Bisperode

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Bisperode
Wappen von Bisperode
Koordinaten: 52° 5′ 9″ N, 9° 29′ 59″ O
Höhe: 127 m
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Postleitzahl: 31863
Vorwahl: 05159

Bisperode ist eine Ortschaft im Flecken Coppenbrügge im Kreis Hameln-Pyrmont in Niedersachsen (Deutschland). Der Ort gehört zu der „ingerode“-Namensgruppe, die vom Leinetal ausgehend gegen Ende des 13. Jahrhunderts in Begrenzung im niederdeutsch-ostfälischen Raumes auftritt und auf innerdeutsche Kolonisation durch weltliche und geistliche Grundherren hinweist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steintafel an der Schlossmauer
Die Kirche in Bisperode
Inschrift an der Kirche

Der Ort ist aus der Rodesiedlung des Bistums Hildesheim entstanden, zu dessen Grundbesitz diese Gegend gehörte. Urkundlich erwähnt wurde Bisperode zuerst 1219 als Biscopincgerothe, als der Landwirt Henrizius aus Kemnade bei Bodenwerder vom Bistum Hildesheim das Gebiet zum Lehen bekam und sich fortan Henrizius von Biscopingerrode nannte.

Nach dem Aussterben des Geschlechts der Biscopincgerothe trugen die Guts- und Gerichtsherren von dem Werder (lat.: de Insula) von 1491 bis zu ihrem Erlöschen im Mannesstamm 1665 deren Grundbesitz zu Lehen. Die Werder führten im Wappen ein weißes rotgezäumtes Roß in blauem Feld und gehörten bereits seit 1132 urkundlich nachweisbar zur Hildesheimer Ritterschaft. Nach dem Dreißigjährigen Krieg vergrößerte sich das Gut durch das Einziehen wüst gefallener Ländereien. Der 1665 verstorbene Jobst von dem Werder hinterließ fünf Töchter. Es kam daraufhin zur Einziehung des Lehens, da die Lehnskurie eine Neubelehnung der evangelischen Werdershausener Linie aus Anhalt ablehnte. So kam das Lehen an die kurkölnische Familie Wolff-Metternich zur Gracht. 1610 erfolgte die Erweiterung des Dorfes bis zum Kirchdorf Dadersen.

Im Ort befindet sich das Wasserschloss Bisperode, eine Dreiflügelanlage, die innerhalb eines rechtwinkligen, steil ummauerten Grabens liegt. Der im Inneren unvollendet gebliebene Barockbau wurde 1694 bis 1700 von dem Kapuziner Ambrosius von Oelde (Westfalen) für Hermann Werner von Wolff-Metternich zur Gracht, Fürstbischof zu Paderborn, erbaut.

Zur Entwicklung des Postwesens in Bisperode siehe: Postroute Braunschweig-Holzminden.

Im Jahre 1875 hatte Bisperode 1062 Einwohner und 158 Wohnhäuser. 1893 wurden der Schützenverein Bisperode und 1910 der Turn- und Sportverein Bisperode gegründet. 1933 leben 961 Einwohner im Ort.

Im Zuge der niedersächsischen Gebietsreform kam am 1. Januar 1973 die Gemeinde Bisperode vom Landkreis Holzminden zum Landkreis Hameln-Pyrmont und wurde ein Ortsteil des Fleckens Coppenbrügge.[1]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche St. Peter und Paul steht oberhalb des Dorfs und besteht aus einem romanischen Turm und einem barocken Langhaus aus dem Jahre 1716. Der Fachwerkanbau wurde 1770 von dem Geschlecht Hake als Familiengruft errichtet.[2] Die von der Orgelbauer-Familie Euler aus dem Reinhardswald im Jahre 1830 erbaute Orgel wurde im Jahre 2009 durch den Hersteller Seifert aus Kevelaer ersetzt. Das Orgelprospekt ist denkmalgeschützt und blieb erhalten.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat setzt sich seit Herbst 2016 aus sieben Gemeindevertretern zusammen; darunter drei Vertreter der CDU, drei der SPD und ein Vertreter der FDP. Ortsbürgermeister ist Andreas Voß (CDU), der auch Eigentümer des Rittergutes Bisperode ist.[3]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt an der Landesstraße 588.

Segelflugplatz Bisperode

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 195.
  2. Bestattungen in der Peter- und Paul-Gemeinde, www.dewezet.de, 25. Mai 2010, abgerufen am 8. Februar 2017
  3. Niederschrift über die 1. öffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Bisperode. (PDF; 116 kB) www.coppenbruegge.de, 14. November 2016, abgerufen am 8. Februar 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bisperode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien