Bad Düben

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Düben
Bad Düben
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Düben hervorgehoben
51.59194444444412.58527777777898Koordinaten: 51° 36′ N, 12° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Nordsachsen
Höhe: 98 m ü. NHN
Fläche: 45,45 km²
Einwohner: 8037 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 177 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04849
Vorwahl: 034243
Kfz-Kennzeichen: TDO, DZ, EB, OZ, TG, TO
Gemeindeschlüssel: 14 7 30 020
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 11
04849 Bad Düben
Webpräsenz: www.bad-dueben.de
Bürgermeisterin: Astrid Münster (FWG)
Lage der Stadt Bad Düben im Landkreis Nordsachsen
Arzberg Bad Düben Beilrode Belgern-Schildau Cavertitz Dahlen Delitzsch Doberschütz Dommitzsch Dreiheide Eilenburg Elsnig Großtreben-Zwethau Jesewitz Krostitz Laußig Liebschützberg Löbnitz Mockrehna Mockrehna Mügeln Naundorf Wiedemar Oschatz Rackwitz Belgern-Schildau Schkeuditz Schönwölkau Mügeln Taucha Torgau Trossin Wermsdorf Wiedemar Torgau Zschepplin WiedemarKarte
Über dieses Bild

Bad Düben ist eine Kurstadt im Landkreis Nordsachsen. Die Stadt bildet den Ausgangspunkt der Dübener Heide und liegt am rechten Ufer der Mulde.

Geographie[Bearbeiten]

Mulde bei Bad Düben

Bad Düben liegt am Südrand des Naturparks Dübener Heide, einer überwiegend mit Wald bedeckten, in der Eiszeit geformten Moränenlandschaft. Südlich von Bad Düben beginnt die Leipziger Tieflandsbucht. Südwestlich der Stadt fließt die Mulde.

Stadtgliederung

Die Stadt Bad Düben besteht nach aktueller Hauptsatzung aus Bad Düben und den zwei Stadtteilen Schnaditz und Wellaune sowie der Ortschaft Tiefensee. Diese wurde aus den Stadtteilen Tiefensee und Brösen zusammengefasst. Die Ortsteile Alaunwerk, Hammermühle und Weinbergshäuser werden nicht mehr als solche ausgewiesen.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Name „Düben“ leitet sich direkt vom obersorbischen Namen Dźěwin ab. Namensforscher sind sich über den Ursprung des Namens nicht sicher. Der Name kann von einem Personennamen abgeleitet sein („Ort eines Děva“) oder auch von „děva“ (Jungfrau) oder „dźowka“ (Tochter) kommen. Er könnte auch vom sorbischen Namen Dzewin abstammen und soviel wie Wohnort des Dzew bedeuten.

Geschichte[Bearbeiten]

Burg Düben
Denkmal des Treffens des schwedischen Königs mit dem sächsischen Kurfürsten 1631

Bad Düben hat eine mehr als 1000-jährige Geschichte. Erstmals wurde die Burg Düben im Jahr 981 unter dem slawischen Namen Dibni erwähnt. Die Burg an der Mulde ist immer noch das Wahrzeichen der Stadt. Um 1200 gründeten neben der Burg flämische Einwanderer die Gemeinde Neumark. Fränkische und sächsische Siedler übernahmen Slawische Gehöfte in der Umgebung und im Schutz der Burg entwickelte sich daraus die Stadt Düben. Im Jahr 1450 wurde die Burg Düben in der Adelsfehde zwischen den Brüdern Friedrich und Wilhelm von Thüringen vollständig zerstört. Im Jahr 1530 wurde auf der Burg der kursächsische Amtssitz Düben eingerichtet. Der legendäre Rechtsstreit zwischen dem Pferdehändler Kohlhase und dem Schlossherren von Schnaditz Günter von Zaschnitz, den Heinrich von Kleist in seiner Erzählung Michael Kohlhaas aufgriff, wurde 1533 auf der Burg verhandelt.[2]

Im Dreißigjährigen Krieg trafen sich dort 1631 Gustav II. Adolf von Schweden und Johann Georg I. von Sachsen, um ein Bündnis gegen den katholischen Kaiser Ferdinand II. zu schließen. Die verbündeten schwedisch-sächsischen Truppen schlugen in der Schlacht bei Breitenfeld die kaiserlichen Truppen unter Tilly. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt mehrfach gebrandschatzt und zerstört. 1813 war Düben für kurze Zeit das Hauptquartier von Napoleon. Von dort aus befahl er den Aufmarsch seiner Truppen zur Völkerschlacht bei Leipzig. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde Düben in das Königreich Preußen eingegliedert und Teil des Regierungsbezirks Merseburg der Provinz Sachsen.

Zwei Bataillonsfahnen der Diensteinheit Alaunwerk wurden bei einem Appell am 2. Oktober 1990, Vorabend der Übernahme durch die Bundeswehr, eingerollt.

Zusammen mit Schwemsal stellte Bad Düben ein Zentrum der Alaunproduktion in Deutschland dar.

Im Jahre 1869 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Ende des 19. Jahrhunderts begann die Stadt, sich durch die Moor- und Mineralwasservorkommen in der Umgebung als Kur- und Badeort zu entwickeln. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Düben erst zum Land Sachsen-Anhalt und ab 1952 zum Bezirk Leipzig.

1948 wurde der Stadt Düben der Titel Bad verliehen.

Bad Düben wurde Garnisonsstadt mit zwei Kasernen. 1974 entstand die Unteroffizierschule VIII, später umbenannt in Militärtechnische Schule der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung Harry Kuhn, in der bis 1990 halbjährlich bis zu 2000 Zeitsoldaten, aber auch Berufssoldaten und Wehrpflichtige ausgebildet wurden. Das Objekt nutzt heute die Bundespolizei. Die Kaserne im Ortsteil Alaunwerk, auch Heidekaserne genannt, war Standort des Bataillons Chemische Abwehr 3 und des Detonometrie- und Aufklärungsbataillons 3 der NVA. Von 1990 bis 1996 war es Standort des ABC-Abwehrbataillons 705 der Bundeswehr. In der Kaserne wurde 2005 der Film NVA von Leander Haußmann gedreht.

Seit 1990 gehört Bad Düben zum Bundesland Sachsen.

Am 1. Januar 1993 wurde Wellaune eingemeindet.[3] Schnaditz und Tiefensee folgten am 1. Januar 1999.[4]

Politik[Bearbeiten]

Rathaus
Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 42,9 %
 %
40
30
20
10
0
34,4 %
23,5 %
18,5 %
13,7 %
7,2 %
2,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-2,0 %p
-4,5 %p
-4,2 %p
+0,9 %p
+7,2 %p
+2,6 %p

Stadtrat und Ortschaftsräte[Bearbeiten]

Der Stadtrat wurde zuletzt am 7. Juni 2009 für fünf Jahre gewählt und besteht aus 18 gewählten Mitgliedern, davon entfallen sieben Sitze auf die CDU, drei Sitze auf die Freie Wählergemeinschaft, drei Sitze auf Die Linke, zwei Sitze auf die SPD, ein Sitz auf die FDP und zwei Sitze auf den Bürgerkreis Bad Düben (im Laufe der Legislaturperiode von ehem. Mitgliedern der „Freie Wählergemeinschaft“ gegründet). Von den 18 Mitgliedern sind fünf Frauen und 13 Männer.

Für die ausgewiesenen Stadtteile/Ortschaften wurde jeweils ein Ortschaftsrat gebildet und ein ehrenamtlich tätiger Ortsvorsteher gewählt. Dies sind für den Stadtteil Schnaditz fünf Mitglieder, die Ortschaft Tiefensee fünf Mitglieder und den Stadtteil Wellaune vier Mitglieder.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bad Düben pflegt eine Städtepartnerschaft mit Diez (Rheinland-Pfalz).

Wappen[Bearbeiten]

Die Stadt Bad Düben führt als Stadtwappen zwei blaue Pfähle auf goldenem Grund. Zwischen den Pfählen befindet sich eine Lilie mit lindgrünen Blättern und weißer Blüte. Über dem Wappen ist ein blonder Engelskopf mit silbernen Flügeln angebracht. Die Mantelzier besteht aus Ranken in Form von Flammen.[5]

Das Stadtwappen war erstmals 1705 als ein sogenanntes Gnadenwappen erschienen, das vom Landesherrn an einige Städte wegen der großen Brandschatzungen und Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg vergeben worden war. Die blauen Pfähle auf goldenem Grund weisen auf die Zugehörigkeit Dübens zum Osterland (Markgrafschaft Landsberg) hin. Der Engelskopf symbolisiert die große kirchliche Bedeutung Dübens. Düben war Sitz eines Erzpriesters unter dem Archidiakonat Wurzen des Bistums Meißen. Dieser verwaltete den ganzen Nordwestteil des Bistums bis an die untere Mulde.

Die Lilie im Schild anstelle des Zepters dürfte zu deuten sein mit gnadenreicher Herrschaft. Sie ist aber auch ein Zeichen für die Gerichtsbarkeit. Die Stadt war auch Amtssitz.

Kliniken

Kurstadt[Bearbeiten]

  • Der Neubau des Waldkrankenhauses Bad Düben befindet sich am Kurpark. Das Fachkrankenhaus für Orthopädie mit seinen 145 Betten gehört zur MediClin-Gruppe. Früher befand sich das Klinikum gleichen Namens im Ortsteil Hammermühle, es verfällt zusehends. Es war bis zur Wende eines der angesehensten Fachkrankenhäuser für Orthopädie in der DDR.
  • Das Reha-Zentrum für Orthopädie, Kardiologie und Neurologie hat ebenfalls MediClin als Träger.
  • Das im Januar 2000 eröffnete Heide Spa versteht sich als Kur-, Gesundheits-, Wellness- und Veranstaltungszentrum.

Verkehr[Bearbeiten]

Muldebrücke

Bad Düben liegt am Schnittpunkt der Bundesstraßen 2, 107, 183 und 183a. Die Brücke über die Mulde in Bad Düben ist zwischen Pouch und Eilenburg die einzige; flussabwärts gab es in Rösa eine Fähre, deren Betrieb eingestellt wurde. Dagegen wird der Fährbetrieb flussaufwärts in Gruna aufrechterhalten.

Der Bahnhof Bad Düben an der Bahnstrecke Pretzsch–Eilenburg wird gegenwärtig nur zu besonderen Anlässen angefahren. Die Stadt ist über mehrere Linien der SaxBus Eilenburger Busverkehr an den ÖPNV im Großraum Leipzig angebunden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stadtkirche
  • Burg Düben mit Heimatmuseum
  • Historische Schiffsmühle an der Mulde
  • Rathaus (zur vollen Stunde zwischen 9 und 18 Uhr treffen zwei Ziegenböcke am Rathausturm symbolisch aufeinander)
  • Markt-Apotheke, im Jahr 1702 durch August den Starken privilegiert
  • Museumsdorf Obermühle mit Wassermühle und Bockwindmühle. Letztere musste im Jahr 2000 in Glesien dem Ausbau des Flughafens Leipzig-Halle weichen, wurde in den Niederlanden renoviert und Pfingsten 2006 in Bad Düben aufgestellt.
  • Die Stadtkirche mit 62 m Turmhöhe ist das höchste Gebäude der Stadt.
  • Katholische Kirche aus dem Jahr 1957
  • Pesttor aus dem Jahr 1577 am Friedhof
  • Blücherdenkmal
  • Weitere Sehenswürdigkeiten in den Stadtteilen Schnaditz (Schloss, barocke Kirche), Tiefensee (Kursächsische Postmeilensäule, Kirche mit Fachwerkturm) und Wellaune (Kohlhaasen-Krug mit Gedenkstein)

Tourismus[Bearbeiten]

Rotes Ufer
  • Lutherweg Sachsen
  • Muldentalradwanderweg
  • Rotes Ufer (Abraumhalde durch den Abbau von Alaun an der Mulde entstanden)
  • Moorlehrpfad am Kurpark
  • ältester öffentlicher Kurpark Deutschlands mit Kurhaus

Veranstaltungen und Konzerte[Bearbeiten]

Als größere Veranstaltungen finden das Asche abkehren in Tiefensee, die Osterfeuer (Schnaditz und Tiefensee), das Lindenblütenfest und das Junkerfest im Schlosspark in Schnaditz und die Kohlhaas Festtage in Wellaune statt. Von Mai bis September gibt es alle zwei Wochen Kurkonzerte auf der Kurparkbühne am Kurhaus Bad Düben. Ende Mai wird alljährlich das ein Wochenende andauernde Stadtfest abgehalten.

Einmal im Monat gibt es das so genannte Abendsingen bzw. ein Oratorienkonzert (zweimal im Jahr) der Kurrende Bad Düben. Die Kurrende besteht seit 30 und der dazugehörende Posaunenchor seit 60 Jahren, mit mehr als 80 Mitgliedern. Der Verein widmet sich in erster Linie der geistlichen Chor- und Bläsermusik. Dazu gehören u. a. vier- bis achtstimmige Motetten alter und neuer Meister, Kantaten von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Felix Mendelssohn Bartholdy, das Weihnachtsoratorium und die Johannespassion von Bach. Einmal im Jahr findet auch eine Aufführung eher weltlicher Art statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Joachim Böttcher: Bilder aus der DDR. Bad Düben. Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-134-9
  • Hans-Joachim Böttcher: Archivbilder Bad Düben. Sutton Verlag, Erfurt 2005, ISBN 978-3-89702-814-2
  • Hans Funk: Das alte DÜBEN neu entdeckt. Bilder aus vergangenen Jahren. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2003, ISBN 3-89570-851-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Düben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Düben – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Zu Hans Kohlhase, der am 22. März 1540 auf der damaligen Richtstätte am heutigen Strausberger Platz in Berlin hingerichtet wurde, vgl. Blazek, Matthias: Chronik 800 Jahre Storkow, Storkow 2008, ISBN 978-3-00-023490-3, S. 80 f.
  3. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt.
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999.
  5. Hauptsatzung der Stadt Bad Düben (PDF; 30 kB)