Das vergessene Tal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Filmdaten
Deutscher TitelDas vergessene Tal
OriginaltitelThe Last Valley
ProduktionslandGroßbritannien
USA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1971
Länge125 Minuten
AltersfreigabeFSK 18
Stab
RegieJames Clavell
DrehbuchJames Clavell
ProduktionMartin Baum
James Clavell
Robert Porter
für Metro-Goldwyn-Mayer
MusikJohn Barry
KameraNorman Warwick
John Wilcox
SchnittJohn Bloom
Besetzung

Das vergessene Tal (Originaltitel: The Last Valley) ist eine von James Clavell inszenierte Literaturverfilmung aus dem Jahr 1971 nach dem gleichnamigen Roman von J.B. Pick. Die Hauptrollen sind neben Michael Caine und Omar Sharif mit Florinda Bolkan und Nigel Davenport besetzt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Der Dreißigjährige Krieg begann 1618. Es begann als religiöser Krieg – Katholiken gegen Protestanten. Aber in ihrem unerbittlichen Streben nach Macht wechselten die Fürsten beider Religionen die Seiten, wie es ihnen gerade passte – und im Namen der Religion begann in Europa ein Gemetzel ohnegleichen“:[1] Vogel, ein Lehrer auf Wanderschaft, gerät durch einen Sturz über einen Hang durch Zufall in ein von der Außenwelt abgeschnittenes Dorf, das von dem bereits jahrelang schwelenden blutigen Konflikt noch unberührt ist. In weiterer Folge findet jedoch auch ein Trupp marodierender Söldner den Weg zu der abgeschiedenen kleinen Ortschaft. Vogel kann ihren Anführer, den Hauptmann, davon überzeugen, das Dorf nicht zu plündern. Stattdessen plant man, im Dorf zu überwintern und das Tal und die Dorfbewohner vor anderen Eindringlingen zu schützen. Um Ordnung und Disziplin zu wahren, lässt der Hauptmann jegliche Verstöße gegen seine Regeln streng ahnden. Vogel sichert sein eigenes Überleben, indem er als Vermittler zwischen den Soldaten und den Bewohnern auftritt. Der Söldner Hansen wird bei dem Versuch, die Bauerntochter Inge zu vergewaltigen, von Vogel aufgehalten. Unzufrieden mit der Situation im Tal verlässt Hansen das Dorf, um nur wenig später mit einem Trupp Söldnern zurückzukehren. Er ist fest entschlossen, die Herrschaft über das Dorf an sich zu reißen. Der Angriff scheitert jedoch am erbitterten Widerstand der Dorfbewohner und der Söldner, die unter dem Kommando des Hauptmanns stehen.

Im Frühjahr verlässt der Trupp das Dorf wieder, um zur Unterstützung der protestantischen Truppen unter Bernhard von Sachsen-Weimar erneut in den Krieg zu ziehen (Schlacht bei Rheinfelden). Der Hauptmann übergibt Vogel das Kommando, bis zu dem Zeitpunkt, an dem er zurückkehre. Die meisten der Söldner sterben bei den folgenden Gefechten.

Vogel verlässt das Tal, und trifft am Bergwald vor dem Dorf auf einen Hinterhalt, den Gruber für den zurückkehrenden Hauptmann vorbereitet hat. Obwohl Vogel Inge deutlich gemacht hat, dass er nicht mit ihr zusammenleben will, ist sie ihm gefolgt. Der Hauptmann ist bei seiner Rückkehr bereits schwer verletzt und dem Sterben nahe, als er fast allein (bis auf einen Mann sind alle seine Soldaten gefallen) im Hinterhalt eintrifft und dort erschöpft zusammenbricht. Er findet jedoch noch den Weg zurück ins Dorf, wo er seinen Verletzungen letztendlich erliegt. Vogel sorgt dafür, dass er nicht mehr erfahren muss, dass man Erica, mit der er während seiner Zeit im Dorf zusammen war, schwer misshandelt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt hat. Bevor der Hauptmann seine Augen für immer schließt, versichert er Vogel dankbar, dass er das Dorf nicht verschont hätte, wenn er nicht dagewesen und ihn daran gehindert hätte. Vogel macht Inge klar, dass sie zu Andreas (der sie bereits im Herbst zuvor heiraten wollte) gehört. Inge kehrt daraufhin mit dem ebenfalls im Hinterhalt eingetroffenen Andreas zurück in ihr Heimatdorf. Vogel setzt seinen Weg allein fort und kehrt in das von Krieg und der Pest geschundene Land jenseits der Berge zurück.

Produktionsnotizen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film ist die letzte auf 65-mm-Film gedrehte Todd-AO-Produktion. Produziert wurde der Film von ABC Pictures, Seamaster Films und Season im Verleih von 20th Century Fox. Die Dreharbeiten im Jahr 1969 dauerten vierzehn Wochen[2] und fanden überwiegend in Trins in Österreich und in Surrey in England statt.[3] Zur Vorbereitung auf seine Rolle als Hauptmann lernte Michael Caine verschiedene deutsche Dialekte.[2]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film hatte am 28. Januar 1971 Premiere in den USA, am 3. Februar 1971 wurde er in San Francisco vorgestellt. Der Tag der Erstaufführung in der Bundesrepublik Deutschland war der 12. März 1971.[4] Ebenfalls 1971 wurde der Film veröffentlicht in Frankreich, im Vereinigten Königreich (London), in Finnland, Japan, Australien (Sydney), Norwegen und Irland. 1972 startete er in Dänemark und in der Türkei, in Ungarn war er 1973 zu sehen. In Spanien hatte er im September 1976 Fernsehpremiere, in Griechenland wurde er im Oktober 2003 auf dem Panorama of European Cinema Festival vorgestellt und in Norwegen im August 2004 auf dem 70mm Film Festival. Veröffentlicht wurde er zudem in Bulgarien, Brasilien, Kanada, Italien, Peru, Polen, Portugal, Rumänien und in der Sowjetunion. Er läuft auch unter dem internationalen Titel Last Valley und wurde in den USA auf DVD unter dem Titel James Clavell’s The Last Valley veröffentlicht.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Mischung aus Horror-, Kitsch-, Heimat- und Kostümfilm; ein überlanges, aufwendiges, auch in den schauspielerischen Leistungen enttäuschendes Hollywoodspektakel.“

„Ansprechend und im Ausland für ca. $ 6 Millionen gedreht, mit Michael Caine und Omar Sharif in überzeugenden Darbietungen. Dennoch ist James Clavells Endprodukt eine zu schwerfällige cineastische Oper in einer Boulevardversion, zu wortgetreu im historischen Detail, um geschickt die beabsichtigten Allegorien zu suggerieren und, paradoxerweise, zu sinnbildlich, um die tatsächlichen Realitäten des Dreißigjährigen Krieges zu verdeutlichen.“

Das vergessene Tal ist eine Art von historischem Film, ein Typ eines Abenteuerfilms, eine Form des Monumentalfilms, und er hat etwas von einer Parabel. Das Ergebnis ist ein bisschen langweiliger als unbedingt notwendig, wenn man die Möglichkeiten bedenkt.“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. David Bishop: Starring Michael Caine. London 2003, ISBN 1-903111-57-9, S. 138–141
  2. a b Bishop 2003, S. 141
  3. Drehorte (letzter Zugriff: 8. November 2010)
  4. Lexikon des Internationalen Films. Band V–Z, Hamburg 1995, S. 6108
  5. Katholisches Institut für Medieninformation (KIM) und Katholische Filmkommission für Deutschland (Hrsg.): Lexikon des internationalen Films. Das komplette Angebot in Kino, Fernsehen und auf Video. Band V–Z, Rowohlt, Hamburg 1995, ISBN 3-499-16357-8, S. 6108
  6. Bewertung: “The Last Valley@1@2Vorlage:Toter Link/www.variety.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: Variety (letzter Zugriff: 29. Juni 2014)
  7. Vincent Canby: The Last Valley (1971). In: The New York Times, 29. Januar 1971 (letzter Zugriff: 29. Juni 2014)