Dany Boon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dany Boon, 2015

Dany Boon (* 26. Juni 1966 als Daniel Hamidou in Armentières, Département Nord) ist ein französischer Komiker, Schauspieler und Regisseur.

Leben[Bearbeiten]

Sein Vater kommt aus der Kabylei,[1] ist also algerischer Abstammung. Er war Boxer und Lkw-Fahrer.[1] Seine Mutter kommt aus Nordfrankreich, war Putzfrau und arbeitete in der Tankstelle ihrer Eltern.[2] Boon hat zwei Brüder. Sein Künstlername basiert auf der Zeichentrick-Figur Daniel Boone.[3]

Boon war von 1998 bis 2002 mit der Schauspielerin und Schriftstellerin Judith Godrèche verheiratet, mit der er einen Sohn hat. In seiner Kindheit wurde er katholisch erzogen und war er Ministrant.[1] 2002 konvertierte er auf Wunsch seiner Frau zum Judentum.[1] Im Dezember 2003 heiratete er das damals 22-jährige Model Yael Harris.[4] Er wohnt mit ihr und den drei gemeinsamen Kindern in Pacific Palisades in Los Angeles.[1] Seine Kinder besuchen dort ein französisches Lycée.[1]

Karriere[Bearbeiten]

Dany Boon bei den Dreharbeiten zu Willkommen bei den Sch'tis, Juni 2007

Er begann seine Karriere als Komiker 1989 in Paris mit Vorstellungen, die er auf der Straße oder in Kleintheatern vor nur wenig Publikum gab, während er hauptberuflich noch als Zeichner in einem Trickfilmstudio arbeitete. Ab 1992 war er jedoch regelmäßig mit seinen Sketchen und Kabarettprogrammen im französischen Fernsehen zu sehen und übernahm ab 1994 auch zahlreiche Filmrollen. So sah man ihn unter anderem in international renommierten Produktionen wie in dem für den Oscar nominierten Film Merry Christmas oder dem vielfach ausgezeichneten Streifen Mein bester Freund. Der einflussreiche Filmproduzent und erfolgreiche Talentsucher Claude Berri entdeckte Boon bei einer Theateraufführung, fand Gefallen an ihm und förderte ihn finanziell bei dessen Kinofilm Trautes Heim, Glück allein (2006). Nach diesem Erfolg mit einer Million Besuchern unterstützten ihn Berri und dessen Geschäftspartner Jérôme Seydoux sofort mit dem nächsten Filmprojekt, Willkommen bei den Sch’tis.[5]

Boon fühlt sich mit seiner Heimatregion Nord-Pas-de-Calais tief verbunden. 2003 bestritt er ein vollständiges Kabarettprogramm ausschließlich in seinem Heimatdialekt, dem ch’ti, einer regionalen Varietät des Pikardischen. Obwohl dieses Idiom für Außenstehende nur schwer verständlich ist, wurde das Programm (mit Untertiteln in französischer Sprache) über 600.000 Mal auf DVD verkauft, was für Frankreich in dieser Sparte einen neuen Rekord bedeutete.

2008 verhalf er dem ch’ti zu einem weiteren Triumph. Willkommen bei den Sch’tis, eine Produktion, bei der er Regie führte, das Drehbuch schrieb und selbst eine Hauptrolle übernahm, wurde mit über 20 Mio. Kinobesuchern auf dem heimischen Markt zum erfolgreichsten französischen Film der Geschichte.[6]. Für den Film wurde Boon vom Bundesverband kommunale Filmarbeit für herausragende Filmsynchronisation und Untertitelung ausgezeichnet.

Anschließend drehte er den Film Nichts zu verzollen, der im Januar/Februar 2011 in die französischen Kinos kam. Ab dem 27. Juli 2011 lief er in Deutschland.[2]

Programme[Bearbeiten]

  • 1992: Je vais bien, tout va bien
  • 1993: Chaud mais pas fatigué (Café de la Gare)
  • 1994: Dany Boon Fou (Théâtre Tristan-Bernard, Paris)
  • 1995/96: Dany Boon au Palais des glaces
  • 1996: Les Zacros de la télé
  • 1997: Tout entier
  • 1997: Nouveau spétak
  • 1998: Au Bataclan
  • 2000: A french comedian lost in L.A. (Melrose Theatre, Los Angeles)
  • 2001: En parfait état
  • 2003: A s'baraque et en ch'ti
  • 2006: Waïka

Bühnenstücke[Bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Teresa Schaur-Wünsch: Dany Boon: "Ich will bei guter Gesundheit sterben". In: DiePresse.com. 12. April 2014, abgerufen am 19. November 2015.
  2. a b Interview: Grenzenlos komisch. In: Trierischer Volksfreund, 27. Juli 2011.
  3. Daniel Boone war ein amerikanischer Trapper und Held einer Zeichentrick-TV-Serie, die in den 1970er Jahren wöchentlich nachmittags im französischen Fernsehen lief.
  4. Patrick Besson: Dany roots. In: Le Figaro Magazine, 5. April 2008.
  5. Romain Gubert: Bagarre pour Dany Boon. In: Le Point, 3. März 2011, engl. Übersetzung.
  6. bis dahin war dies der Louis de Funès-Klassiker Drei Bruchpiloten in Paris, auch betitelt mit „Die große Sause“ (La grande vadrouille), von 1966 gewesen