Daniela De Ridder

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Daniela De Ridder (2017)
Video-Vorstellung (2014)

Daniela De Ridder (* 27. November 1962 in Kiel) ist Sozial- und Kommunikationswissenschaftlerin. Seit September 2013 ist sie Bundestagsabgeordnete als Mitglied der SPD-Fraktion.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daniela De Ridder wurde 1962 in Kiel geboren. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie mit ihrem belgischen Vater und ihrer deutschen Mutter überwiegend in Belgien. Wohnhaft war die Familie dabei zunächst in Brüssel, später in Kelmis im deutschsprachigen Teil Belgiens. Sie besitzt neben der deutschen auch die belgische Staatsangehörigkeit.

Nach dem am Königlichen Athenäum in Eupen erworbenen Abitur studierte De Ridder Romanistik, Kunstpädagogik, Sozial- und Kommunikationswissenschaften an der RWTH Aachen, dem Institut Saint-Luc im belgischen Lüttich und an der Georg-August-Universität Göttingen. Promoviert wurde die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin an der Universität Osnabrück mit ihrer Doktorarbeit zum Thema „Vom urbanen Sozialraum zur telekommunikativen Stadtgesellschaft“. Sie absolvierte ein Volontariat bei der einzigen deutschsprachigen Tageszeitung in Belgien, dem Grenz-Echo in Eupen.

Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

De Ridder ist freiberufliche Unternehmensberaterin für Hochschulen, Unternehmen und Kommunen. Ihre Expertise in der Beratung erwarb sie durch die Leitung der Frauenbüros und als Gleichstellungsbeauftragte an der Universität Göttingen und der Leuphana Universität Lüneburg sowie an der Stiftung Fachhochschule Osnabrück. Zudem war sie Wissenschaftlerin am Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Lüneburg sowie im Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Nordostniedersachsen. Zu ihrem Profil gehören auch Forschungstätigkeiten in den Feldern Familien-, Jugend-, Bildungs-, Stadt- und Regional- sowie Migrationssoziologie. Als Lehrbeauftragte für Hochschulmanagement arbeitete sie an der Hochschule Osnabrück und der Universität Bremen.

Als Sprecherin der Gleichstellungsbeauftragten an Niedersächsischen Stiftungshochschulen sowie der Bundeskonferenz der hochschulischen Gleichstellungsbeauftragten war sie von 2003 bis 2006 tätig. Anschließend war sie Projektleiterin bei CHE Consult in Gütersloh.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

De Ridder ist seit 1992 Mitglied in der SPD. Von 2008 bis 2011 stand sie der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) im Landkreis Osnabrück vor, von 2009 bis 2011 war sie Beisitzerin im Kreisvorstand der SPD im Landkreis Osnabrück. Im Jahr 2011 trat sie für die SPD im Landkreis Grafschaft Bentheim als Kandidatin für die Landratswahl an. Unterstützt wurde sie dabei auch durch die Partei Bündnis 90 / Die Grünen sowie durch das Bürgerforum Emlichheim. Bei der Landratswahl am 11. September 2011 unterlag sie mit 48,05 Prozent ihrem CDU-Gegenkandidaten. Von November 2011 bis August 2014 war De Ridder Kreisvorsitzende der SPD in der Grafschaft Bentheim. Seit 2016 ist sie Mitglied im Kreistag des Landkreises Grafschaft Bentheim sowie im Samtgemeinderat ihrer Heimatgemeinde Schüttorf.

18. Legislaturperiode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bundestagswahl am 22. September 2013 zog De Ridder über Platz 10 der niedersächsischen Landesliste in den Bundestag ein. In der 18. Legislaturperiode war sie Mitglied im Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Dort war sie als Berichterstatterin u. a. zuständig für die Themenfelder „Fachhochschulen in Deutschland“, „Forschung und Entwicklung an kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU)“ sowie für den gesamten Bereich „Gute Lehre“ an Hochschulen. Stellvertretend war sie Mitglied im Bundestagsausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur. Ebenfalls engagierte sich De Ridder im Stiftungsrat „Deutsche Stiftung Friedensforschung“ und war stellvertretende Vorsitzende der deutsch-belgisch-luxemburgischen Parlamentariergruppe.

In der SPD-Bundestagsfraktion fungierte sie als Mitglied in der Arbeitsgruppe Demografischer Wandel, Migration und Integration sowie als stellvertretende Projektleiterin für „#NeueChancen – Wertschätzung für Bildung und Arbeit“.

19. Legislaturperiode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

De Ridder zog bei den Bundestagswahlen am 24. September 2017 über den 4. Listenplatz der niedersächsischen SPD erneut in den Bundestag ein. Sie ist Mitglied und stellvertretende Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses. Sie ist unter anderem Mitglied im Unterausschuss zivile Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln, stellvertretende Vorsitzende des Unterausschusses für zivile Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln und stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Französischen Parlamentariergruppe. Des Weiteren ist sie:

  • Ordentliches Mitglied in der AG Kommunalpolitik
  • Ordentliches Mitglied in der Parlamentarischen Versammlung der OSZE
  • Ordentliches Mitglied im Interfraktionellen Auswahlgremium des Deutsches Bundestages für das Gästeprogramm der Bundesrepublik Deutschland
  • Ordentliches Mitglied in der Parlamentariergruppe BENELUX
  • Stv. Mitglied im Parlamentarischem Beirat für nachhaltige Entwicklung
  • Stv. Mitglied im Verwaltungsrat des Deutsch-Französischen Jugendwerkes
  • Stv. Mitglied in der Interparlamentarischen Union

De Ridder hat im Deutschen Bundestag den Arbeitskreis „Regionale Strukturentwicklung“ ins Leben gerufen.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

De Ridder ist Mitglied bei der Arbeiterwohlfahrt, der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung, bei den Osnabrücker Friedensgesprächen, des Förderkreises der Städtischen Galerie Nordhorn, der Kunsthalle Lingen, des Meppener Kunstkreises, der Kunstvereine Nordhorn und der Grafschaft Bentheim sowie im Kreislandfrauenverband Grafschaft Bentheim. Sie hat eine Patenschaft für das Mehrgenerationenhaus „Senfkorn“ in Emlichheim und das DRK-Mehrgenerationenhaus in Nordhorn übernommen.

Auszeichnungen und Orden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Trägerin des Ordens als Großoffizierin des Leopoldsordens
  • Promotionspreis von Arbeit und Leben (2006)
  • Auszeichnung der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • De Ridder, Daniela: Die gestiegenen Abbrecherquoten an Fachhochschulen senken, in: Tagesspiegel 20. Juli 2017.
  • De Ridder, Daniela: Medizinstudium. Studieren mit Risiken und Nebenwirkungen, in: Tagesspiegel 28. Juni 2016.
  • De Ridder, Daniela / Jorzik, Bettina (Hrsg.): Kernelemente eines Diversity-Audits für Hochschulen. Essen 2012.
  • De Ridder, Daniela: Wie kommt mehr "Familie" in die "Work-Life-Balance"? – Familienorientierung in der medizinischen Aus-, Weiterbildung und Berufstätigkeit. In: GMS Zeitschrift für Medizinische Ausbildung, ISSN 1860-3572, 2012.
  • De Ridder, Daniela: Diversity Management – Herausforderungen für das Hochschulmanagement? In: Österreichische Qualitätsagentur / Austrian Agency for Quality Assurance (AQA) (Hrsg.): Personalmanagement als Schlüssel zur nachhaltigen Hochschulentwicklung. Wien 2011.
  • De Ridder, Daniela: Hochschulstandort mit großem Potential, FAZ Beilage „Wirtschaftsstandort NRW“, 30. Juni 2010.
  • De Ridder, Daniela: From Cost to Benefit? Zur wachsenden Relevanz von Gleichstellungsmanagement an Hochschulen. In: Christian Berthold, Günter Scholz, Hanns N. Seidler, Brigitte Tag (Hrsg.): Handbuch Praxis Wissenschaftsfinanzierung, B 2.6. Berlin 2009.
  • De Ridder, Daniela; Brandenburg, Uwe; Seifert, Stefanie; Schwerdtfeger, Ruth: Diversity in neighbouring countries of Germany. Gütersloh 2009.
  • De Ridder, Daniela; Berthold, Christian: Interne Zielvereinbarungen als hochschulisches Steuerungsinstrument. In: Berthold, Christian / Scholz, Günter / Seidler, Hanns H. / Tag, Brigitte Tag (Hrsg.): Handbuch Praxis Wissenschaftsfinanzierung. Berlin 2008.
  • De Ridder, Daniela: Berufungsverhandlungen an Fachhochschulen. Verhandlungsgegenstand, -inhalt und -strategien, in: Berthold, Christian/ Günter Scholz/Hanns. H. Seidler, Brigitte Tag (Hrsg.): Handbuch Praxis Wissenschaftsfinanzierung. 2007.
  • De Ridder, Daniela: Studieren mit Kind – eine Initiative von Universität, Studentenwerk und Stadt Osnabrück. Osnabrück 2007.
  • De Ridder, Daniela: Vom urbanen Sozialraum zur telekommunikativen Stadtgesellschaft. Frankfurt 2006.
  • De Ridder, Daniela: KOMET – Kompetenz und Orientierung durch Mentoring, Empowerment und Transfer. Osnabrück 2006.
  • De Ridder, Daniela; Palandt, Olga: Kindercampus an der FH Osnabrück. Osnabrück 2006.
  • De Ridder, Daniela: ProFHilia: Vom Beruf zur Berufung: Welche Wege führen in die FH-Professur? Osnabrück 2006.
  • De Ridder, Daniela: Masterplan Gender und Diversity Management der Fachhochschule Osnabrück. Osnabrück 2005.
  • De Ridder, Daniela: Maßnahmenkatalog zum Masterplan Gender und Diversity Management der Fachhochschule Osnabrück. Osnabrück 2005.
  • De Ridder, Daniela; Engel, Helga; Edit Kirsch Auwärter; Kriszio, Marianne; Mitzdorf, Ulla: BuKof-Stellungnahme zu den Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Ausgestaltung von Berufungsverfahren. Bonn/Berlin 2005.
  • De Ridder, Daniela: Agentinnen des Wandels mit neuen Strukturen und Strategien? Göttingen 2005.
  • De Ridder, Daniela: FH Osnabrück: Informationen zum Studium. Osnabrück 2005.
  • De Ridder, Daniela; Engel, Helga; Edit Kirsch Auwärter; Kriszio, Marianne; Mitzdorf, Ulla: BuKof-Stellungnahme zur Exzellenz-initiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen: Anregungen zur Ausgestaltung und Konkretisierung von Konzepten zur Gleichstellung von Männern und Frauen in den Anträgen. 2005.
  • De Ridder, Daniela: Frauen in Führungspositionen: Zwischen Soft Skills und harten Fakten – Leitung als Strategie. Hannover 2005.
  • De Ridder, Daniela: Kulturelle Vielfalt – Grenzen der Duldsamkeit? (Moderation), Osnabrück 2005.
  • De Ridder, Daniela; Engel, Helga;  Edit Kirsch Auwärter; Kriszio, Marianne: BuKof- Positionspapier zur Akkreditierung von Studiengängen – Berücksichtigung des Qualitätsmerkmals Gender. Bonn 2004.
  • De Ridder, Daniela; Engel, Helga; Edit Kirsch Auwärter; Kriszio, Marianne: BuKof-Positionspapier zum Wissenschafts-Tarifvertrag. Bonn/Berlin 2004.
  • De Ridder, Daniela; Engel, Helga;  Edit Kirsch Auwärter; Kriszio, Marianne: Stellungnahme zur gegenwärtigen Diskussion um die Förderung von "Elite-Hochschulen" bzw. um die Schaffung von einem "Netzwerk der Exzellenz" – "Elite-Campus-Deutschland". Berlin/Bonn 2004.
  • De Ridder, Daniela: Ingenieurin werden?! Entscheidungshilfen, Osnabrück 2003.
  • De Ridder, Daniela: Frauenförderrichtlinien der Fachhochschule Osnabrück, Osnabrück 2000.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Daniela De Ridder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien