DG Flugzeugbau

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DG Flugzeugbau GmbH
Rechtsform GmbH
Sitz Bruchsal, Deutschland
Leitung Karl Friedrich Weber, Holger Back
Mitarbeiter 54 (2014)[1]
Branche Flugzeugbau
Website www.dg-flugzeugbau.de

Die DG Flugzeugbau GmbH in Bruchsal und deren Vorgänger befasst sich seit 1973 mit der Herstellung und dem Vertrieb von Flugzeugen, insbesondere von Segelflugzeugen. Das Unternehmen entstand aus der Glaser-Dirks Flugzeugbau GmbH, die von Gerhard Glaser und Wilhelm Dirks gegründet wurde. Der Unternehmensstandort ist Bruchsal. Derzeitige Geschäftsführer sind Karl Friedrich Weber und Holger Back. Die Gesellschaftsanteile liegen bei Karl-Friedrich und Eva-Marie Weber. Das Unternehmen beschäftigt 54 Mitarbeiter (Stand 2014). Seit der Insolvenz des Flugzeugbauers Rolladen Schneider Flugzeugbau 2003 wird von der DG-Flugzeugbau auch die Marke „LS-Flugzeugbau“ betreut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glaser-Dirks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufbauend auf Erfahrungen von Wilhelm Dirks bei der Akademischen Fliegergruppe Darmstadt konstruierte er die DG-100, die im Mai 1974 ihren Erstflug hatte. 1977 folgte die Neuentwicklung DG-200.

1978 wurde eine Kooperation mit dem slowenischen Unternehmen Elan beschlossen. Die Flugzeuge DG-100 ELAN, DG-300 ELAN und DG-500 ELAN wurden in den Jahren darauf bei ELAN und ab 1999 bei dem Nachfolgeunternehmen AMS Flight gebaut. Diese Zusammenarbeit endete Ende 2004.

Das Unternehmen stellte ab 1980 Teile der DG-200C aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff her.

DG-808B 18 m beim Eigenstart

Mit der DG-400 erweiterte man 1981 das Produktportfolio um einen Motorsegler. Das Triebwerksanzeige- und Steuergerät DEI ermöglichte technisch wenig versierten Personen die Handhabung des motorisierten Flugzeugs.

In den folgenden Jahren entstanden die Doppelsitzer DG-500 und DG-1000 und die 18-m-Flugzeuge DG-600 und DG-800. Alle Flugzeuge sind motorisiert erhältlich.

Aufgrund von Lieferproblemen des Motors der eigenstartfähigen DG-800A und damit Auslieferungsverzögerungen diese Flugzeugtyps ging das Unternehmen Glaser-Dirks Flugzeugbau GmbH im Frühjahr 1996 in Konkurs.

DG Flugzeugbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 1996 fanden sich mit Karl Friedrich Weber, dessen Frau Eva-Marie Weber und (vorübergehend) Gerhard Wolff finanzkräftige Investoren, und es wurde das Nachfolgeunternehmen DG Flugzeugbau GmbH gegründet. Weber investierte in die Weiterentwicklung der DG-800, in die Neuentwicklung des Doppelsitzers DG-1000 und in eine moderne Produktionsstätte direkt am Flugplatz von Bruchsal. Diese wurde im Dezember 2000 in Betrieb genommen.

DG-1000 über der Fabrik

Im gleichen Jahr erfolgte der Erstflug der neu entwickelten DG-1000S, 2004 folgte die Version mit Heimkehrhilfe. Im April 2010 wurde die erste selbststartfähige Version des Doppelsitzers DG-1001M ausgeliefert.

2003 übernahm DG Flugzeugbau das finanziell angeschlagene Unternehmen Rolladen Schneider Flugzeugbau GmbH und schloss dessen Standort in Egelsbach. Kurz darauf ging Rolladen Schneider in die Insolvenz. Das besonders erfolgreiche Standardklasseflugzeug LS8 wird danach von DG Flugzeugbau weiterhin in Serie gebaut und wurde weiterentwickelt. Das letzte LS-Modell LS10 wurde ebenfalls zur Serienreife weiterentwickelt und steht in der Produktion. Außerdem erhielt DG-Flugzeugbau die Musterbetreuung der ausgelaufenen Muster LS1, LS3 und LS9. Die Muster LS4 und LS6 wurden samt Herstellungswerkzeugen von dem Unternehmen AMS in Slowenien übernommen.[2] Allerdings wurden dort bis zur Aufgabe der Produktion von Segelflugzeugen 2009 nur einige wenige LS4 und keine LS6 gebaut. Die Musterbetreuung der beiden Typen wurde schließlich wieder von DG übernommen. Zu diesem Zeitpunkt endete nach 26 Jahren auch die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen.

Im Winter 2009 kündigte Karl Friedrich Weber an, dass für die Musterbetreuung älterer DG- und LS-Segelflugzeugtypen künftig ein kostenpflichtiger Betreuungsvertrag mit der DG Flugzeugbau GmbH vereinbart werden müsse. Die jährlich zu entrichtende Gebühr für alle nicht von der eigenen Firma gebauten Flugzeuge stieß auf großen Widerstand bei den Flugsportlern und Vereinen. Seither sinkt der Wert gebrauchter DG- und LS-Flugzeuge kontinuierlich.

Zukunft des Unternehmens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2003 gründete Karl-Friedrich Weber die DG-Kunststofftechnik GmbH mit dem Ziel, das im Flugzeugbau gewonnene Know-how in anderen Bereichen der Industrie anwenden zu können. Zahlreiche Projekte dieses neuen Geschäftsfelds leisteten einen maßgeblichen Beitrag zum Umsatz des Unternehmens. Mittlerweile mit dem Flugzeugbau vereint, soll die Kunststofftechnik die Zukunftsfähigkeit von DG Flugzeugbau sichern.

Beispiele für die Bereiche „Composite“ und „Engineering“ sind die Herstellung von:

  • Windkrafträdern
  • Schiffspropellern
  • Medwalls (medizinische Geräteträger in Ambulanzflugzeugen und -hubschraubern)
  • Hochpräzisionsummantelungen von Elektromotoren
  • Fassadenelemente
  • die Composite-Teile für den Volocopter[3]

Seit Anfang 2014 verfügt das Unternehmen über eine CNC-Fräse, um Fräsarbeiten an Urmodellen günstiger anbieten zu können.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: DG Flugzeugbau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.dg-flugzeugbau.de/zwei-marken-d.html
  2. http://www.dg-flugzeugbau.de/ls-start-d.html
  3. http://www.dg-flugzeugbau.de/index.php?id=volocopter.html