Cybinka

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Cybinka
Wappen von Cybinka
Cybinka (Polen)
Cybinka
Cybinka
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Powiat: Słubice
Fläche: 5,32 km²
Geographische Lage: 52° 12′ N, 14° 48′ OKoordinaten: 52° 12′ 0″ N, 14° 48′ 0″ O
Einwohner: 2798
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 69.108
Telefonvorwahl: (+48) 68
Kfz-Kennzeichen: FSL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: SłubiceZielona Góra
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Berlin-Schönefeld
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 16 Ortschaften
12 Schulzenämter
Fläche: 279,72 km²
Einwohner: 6611
(31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 24 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0805013
Verwaltung (Stand: 2011)
Bürgermeister: Roman Siemiński
Adresse: ul. Szkolna 5
69-108 Cybinka
Webpräsenz: www.cybinka.pl



Cybinka (deutsch Ziebingen, niedersorbisch: Zebinki)[2] ist eine Stadt im Powiat Słubicki der polnischen Woiwodschaft Lebus. Sie hat etwa 2.700 Einwohner.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt in der Neumark, 24 km südöstlich von Słubice und 61 km nordwestlich von Zielona Góra (Grünberg in Schlesien) zwischen den Flüssen Oder und Pleiske (polnisch Pliszka).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziebingen zwischen den Flüssen Oder und Pleiske südlich der Stadt Küstrin auf einer Landkarte von 1905
Schloss Ziebingen um 1900
Stadtkirche (bis 1945 evangelisch)

Die Ersterwähnung von Ziebingen stammt aus dem Jahre 1472.

Der Marktflecken befand sich von 1582 bis 1804 im Besitz der Johanniterkommende Logau.

Im Jahre 1900 wurde Ziebingen zu einer Bergarbeitersiedlung für die nahe gelegene Braunkohlengrube Steinbockwerk (Koziczyn) an der Pleiske. 1907 wurde die Eisenbahnnebenstrecke von Kunersdorf (Kunowice) bis Ziebingen in Betrieb genommen. Im Jahre 1933 lebten in dem Marktflecken im Landkreis Weststernberg 3.997 Einwohner, 1939 waren es 3.951.

In Ziebingen, wie auch in dem Dorf Aurith an der Pleiskemündung, wurde mindestens bis ins frühe 18. Jahrhundert auch Sorbisch gesprochen.[3]

Bis 1945 gehörte Ziebingen zum Landkreis Weststernberg im Regierungsbezirk Frankfurt der preußischen Provinz Brandenburg.

Im Zweiten Weltkriegs eroberte am 4. Februar 1945 die Roten Armee Ziebingen. Sie unterstellte die bei Kämpfen mit der deutschen Wehrmacht fast vollständig zerstörten Ort im März unter die Verwaltung der Volksrepublik Polen. Sie benannte den Ort in Cybinka um, gab ihm Stadtrecht, vertrieb die Einwohner und ersetzte sie durch Polen.

1957 lebten 2.357 Menschen in der Ortschaft. Die Stadtrechte von Cybinka wurden 1972 eingeschränkt, aber nicht entzogen.

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde (gmina miejsko-wiejska) Cybinka umfasst ein Gebiet von 279,7 km² mit 6.761 Einwohnern. Dazu gehören folgende Ortschaften (deutsche Namen bis 1945) mit Schulzenamt (sołectwo):

  • Białków (Balkow, niedersorbisch Bołków)
  • Bieganów (Busch)
  • Drzeniów (Drehne)
  • Grzmiąca (Grimnitz, nsb. Krjemjenica)
  • Krzesin (Kräsem)
  • Kłopot (Kloppitz, nsb. Kłopice)
  • Maczków (Matschdorf)
  • Mielesznica (Melschnitz, nsb. Malešnica)
  • Radzików (Reichenwalde)
  • Rąpice (Rampitz, nsb. Rampice)
  • Sądów (Sandow[4])
  • Urad (Aurith)

Weiterhin gibt es folgende Ortschaften ohne Schulzenamt:

  • Bełcze (Rauschmühle)
  • Białkówek
  • Bieganów (Buschvorwerk)
  • Bielewo (Sandvorwerk)
  • Borówki (Teerofen)
  • Borzyska (Teerofen)
  • Czepczynek (Buschkrug)
  • Grabiec (Untermühle)
  • Gąsiorowo (Weißer Berg)
  • Jarzębiak (Chausseekrug)
  • Jaskółczyn (Hammer)
  • Jerzmanice (Hermannia)
  • Konotopek (Kontopmühle)
  • Kłodziny (Vordermühle)
  • Mątwy (Schöpfwerk)
  • Młodno (Meldensee)
  • Nowy Maczków (Kolonie Matschdorf)
  • Płaczki (Vaterswille)
  • Radzikówek (Forsthaus Reichenwalde)
  • Rybojedzko (Oder)
  • Samosiedz (Hamelberg)
  • Sarbski Młyn (Wendischmühle)
  • Siersko (Sierzig)
  • Smogorki (Theerbude)
  • Szydłów (Schiedlo)
  • Tawęcin (Tauentzienhof)
  • Urad Górny (Auritherbrücke)
  • Wydrzyłój (Andreasmühle)
  • Załuskowo (Reichenwalde Vorwerk)

Das Mündungsgebiet der Neiße in die Oder wurde am 10. Juli 1998 zum Landschaftsschutzgebiet Krzesin (Krzesiński Park Krajobrazowy) erklärt, es hat eine Fläche von 8.546 ha.

Schloss Ziebingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss Ziebingen war das Hauptwerk des Architekten Hans Christian Genelli. Im Jahr 1751 erwarb die Familie von Burgsdorff das Schloss. Durch seinen Bewohner Wilhelm Friedrich Theodor von Burgsdorff kam es in der Zeit der deutschen Romantik als Wohnsitz Ludwig Tiecks (1801 bis 1819) in den Ruf eines Musenhofs. Im Jahr 1802 kaufte der Regierungspräsident von Frankfurt (Oder), Graf Wilhelm Finck von Finckenstein, das Schloss dem Komtur der Johanniter in Lagow, Carl Friedrich Ehrentreich von Burgsdorff, ab. Er und sein Erbe Friedrich Ludwig Karl Finck von Finckenstein gewährten den Burgsdorffs Wohnrecht. Bis 1945 gehörte das Schloss der Familie Finck von Finckenstein. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand das beschädigte Schloss unter polnischer Verwaltung lange leer. Nachdem es 1973 durch Brandstiftung niederbrannte, wurde seine Ruine in den 1980er Jahren abgetragen.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eduard Ludwig Wedekind: Sternbergische Kreis-Chronik. Geschichte der Städte, Flecken, Dörfer, Kolonien, Schlösser etc. dieses Landestheiles von der frühesten Vergangenheit bis auf die Gegenwart. Zielenzig 1855, S. 318–320.
  • W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 507.
  • Manfred Schieche, Gerhard Jaeschke: Ziebingen. Ein Marktflecken im Sternberger Land. Eigenverlag der Autoren, Eisenhüttenstadt 2001, ISBN 3-8311-2045-5.
  • Gerhard Jaeschke, Kurt Herrgoß, Manfred Schieche: Ziebingen im Sternberger Land und seine Nachbarn. Orte und ihre Menschen in Bildern. Eigenverlag der Autoren, 2003. Druck: Tastomat, Eggersdorf. ISBN 3-00-012896-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cybinka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. Lětopis: Historiski lětopis. Reihe B, Ausgabe 5. Institut za serbski ludospyt, Ludowe nakładnistwo Domowina, Budyšin [Bautzen] 1959, S. 15f.
  3. Frido Mětšk: Serbsko-pólska rěčna hranica w 16. a 17. lětstotku [Die sorbisch-polnische Sprachgrenze im 16. und 17. Jahrhundert]. In: Lětopis, Reihe B, Band III (1958), Ludowe nakładnistwo Domowina, Budyšin 1958, S. 4–25.
  4. Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafenthums Nieder-Lausitz. Band 3, Brandenburg 1856, S. 290–291.
  5. Markus Jager (Hrsg.): Schlösser und Gärten der Mark. Berlin 2006, S. 116 ISBN 978-3-936872-96-5