CyberGhost VPN

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CyberGhost VPN
CyberGhost Logo
Benutzeroberfläche des CyberGhost VPN-Clients
CyberGhost VPN Windows-Client
Basisdaten
Maintainer CyberGhost S.R.L.
Entwickler CyberGhost S.R.L.
Erscheinungsjahr 2004
Aktuelle Version 5.0.14.7
(13. November 2014)
Betriebssystem Microsoft Windows, Mac OS X, Linux, Apple iOS und Android[1]
Kategorie VPN
Lizenz Freeware
Deutschsprachig Ja
cyberghostvpn.com

CyberGhost VPN ist ein Internet-Anonymisierungsdienst, der durch die CyberGhost S.R.L. im rumänischen Bukarest betrieben wird. Das Unternehmen bietet einen OpenVPN basierenden proprietären Client, die Dienstleistung kann alternativ mit den VPN-Protokollen L2TP/IPSec, PPTP oder OpenVPN benutzt werden. Eingeschränkte Funktionen sind kostenlos, erweiterte Funktionen als kostenpflichtige Abonnements erhältlich.

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Funktionsweise[Bearbeiten]

CyberGhost VPN richtet ein verschlüsseltes Virtual Private Network ein. Der Anwender loggt sich mit der ihm von seinem Provider zugewiesenen eindeutigen IP-Adresse ins VPN-Netz ein und erhält daraufhin die Adresse eines Anonymisierungsservers, so dass für die vom Anwender danach aufgesuchten Webseiten der ausgewählte VPN-Server als Adressat erscheint.

Die Anbindung vom Anwender zu den Servern des Dienstes ist mit 256 Bit AES verschlüsselt. Die Verbindung von den Servern des Dienstes weiter ins Internet verläuft anonymisiert und soll damit helfen, die Privatsphäre des Anwenders zu sichern und ihn vor Datenspionage und Überwachung durch Webseitenbetreiber sowie andere interessierte Seiten zu schützen. Der Schutz basiert in erster Linie auf einem Austausch der IP-Adresse des Anwenders. Der proprietäre Windows-Client sperrt auf Anwenderwunsch auch die Übermittlung identifizierender Daten wie Betriebssystem- sowie Browser-Kennnungen, entfernt sogenannte 'Social Plug-ins' wie den Facebook-Like-Button und blockiert Tracking- und Analyse-Webseiten auf Grundlage der AdBlock Plus-Community-Filterlisten.

Die wählbaren Anonymisierungsserver befinden sich in verschiedenen Ländern, Kunden erhalten so Zugriff auf Webseiten und Inhalte die nach geographischen Kriterien blockiert werden (siehe hierzu auch Geotargeting).

Der Anbieter betreibt eigene Domain Name Server (DNS). Regionale Zensoren sollen auf diese Server des Dienstanbieters nicht zugreifen können.

Laut Anbieter verfügt jeder intermediäre Server über eine Firewall, die eingehenden Traffic abblockt und damit bestimmte Attacken aus dem Internet verhindern soll.

Wichtige Merkmale des Dienstes[Bearbeiten]

Anonymisierung und freier öffentlicher Zugang: Auf den Servern des Dienstes findet ein Austausch der IP-Adresse des Anwenders durch eine IP-Adresse des Dienstes statt, die mit allen Benutzern des angewählten Servers geteilt wird. Die IP-Adresse des Dienstes soll sich rückwirkend mit keiner realen Identität eines individuellen Nutzers in Verbindung bringen lassen. Zusätzlich bestehe laut Anbieter die Möglichkeit, den Web-Proxy des Dienstes[2] innerhalb einer VPN-Verbindung als weitere Anonymisierungsmaßnahme zu nutzen (Kaskadierung). Die Konto-Eröffnung als Voraussetzung zur Teilnahme am Dienst erfolgt komplett anonym durch willkürliche Angabe beliebiger Nutzerdaten; der Zugang kann zeitlich unbegrenzt genutzt werden. Hierfür steht eine limitierte Anzahl Server in verschiedenen Ländern zur Verfügung.

Software[Bearbeiten]

CyberGhost VPN wird in erster Linie als proprietärer Client mit eigenem Installer für Microsoft Windows (Vista, 7, 8, 32- und 64-Bit), Mac OS X und Android angeboten. Die Software verfügt über Tracking-Sperren, eine Verbindungsüberwachung und erlaubt die Konfiguration von Proxy-Servern zur Kaskadierung. Für andere Plattformen und Anwender, die native Protokolle bevorzugen, stehen OpenVPN, L2TP (mit IPSec-Verschlüsselung) und PPTP (Point-to-Point Tunneling Protocol) für eine manuelle Konfiguration zur Verfügung. Anzumerken ist, dass PPTP in der Vergangenheit kompromittiert wurde und als nicht mehr zu 100 % sicher bezeichnet werden kann.

Dienststruktur[Bearbeiten]

CyberGhost S.R.L. bietet seinen VPN-Dienst in verschiedenen Varianten an: das Basismodell ist kostenfrei, jedoch funktionell limitiert. So bestehen eine Warteschleife beim Einloggen (abhängig von der Server-Auslastung), die Einblendung von Eigenwerbung und keine Möglichkeiten, native Protokolle zu verwenden. In den kostenpflichtigen Tarifen entfallen diese Einschränkungen. Die CyberGhost VPN-Server stehen in vielen west- und osteuropäischen Staaten, Asien und den USA. Die Anzahl der für Abonnenten verfügbaren Server steigt mit dem Tarif.

Öffentliche Rezeption[Bearbeiten]

In Deutschland bekannt ist beispielsweise die jährlich wiederkehrende Partnerschaft mit der Computer Bild aus dem Springer-Verlag, Hamburg, die komplette kommerzielle 12-Monats-Abos beinhaltet. Weitere Medienpartner sind Komputer Swiat und PC Format (Polen), Computer Shopper, PC Pro und PC Advisor (Großbritannien), Chip (Tschechien, Rumänien), PC Magazin, PC-Welt und PCgo (Deutschland), PCforAlla (Schweden), Computer easy (Niederlande), Win Magazine, Computer Bild und Idea web (Italien).

Öffentliche Aufmerksamkeit fand die Crowdfunding-Aktion des Unternehmens zum Jahresende 2012, die in der Folge den unlimitierten freien Zugang zum Dienst ermöglichte, der vorher auf maximal 1 Gigabyte Datentraffic pro Monat begrenzt war[3]. Auf diese Weise versucht CyberGhost VPN, sich neben The Onion Router (Tor) als alternativer öffentlich verfügbarer Anonymizer zu positionieren – gleichwohl der prinzipiell kommerzielle Charakter des CyberGhost-Dienstes einen Vergleich mit dem nicht kommerziell orientierten und erster Linie von engagierten Internetnutzern betriebenen Tor schwierig macht (siehe hierzu den Abschnitt „Kritik“).

Kritik[Bearbeiten]

Wie bei allen kommerziellen VPN-Diensten sind die Anwender auch bei CyberGhost VPN auf die Zusicherung angewiesen, keine Anwender-Aktivitäten zu verfolgen, keine persönlichen Daten zu erheben, zu speichern und auf Anforderung preiszugeben. Der Dienst begegnet diesem systemimmanenten Misstrauen mit der komplett anonymen Kontenerstellung und der Bereitschaft, sich von unabhängigen Netz- und Bürgerrechtsorganisationen kontrollieren und auf Einhaltung der Zusagen überprüfen zu lassen.

Strafverfolgung und Vorratsdatenspeicherung[Bearbeiten]

Da ein Anonymisierungsdienst prinzipiell zu kriminellen Zwecken missbraucht werden kann, sieht er sich von Seiten der Strafverfolgungsbehörden ebenfalls starker Kritik ausgesetzt. CyberGhost begegnet diesen Forderungen mit dem Argument, dass es gerade die gesetzestreuen Bürger seien, die von einer Anonymisierung am meisten profitierten, indem sie ungehindert ihre Rechte im Internet wahrnehmen könnten. Deren Interessen wögen eindeutig schwerer – zumal sich laut Angaben von CyberGhost nahezu alle polizeilichen Ermittlungen der letzten Jahre auf Warenwirtschafts-Vergehen bezogen und nicht ein Ersuchen auf die Herausgabe von Nutzerdaten in einem Terrorismusfall erfolgte. [4]

Nicht vollständige Anonymisierung[Bearbeiten]

Kritisiert wird ferner die von Anonymisierungsdiensten zwangsläufig in den Vordergrund gestellte Fixierung auf die IP-Adresse als Identifizierungsmerkmal, die Anwender dazu verleiten könnte, sich in falscher Sicherheit zu wiegen und zusätzliche Schutzmaßnahmen zu vernachlässigen. Jeder Computer verfügt heutzutage über sehr viele Programme, die in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen Kontakt mit dem Internet aufnehmen, mit Cookies arbeiten oder andere Identifizierungsmerkmale hinterlassen und somit den Nutzen einer verdeckten IP-Adresse mindern oder gar aufheben.

Ungenügend anonymisierter Zahlungsverkehr[Bearbeiten]

In einem Test verschiedener Anonymisierungsdienste[5] kritisierte der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (AK Vorrat) die unterstützten Zahlungsformen des Dienstes. Bemängelt wird, dass der Erwerb eines Bezahl-Tarifs die Anonymität des Anwenders gefährden könnte, da der vom Dienst beauftragte Zahlungsdienstleister keine der existierenden anonymen Zahlmethoden unterstützt, wodurch eine potenzielle Deanonymisierung nicht ausgeschlossen werden könne. Zwar bietet CyberGhost eine im Handel bar erwerbbare Box-Version an, diese ist jedoch nur im deutschen Sprachraum erhältlich. Ebenfalls seit 2013 verfügbar ist der Erwerb eines Abonnements durch Zahlung in Bitcoins.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. https://www.cyberghostvpn.com/de_de
  2. CyberGhost VPN Web-Proxy
  3. Golem.de: VPN soll per Crowdfunding kostenlos werden (20. November 2012)
  4. CyberGhost VPN: Über den Missbrauch des Anonymisierungsdienstes
  5. Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung: Internet-Anonymisierungsdienste im Test (Stand Januar 2009)