Dakota Access Pipeline

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Karte der Dakota Access; Gelb: Standing Rock Reservation
Bau der Dakota Access an der 50th Avenue bei New Salem, (Nord-Dakota)

Die Dakota Access Pipeline (kurz DAPL), auch Bakken Pipeline genannt, ist eine weitgehend fertiggestellte Erdölpipeline in den USA mit einer Länge von 1.880 km. Sie führt von der erdölreichen Bakken-Formation in North Dakota durch die US-Bundesstaaten South Dakota und Iowa zum Pipelineknotenpunkt Patoka, Illinois.

Ihr Bau wird und wurde von über die USA hinausgehenden Protesten begleitet und nach mehrmaligen gerichtlichen Stopps zuletzt im Dezember 2016 durch den Präsidenten Barack Obama bis auf Weiteres auf Eis gelegt.[1] Sein Amtsnachfolger Donald Trump plädierte für die Fertigstellung des Projekts und hob per Dekret entsprechende Entscheidungen auf. Die Eröffnung der Pipeline ist für Juni 2017 geplant.[2]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Endausbau soll die Pipeline 75.000 m³ (470.000 Barrel) Rohöl pro Tag nach Patoka, Illinois transportieren. Von dort aus kann das Öl über andere Pipelines weiter zu Raffinerien am Golf von Mexiko und der Ostküste der USA transportiert werden.[3]

Bauherr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Initiator des rund 3,8 Milliarden US-Dollar teuren Projekts ist der Pipelinebetreiber Energy Transfer Partners.[4][5] Das Projekt wird von einer Reihe von Banken finanziert, unter anderem von JP Morgan Chase, Goldman Sachs, CitiBank, Morgan Stanley, BayernLB, Wells Fargo, BNP Paribas, SunTrust, Royal Bank of Scotland, Bank of Tokyo Mitsubishi, Mizuho Bank, TD Securities, ABN Amro Capital, Credit Agricole, Intesa Sanpaolo, Natixis, BBVA Securities, DNB First Bank, ICBC London, SMBC Nikko Securities, Societe Generale und der Bank of America.[6][7][8]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das US Army Corps of Engineers (USACE) genehmigte das Projekt im Juli 2016. Die Gegner der Pipeline klagen vor Bundesgerichten gegen die Baupläne. Die Genehmigung für den Bauabschnitt in der Standing Rock Reservation wurde vom USACE erteilt, obwohl die bundesstaatlichen Behörden Environmental Protection Agency, das Department of the Interior und das Advisory Council on Historic Preservation darauf aufmerksam machten, dass durch das USACE kein adäquate Umweltverträglichkeitsprüfung (Environmental Impact Statement) erfolgte. Besonders im Bezug auf die Gefährdung der Trinkwasserreserven sei keine ausreichende Prüfung erfolgt.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rachel Dicker: A Lot of People Aren't Fans of This Pipeline in North Dakota. In: U.S. News & World Report. 8. September 2016, abgerufen am 12. September 2016.
  2. Meenal Vamburkar, Andrew M. Harris, Ari Natter: Energy Transfer to Get Dakota Access Pipeline Approval From U.S. In: Bloomberg.com. 7. Februar 2017.
  3. Dakota Access Pipeline. In: www.daplpipelinefacts.com. Abgerufen am 15. September 2016.
  4. Demonstrators protest Dakota Access Pipeline in downtown Chicago. In: WGN-TV. 9. September 2016, abgerufen am 12. September 2016.
  5. Company Overview. In: www.energytransfer.com. Abgerufen am 9. September 2016.
  6. Deutsche Banken verdienen am Bau der Pipeline mit. Abgerufen am 10. September 2016.
  7. Who's Investing in the Dakota Access Pipeline? Meet the Banks Financing Attacks on Protesters. In: Democracy Now! Abgerufen am 10. September 2016.
  8. Who's Banking on the Dakota Access Pipeline? In: littlesis.org. Abgerufen am 10. September 2016.
  9. Georgianne Nienaber Writer: DAPL Pipeline Interests Try Outrageous Fait Accompli and Destroy Ancient Sites. In: The Huffington Post. 4. September 2016, abgerufen am 9. September 2016.