DXen

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Ausbreitungslinie für eine Funkverbindung Berlin-Sydney (kurzer Weg) über Almaty und Hanoi, Distanz 16000 km

DXen (von DX für „distance“ [1] oder „distant exchange“[2]) bedeutet in der Funkbetriebstechnik die Versuche, weit entfernte Sender zu empfangen oder mit einer weit entfernten Funkstation in Verbindung zu treten.

Grundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Empfang von weit entfernten Sendeanlagen wird durch Reflexionen der Radiowellen an der Ionosphäre ermöglicht (Lang-, Mittel- und Kurzwelle), während im UKW-Bereich zeitweilige Überreichweiten in der Troposphäre oder der Ionosphäre (Sporadic-E) den Empfang ermöglichen. Das Reflexionsverhalten der Ionosphäre ist von der Tages- und Jahreszeit sowie der Sonnenaktivität (Sonnenflecken) abhängig. Als Spezialgebiet der Meteorologie gibt es für Ausbreitungsbedingungen einen Funk-Wetterbericht sowie Ausbreitungsvorhersagen.

DX im Amateurfunkdienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestätigung einer Fernverbindung in Morsetelegrafie auf dem 40-Meter-Band zwischen den USA und Zaire auf einer QSL-Karte

Im Amateurfunkdienst hat DX(-en) eine ähnliche Bedeutung. Funkverbindungen auf der Kurzwelle, die zwischen unterschiedlichen Kontinenten getätigt werden, gelten als DX. Eine andere Definition besagt, dass im Kurzwellenbereich Funkverbindungen ab 3000 km als DX-Verbindungen eingestuft werden. Im VHF-, UHF- und SHF-Bereich werden Funkverbindungen dann als DX bezeichnet, wenn sie über Entfernungen jenseits der quasioptischen Sicht hinaus stattfinden – zur Vereinfachung wird im 2-Meter-Band und im 70-Zentimeter-Band bei Entfernungen von mehr als 300 km von DX gesprochen.

DXpeditionen (als Fieldday, auf z. B. schwer zugänglichen Inseln, in Länder ohne einheimische Funkamateure oder in die Antarktis) ermöglichen DX-Verbindungen zu selten im Amateurfunk erreichbaren Gegenden. Funkamateure bestätigen einander oft DX-Verbindungen mit QSL-Karten, seit den 1990er Jahren hat aber daneben der Abgleich von Logbüchern über das Internet an Bedeutung gewonnen. Ferner ermöglichen im Internet öffentlich zugängliche Logbücher (Online-Logs), besonders von Stationen, die von vielen Amateuren angerufen werden, eine zusätzliche Möglichkeit der Überprüfung, ob Verbindungen geglückt sind.

CB-Funk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DXen ist auch im CB-Funk möglich, aufgrund der Charakteristiken der Frequenzen um 27 MHz allerdings nur bei seltenen guten Ausbreitungsbedingungen.

Rundfunk-DX[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestätigung eines Empfangsberichts aus Deutschland durch Radio Korea (1991)

Der Empfang von amplitudenmodulierten Kurzwellensendern ist mit jedem normalen Radio möglich, das einen Empfangsteil für ein Kurzwellen-Frequenzband besitzt. Weltempfänger bieten besonders gute Voraussetzungen zum DXen, da sie mehrere Kurzwellenbänder empfangen können und zum Teil über Möglichkeiten zur Wiedergabe von Sendungen in weiteren Sendearten verfügen.

Der Kurzwellenempfang, sowohl von großen Auslandssendern als auch von weit entfernten lokalen Radiosendern, wird verbreitet als Hobby betrieben. Allein im deutschsprachigen Europa verzeichnen Kurzwellen-Hörerklubs mehr als 4000 Mitglieder, die sich oft auch mit Fernempfang in anderen Wellenbereichen, insbesondere dem Lang- und Mittelwellenbereich, befassen. Viele, die das DX-Hobby betreiben, senden per Briefpost oder e-mail Hörberichte an die Sender und lassen sich diese durch QSL-Karten bestätigen.

Alle ARD-Anstalten und großen Auslandssender bestätigen korrekte Hörberichte mit QSL-Karten, ebenso manche Inlandssender und Nichtrundfunksender wie Zeitzeichendienste, jedoch stehen finanzielle Einschränkungen dem Versand zunehmend entgegen. Auch ist die Zahl der aktiven Rundfunksender im Lang-, Mittel- und Kurzwellenbereich stark zurückgegangen.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • UKW-Empfang spanischer Sender bei Überreichweiten in Mitteleuropa.
  • Empfang entfernter NDBs im Langwellenbereich.
  • Mittelwellenempfang europäischer Sender im südlichen Afrika.
  • Empfang von Kurzwellenrundfunk aus aller Welt.
  • Empfang des Morsesignals von SAQ am Alexanderson Day (Längstwelle: Sendefrequenz 17,2 kHz).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gregor Häberle, Heinz Häberle, Thomas Kleiber: Fachkunde Radio-, Fernseh-, und Funkelektronik. 3. Auflage, Verlag Europa Lehrmittel, Haan-Gruiten, 1996, ISBN 3-8085-3263-7
  • Stratis Karamanolis: Alles über CB Ein Handbuch für den CB Funker. 2. Auflage, Karamanolis Verlag, Putzbrunn, 1977

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werner Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF (5. Aufl., 2015): Amateurfunklehrgang: Betriebstechnik und Vorschriften. Verlag für Technik und Handwerk neue Medien, Baden-Baden. ISBN 978-3-88180-803-3, Seite 27
  2. DXing - The Art of Listening to Distant Signals. Canadian Communications Foundation. Abgerufen am 17. August 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]