 dozierte Uhde am Collegium Carolinum, ab 1871 als Professor für Antike Baukunst. Mehrere Studienreisen führten ihn während dieser Zeit u.a. zu den Weltausstellungen in Paris (1867) und Wien (1873), nach Italien (1869, 1872, 1878, 1883 und 1886), England (1859, 1887), Schottland und Irland (1890/1891) und auf die Iberische Halbinsel (1888/1889).

1877 war er einer der Gründer des Braunschweiger Kunstgewerbevereins, als dessen Vorsitzender er von 1884 bis 1903 amtierte. 1881 war Uhde eines der Gründungsmitglieder des Feuchten Pinsels, eines Stammtisches, der Künstler und Kunstinteressierte in Braunschweig zusammenbrachte.

Uhde reiste 1893 im Auftrag des Deutschen Reichs zur Weltausstellung nach Chicago und wurde im selben Jahr zum Geheimen Hofrat ernannt. 1898 wurde ihm für seine Verdienste das Kommandeurkreuz 2. Klasse des Ordens Heinrichs des Löwen verliehen.

Bauten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uhde war stark vom Architekten Gottfried Semper beeinflusst. Er baute fast ausschließlich in Braunschweig im Stil der italienischen und deutschen Neorenaissance.

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing

Bild Gebäude Lage Baujahr Bemerkung
Braunschweig Brunswick Synagoge (1899).jpg Neue Braunschweiger Synagoge und jüdisches Gemeindehaus Braunschweig 1873–1875 Beim Novemberpogrom 1938 schwer beschädigt und 1940 wegen angeblicher „Baufälligkeit“ abgerissen.
Braunschweig altes TU-Gebäude.jpg Neubau des Collegium Carolinum in Braunschweig Braunschweig 1877 Heute Technische Universität Braunschweig
Braunschweig Villa Rimpau (2010).JPG Villa Rimpau Braunschweig 1881
Löbbeckes Villa.JPG Villa Löbbecke auf Löbbeckes Insel Braunschweig 1881
Braunschweig Brunswick Haus zur Sonne (2004).JPG Haus zur Sonne Braunschweig 1885
Cramer von Clausbruchsche Villa Braunschweig 1889 Villa des August Cramer von Clausbruch (1854–1927) mit Renaissance-Elementen. 1933 bis 2016 Krankenhaus St. Vinzenz.
Braunschweig Bankhaus Loebbecke.jpg Bankhaus Löbbecke Braunschweig 1892
Synagoge in der Lessingstraße Wolfenbüttel 1893 Beim Novemberpogrom 1938 zerstört.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alcalá de Henares Treppenhaus des erzbischöflichen Palais (Baudenkmaeler in Spanien und Portugal) 1888.
  • Constantin Uhde: Neubau der Herzoglichen Technischen Hochschule in Braunschweig. Wasmuth, Berlin (1881).
  • Constantin Uhde: Öffentliche und Privat-Gebäude. Behrens, Braunschweig 1887.
  • Constantin Uhde (Hrsg.): Baudenkmaeler in Spanien und Portugal. Wasmuth, Berlin 1892 (Band 1: PDF-Datei; 70 MB, Band 2: PDF-Datei; 59 MB).
  • Constantin Uhde (Hrsg.): Baudenkmäler in Großbritannien. Wasmuth, Berlin 1894.
  • Constantin Uhde: Die Konstruktionen und die Kunstformen der Architektur : ihre Entstehung und geschichtliche Entwickelung bei den verschiedenen Völkern. 4 Bände. Wasmuth, Berlin 1902–1911.
    • Band 1: Die Konstruktionen und die Kunstformen : ihre geschichtliche, systematische Entwickelung, begründet durch Material und Techniken. Wasmuth, Berlin 1902.
    • Band 2: Der Holzbau : seine künstlerische und geschichtlich-geographische Entwickelung, sowie sein Einfluss auf die Steinarchitektur, Wasmuth, Berlin 1903.
    • Band 3: Der Steinbau in natürlichem Stein : die geschichtliche Entwickelung der Gesimse in den verschiedenen Baustilen. Wasmuth, Berlin 1904.
    • Band 4, Halbband 1: Der Steinbau in künstlichem Stein : die geschichtliche Entwickelung der Gesimse in den verschiedenen Baustilen. Wasmuth, Berlin 1905.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Constantin Uhde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien