Dateiname

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Dateinamen auf einer Bildschirmkonsole unter Windows

Ein Dateiname identifiziert eine Datei in einem Dateisystem auf einem Datenträger oder bei einer Datenübertragung. Meist wird eine Datei zusätzlich durch einen Verzeichnisnamen charakterisiert, sodass ein vollständiger Pfadname entsteht. Erst diese Kombination zu einem vollständigen Pfadnamen ist in der Regel eindeutig. Pro Verzeichnis (Ordner) ist eine identische Benennung von zwei Dateien nicht möglich; unter einigen Betriebssystemen, z. B. Unix, qualifiziert auf einem entsprechenden Dateisystem eine veränderte Groß- und Kleinschreibung einen anderen Dateinamen, sodass z. B. Dateiname und dateiname zwei unterschiedliche – und somit nicht identische – Benennungen sind.

Die optionale Dateinamenserweiterung ist Teil des Dateinamens.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Dateiname kann – abhängig vom jeweiligen Betriebssystem – aus mehreren Teilen bestehen. Die einzelnen Teile sind durch bestimmte Zeichen, die in der Regel nicht Teil des Dateinamens sein können, getrennt; die Liste von Dateinamenserweiterungen verschafft einen Überblick.

Einige Betriebssysteme machen die Behandlung der Dateien von der jeweiligen Dateinamenserweiterung abhängig, andere arbeiten ohne diese Konvention und erkennen den Dateityp anhand des Inhalts (beispielsweise anhand einer sogenannten magischen Zahl). Auch auf diesen Systemen werden aber oft Dateien mit solchen Dateiendungen versehen, da es den Datenaustausch vereinfacht.

Die maximale Länge eines Dateinamens wird sowohl durch das Betriebssystem als auch durch das Dateisystem des Datenträgers begrenzt. So können etwa auf einer CD-ROM bei Verwendung des Joliet-Dateisystems maximal 64 Zeichen genutzt werden. Eine indirekte Begrenzung kann zudem durch eine maximale Länge von Pfadnamen im Betriebssystem entstehen.

Ein Unterschied zwischen Microsoft Windows und Unix (wie auch Linux) besteht darin, dass Windows bei Dateinamen nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung unterscheidet (englisch case insensitive), während Unix dies tut (englisch case sensitive). So sind unter Unix in der Regel die Dateien Dateiname.txt und dateiName.txt zwei unterschiedliche Dateien, während dies unter Windows nicht möglich ist.

Dateisysteme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dateisystem typische Anwendung max. Anzahl Zeichen in einem Dateinamen Zeichensatz Groß-/Kleinschreibung(1)
FAT (DOS, ohne VFAT) Festplatten, Speicherkarten (Foto) 8+3 OEM (meist Codepage 437) keine Unterscheidung (gespeichert werden nur Großbuchstaben)
Amiga Fast File System Festplatten 31 ISO 8859 gespeichert, aber keine Unterscheidung
ISO 9660 Level 2 CD, DVD 31 ASCII keine Unterscheidung (gespeichert werden nur Großbuchstaben)
Joliet CD, DVD 64 Unicode gespeichert, jedoch unter Windows keine Unterscheidung
ISO 9660:1999 CD, DVD 179–221 je nach sonstigen Attributen ASCII/unspezifiziert betriebssystemabhängig
FAT mit VFAT (Windows) Festplatten, USB-Sticks 255 Unicode gespeichert, jedoch unter Windows nicht unterschieden (z. B. auf Unix schon)
ext3 Festplatten 255(2) Unicode(3) unterschieden
HFS Plus Festplatten 255 Unicode (UTF-16) keine Unterscheidung in Variante HFS (Standard), als HFSX mit strikter Unterscheidung
UDF CD, DVD 255 Unicode gespeichert; Unterscheidung betriebssystemabhängig
NTFS Festplatten 256(4)[1] Unicode (UTF-16)[2] das Dateisystem unterstützt die Unterscheidung, die Umsetzung ist jedoch wählbar; unter Windows standardmäßig nicht unterschieden
ReFS Festplatten 32000 Unicode das Dateisystem unterstützt die Unterscheidung, die Umsetzung ist jedoch wählbar
(1) Im Englischen heißt die eindeutige Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinschreibung „case-sensitivity“ und, wenn diese Unterscheidung nicht getroffen wird, „case-insensitivity.“ Eine Dateisystem-Implementierung in einem Betriebssystem ist entweder case-sensitive (macht die Unterscheidung) oder case- insensitive (unterscheidet nicht zwischen Groß- und Kleinbuchstaben).
(2) Bei Verwendung von UTF-8-Codierung und Benutzung von Nicht-ASCII-Zeichen stehen zwar 255 Byte, aber weniger als 255 Zeichen zur Verfügung.
(3) Die Codierung ist nicht genormt; als Voreinstellung wird meist UTF-8 verwendet.
(4) Bei Verwendung langer Unicode-Pfade sind lediglich 255 Zeichen möglich

Implementierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dateisysteme haben bestimmte interne Strukturen, die meist der des Referenzsystems entsprechen, für das das Dateisystem entwickelt wurde. So besitzt ein Dateisystem meist keine Rechteverwaltung, wenn das Betriebssystem diese ebenfalls nicht kennt. Ein Beispiel dafür ist das Dateisystem FAT von PC DOS bzw. MS-DOS: da DOS selbst kein Mehrbenutzersystem ist speichert es auch keine Zugriffsrechte für Dateien und Verzeichnisse. Ebenso verhält es sich mit Erstellungs- und Zugriffszeiten von Dateien, die in der systemüblichen Weise entweder als Lokalzeit oder als Universalzeit abgespeichert werden, oder bei der Konvention von Groß- und Kleinschreibung.

Groß- und Kleinschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Englischen wird die Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinbuchstaben „case-sensitivity“ bezeichnet. Ein Betriebssystem, das diese Unterscheidung macht, sieht Dateiname (mit groß geschriebenem Anfangsbuchstaben) als anderen Dateinamen als dateiname (alles in Kleinbuchstaben), was wiederum eine andere Datei darstellt als DATEINAME (alles in Großbuchstaben). Unix-Betriebssysteme sind traditionell „case-sensitive,“ das heißt, sie unterscheiden zwischen großen und kleinen Buchstaben.

Viele weitere Betriebssysteme, wie etwas CP/M, PC DOS und MS-DOS sowie kompatible DOS-Betriebssysteme, aber auch Mac OS, Mac OS X und AmigaOS, unterscheiden nicht zwischen Groß- und Kleinbuchstaben, was Auswirkungen auf das verwendete Dateisystem hat. Unter MS-DOS sind daher die Dateinamen Dateiname und dateiname ein und dieselbe Datei. Das FAT-Dateisystem speichert die Datei zudem immer in Großbuchstaben, also DATEINAME, ab. Mit VFAT hingegen wird die Datei in der bei der Erstellung verwendeten Schreibweise gespeichert, beim Zugriff hingegen wird nicht unterschieden. Ebenso geht das Amiga-„Fast File System“ vor. Das Hierarchical File System (HFS) von Apple kann zwar „case-sensitive“ sein, ist dies aber aufgrund der Kompatibilität zu bestehenden Anwendenungen nicht. Es hätte bei der Entwicklung von HFS+ einen Bruch mit bestehenden Macintosh-Applikationen bedeutet, weshalb auch unter OS X noch immer die HFS-Variante von HFS+ als Standard-Dateisystem fungiert, die zwischen Groß- und Kleinbuchstaben nicht unterscheidet („case-insensitive“). Die Umwandlung zwischen Groß- und Kleinschreibung geschieht im Dateisystemtreiber. Unter iOS ist das HFS+-Dateisystem hingegen standardmäßig „case-sensitive“ (HFSX).

Interoperabilität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dateisystem FAT (in den Varianten FAT12, FAT16 und FAT32) ist auf fast allen Betriebssystemen implementiert. Weil das Dateisystem aber bestimmte Annahmen bezüglich des zugrunde liegenden Systems macht – und Dateinamen nur in Großbuchstaben speichert, werden diese z. B. auf unixoiden Betriebssystemen vom Dateisystemtreiber standardmäßig in Kleinbuchstaben umgewandelt. Mit der VFAT-Erweiterung wird diese Umwandlung nur dann vollzogen, wenn der Dateiname in der 8.3-Konvention und in Großbuchstaben im FAT vorliegt. Andere Erweiterungen für FAT, wie UMSDOS, implementieren eigenständig eine solche Umwandlung, wenn die Datei nicht auf Unix gespeichert wurde und im UMSDOS-Format vorgehalten wird. Da Unix/Linux allerdings zwischen Groß- und Kleinbuchstaben unterscheidet, wird eine Datei nur in der umgewandelten oder in der im VFAT gespeicherten Schreibweise erkannt.

Ein Beispiel: Unter Windows (mit VFAT, also ab Windows 95) wird eine Datei mit dem Namen Dateiname.Ext gespeichert. Diese wird unter Windows, weil Windows „case-insensitive“ ist, auch in einer anderen Schweibweise erkannt, beispielsweise in der Eingabeaufforderung mit del dateiname.ext gelöscht. Unter Linux wird genau diese Datei jedoch nur in der genauen Schreibweise Dateiname.Ext erkannt. Will man beispielsweise die Datei mit less anzeigen und vertippt sich z. B. bei der Dateinamenserweiterung: less Dateiname.ext, so gibt Linux die Fehlermeldung aus, dass die Datei nicht existiert.

Es kommt also nicht nur auf das Dateisystem an, sondern auch auf das Betriebssystem, und wie es mit den im Dateisystem vorgehaltenen Informationen (Dateiname, Rechte, Datum) umgeht. Unter Umständen kann z. B. ein Dateisystemtreiber zwar auf die Eigenheiten des Dateisystems eingehen, die Betriebssystemumgebung verhindert dies jedoch. Ein Beispiel ist der Umgang einer Unix-Shell mit Wildcards. Unter Linux ist im Dateisystemtreiber für AFFS die „case-insensitivity“ eingebaut, nicht jedoch in der Shell. Ist auf einem Amiga-„Fast File System“ beispielsweise der Dateiname DateiName (mit teilweise Großbuchstaben) gespeichert, so kann dieser in der Unix-Shell mit rm dateiame (alles in Kleinbuchstaben) gelöscht werden, weil der Dateisystemtreiber die Umwandlung vollzieht. Gibt man jedoch rm dat* ein, wird DateiName nicht gelöscht, weil die Unix-Shell die Suche nach dem Dateinamen vollzieht – da diese „case-sensitive“ ist wird keine Übereinstimmung gefunden, weil die Shell strikt zwischen Groß- und Kleinbuchstaben unterscheidet.[3]

Auch die Zugriffsrechte und Besitzer von Dateien können auf unterschiedlichen Betriebssystemen entweder übernommen oder vollkommen ignoriert werden. Der FUSE-Dateisystemtreiber NTFS-3G beispielsweise unterstützt die Zugriffsbeschränkung, wenn die betreffende Windows-Benutzer-SID zuvor einem Unix-Benutzer zugeordnet wurde (englisch „user mapping“).[4]

Betriebssysteme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unix[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unix- und Unix-ähnliche Betriebssysteme wie zum Beispiel Solaris oder Linux betrachten Dateinamen als Ganzes. Eine Datei kann mehrere Namen haben und sich in mehreren Verzeichnissen befinden („hard links“ oder „bind mounts“). Alle Zeichen außer dem Schrägstrich / und dem Nullzeichen sind erlaubt. Frühe Versionen hatten 1 bis 14 Zeichen lange Dateinamen. Die BSD-Varianten führten bis zu 255 Zeichen lange Namen ein.

Ein relativer Dateipfad kann aus mehreren Segmenten bestehen und beginnt mit einem Segment. Jedes Segment unterliegt den Regeln des Dateinamens, kann also 14 bzw. 255 Zeichen lang sein. Die Segmente der Dateipfade werden durch das Zeichen / getrennt. Das letzte Segment kennzeichnet die eigentliche Datei. Die vorhergehenden Segmente sind entweder Verzeichnisnamen oder symbolische Verweise (englisch „symbolic links“) auf Verzeichnisnamen. Ein relativer Dateipfad geht vom aktuellen Arbeitsverzeichnis aus, das jeder Prozess individuell setzen kann. Ein absoluter Dateipfad beginnt hingegen bereits mit / und ist unabhängig vom aktuellen Arbeitsverzeichnis. Er geht vom Wurzelverzeichnis aus. Über das Wurzelverzeichnis sind alle Dateien eines Systems erreichbar.

Beim Zugriff wird zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden.

Beispiele:

/home/user/Dokumente/brief.txt
/usr/bin/texteditor

Der Dateiname . (Punkt) bezeichnet das aktuelle Arbeitsverzeichnis. Der Name .. verweist auf das übergeordnete Verzeichnis.

Auch das Leerzeichen, der Zeilentrenner oder die sogenannten Wildcards * und ? können Teil eines Pfadnamens sein. Solche Zeichen bringen allerdings manchmal später Probleme mit sich, da zum Beispiel schlecht programmierte Skripte damit nicht umgehen können. Weiterhin kann es Probleme mit Dateinamen geben, die Zeichen enthalten, die im aktuell verwendeten Zeichensatz eines Programms nicht vorkommen (zum Beispiel japanische Zeichen auf einem amerikanisch eingerichteten System). Die nicht darstellbaren Zeichen werden dann oft als Fragezeichen oder kleine Kästchen angezeigt, was den Zugriff auf die Daten sehr schwierig macht. Diese Dateien können dann oft nur bearbeitet werden, nachdem sie auf einer niedrigen Dateisystem-Abstraktionsebene umbenannt wurden (zum Beispiel durch Angabe der sogenannten inode statt des Dateinamens mit ls -i und find . -inum […] -exec mv {} […] \;).

Ein Unix-System verwendet keine speziellen Erweiterungen, wie .EXE oder .CMD. Es hat sich allerdings eingebürgert, Dateien eines bestimmten Types, wie in anderen Betriebssystemen, auch mit einem Punkt und einer entsprechenden Erweiterung zu versehen, um die Übersichtlichkeit zu erhöhen. Beispielsweise wird die Endung .c für C-Quellprogramme verwendet. Ausführbare Dateien, also Programme und Skripte, erhalten keine Endung. Dateitypen können ansonsten mit dem einfachen Programm file, unabhängig von einer eventuell vorhandenen Erweiterung ermittelt werden.

Dateien oder Verzeichnisse, deren Namen mit einem Punkt beginnen, werden üblicherweise als „versteckte“ Dateien behandelt und nur angezeigt, wenn der Benutzer dies explizit angibt (zum Beispiel mit ls -a).

Ähnliches gilt für Verzeichnispfade.

CP/M, DOS, Windows bis Version 3.11[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dateinamen bestehen unter CP/M sowie den verschiedenen PC-kompatiblen DOS-Versionen inkl. MS-Windows bis zur Version 3.11 aus einem maximal acht Zeichen umfassenden eigentlichen „Namen“ sowie optional einem Punkt und einer maximal drei Zeichen umfassenden „Erweiterung“ (englisch extension), die auch den Typ der betreffenden Datei angibt (siehe 8.3). Erweiterungen werden oft von Programmen vergeben bzw. für Programme reserviert, zum Beispiel die Erweiterung .TXT für Textdateien. Auch die Betriebssysteme selbst verwenden spezielle Erweiterungen wie beispielsweise .BAT für Skriptdateien, .SYS für Treiberdateien oder .EXE und .COM für ausführbare Dateien.

Ein Dateiname inklusive Erweiterung darf aus folgenden Zeichen bestehen:[5]

  1. Buchstaben, A-Z (Kleinbuchstaben werden automatisch in Großbuchstaben umgewandelt)
  2. Ziffern, 0-9
  3. Die Sonderzeichen $ # & @ ! ( ) - { } ' _ ~ ^

Die folgenden Zeichen sind dabei, da sie in den genannten Systemen syntaktische Funktionen erfüllen, in Dateinamen und Erweiterungen nicht erlaubt:[5]

  1. ASCII-Steuerzeichen
  2. Leerzeichen
  3. Die Sonderzeichen = / [ ] " : ; , ? * \ < > |

Außerdem sind einige Worte reserviert und dürfen nicht als Dateiname benutzt werden, da sie als Gerätenamen verwendet werden:

CON, PRN, AUX, NUL
COM1, COM2, COM3, COM4, COM5, COM6, COM7, COM8, COM9
LPT1, LPT2, LPT3, LPT4, LPT5, LPT6, LPT7, LPT8, LPT9

Dadurch kann man unter klassischem DOS zum Beispiel die folgenden Dateinamen, die unter anderen Betriebssystemen zulässig sein können, nicht benutzen: aux.c, q"uote"s.txt, NUL.txt.

Verzeichnisnamen werden unter den genannten Betriebssystemen wie normale Dateinamen gehandhabt. Sie haben üblicherweise keine Erweiterung, können jedoch mit einer solchen versehen werden. Diese hat dann in der Regel, anders als beim Namen von sonstigen Dateien, keine Funktion. Jede Datei und jedes Verzeichnis befindet sich auf einem Laufwerk, welches durch einen Buchstaben und einen Doppelpunkt gekennzeichnet wird. Ein vollständiger Name besteht aus dem Laufwerk, optional einem oder mehreren Verzeichnisnamen und dem eigentlichen Dateinamen. Die genannten Bestandteile werden durch das Verzeichnistrennsymbol \ voneinander getrennt.

A:\MSDOS.SYS
C:\DOKUMENT\BRIEF.TXT

Da nur acht Zeichen zur Verfügung stehen, werden die Bezeichnungen oft verstümmelt. Die Namen . und .. sind wie unter Unix für das aktuelle Verzeichnis und das übergeordnete Verzeichnis reserviert.

Beim Zugriff wird nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden.

Windows ab Version 95[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Windows (Windows 95, 98, ME, NT, 2000, XP, Vista, 7, 8) besteht ein Dateiname aus dem Namen, einem Punkt und einer Erweiterung, die den Dateityp festlegt. Es können auch mehrere Punkte in einem Dateinamen angegeben werden, der letzte Punkt dient dann zur Trennung von Name und Erweiterung.

Länge von Dateiname und Pfad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Normalerweise ist die Pfadlänge unter Windows auf 260 Zeichen beschränkt, d. h. drei Zeichen für die Laufwerksangabe, 256 Zeichen für den Pfad innerhalb des Laufwerks und ein nicht sichtbares String-Terminierungszeichen. Längere Pfade bis zu 32.767 Zeichen, wie sie von NTFS unterstützt werden, sind mittels UNC (Uniform Naming Convention) möglich, d. h. \\?\ muss vorangestellt werden.[6]

Zur Wahrung der Kompatibilität mit alten MS-DOS-Programmen kann der Dateiname auch in der 8.3-Notation angegeben werden, wenn dies in Windows nicht deaktiviert wurde. Dabei wird der Dateiname eindeutig mit acht Zeichen für den Namen, einem Punkt und bis zu drei Zeichen für die Dateierweiterung dargestellt, welche in jedem Verzeichnis neu generiert werden. Wenn Dateien ihren langen Dateinamen verloren haben, sie also nur diesen spezifischen Kurznamen haben, kann es zu Konflikten mit schon existierenden Dateien mit langem Dateinamen kommen, deren Dateiname auf denselben Namen verkürzt wurde, auch wenn sie vorher in einem anderen Verzeichnis problemlos koexistierten. (→8.3)

Problematische und unzulässige Zeichen oder Namen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Dateinamen und Erweiterungen sind, wie schon unter DOS und Windows bis Version 3.11, folgende Zeichen nicht erlaubt:

< > ? " : | \ / *

Ebenfalls unzulässig sind folgende, wie schon zuvor als Gerätenamen reservierte Dateinamen:

CON, PRN, AUX, NUL
COM1, COM2, COM3, COM4, COM5, COM6, COM7, COM8, COM9
LPT1, LPT2, LPT3, LPT4, LPT5, LPT6, LPT7, LPT8, LPT9

Dadurch kann man auch unter den neueren Windows-Versionen zum Beispiel folgende Dateinamen, die unter anderen Betriebssystemen erlaubt sein können, nicht benutzen: aux.c, q"uote"s.txt, NUL.txt.

Problematisch sind außerdem Dateinamen, die das eigentlich erlaubte &-Zeichen enthalten, das von der DOS-Umgebung unter Windows jedoch als Trennzeichen einzeiliger Befehlsketten verwendet wird, so dass alles auf ein &-Zeichen Folgende als eine weitere DOS-Befehlszeile interpretiert wird. In der Konsequenz gibt die Windows-Eingabeaufforderung daher in diesem Fall eine Fehlermeldung aus, dass sie einen Befehl nicht finden oder ausführen konnte, dessen Name der Rest des eingegebenen Dateinamens nach dem &-Zeichen ist, ganz zu schweigen davon, dass die fragliche Datei selbst natürlich auch nicht geöffnet oder bearbeitet werden konnte.

Zusätzlich sind auch Dateinamen problematisch, die am Ende ein Leerzeichen haben. Diese kann man unter Windows nicht anlegen; werden sie unter anderen Betriebssystemen erstellt, kann man auf sie unter Windows nicht zugreifen, da Windows die Leerzeichen am Ende einfach abschneidet. Autoren von Schadprogrammen haben dies bereits ausgenutzt, da dadurch Anti-Virenprogramme nur durch besondere Maßnahmen auf solche Dateien zugreifen können.

Ansonsten können alle im Unicode-Standard definierten Zeichen benutzt werden, wobei in der Praxis ältere Applikationen oft mit Zeichen Schwierigkeiten haben, deren Code nicht im Windows-1252-Zeichensatz enthalten ist.

VMS[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter VMS (Virtual Memory System) besteht ein Dateiname aus dem Namen, einem Punkt, einer Erweiterung, einem Semikolon und einer Versionsnummer. Die Versionsnummer wird bei jeder Neuanlage einer gleichnamigen Datei (mit Erweiterung) automatisch um Eins erhöht. Dadurch kann man mehrere Versionen (Anzahl ist einstellbar, maximal 32.767) derselben Datei gleichzeitig halten. Die folgenden Angaben gelten für ODS-2 (englisch on disk structure):

Dateinamen können maximal 39 Zeichen lang sein, wobei nur bestimmte Zeichen (Buchstaben, Ziffern, Unterstrich, Dollarzeichen) erlaubt sind. Es wird nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden. Die Erweiterung kann ebenfalls 39 Byte lang sein, wird durch einen Punkt getrennt und ist nicht Teil des Dateinamens. Außer bei Verzeichnissen, wo die Erweiterung immer .DIR lautet, hat sie aber keine Bedeutung für die mögliche Verwendung der Datei (es gibt aber Standards, die bei einigen Dateitypen üblicherweise eingehalten werden).

Die Gesamt-Pfadlänge (also Disk, Verzeichnisbaum, Dateiname, Erweiterung und Version) darf 255 Bytes nicht überschreiten.

Internet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

World Wide Web[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Übertragung von Dateien im World Wide Web ist durch den HTTP-Standard geregelt. Enthält ein Dateiname Zeichen außerhalb der ASCII-Buchstaben und -Ziffern, so werden diese in der URL in einer %-Darstellung codiert mit einem Prozentzeichen, gefolgt von einem Zwei-Zeichen-Code in hexadezimaler Form, etwa haust%FCr.html statt haustür.html. Um den Codewert ermitteln zu können, ist die Kenntnis der Zeichencodierung (zum Beispiel UTF-8 oder ISO 8859-1) des Dateinamens nötig.

Dateidownload[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der FTP-Standard sieht nur ASCII-Zeichen als zwingend unterstützt vor. Oft wird ein Dateidownload allerdings auch unter Benutzung von HTTP durchgeführt.

E-Mail[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Übertragung von Dateianhängen (und damit auch die dort zulässigen Dateinamen) ist in den Standards SMTP und MIME geregelt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Dateiname – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abschnitt Maximum Path Length Limitation MSDN, Naming Files, Paths, and Namespaces.
  2. Richard Russon, Yuval Fledel: NTFS Documentation.
  3. affs-Dokumentation für den Linux-Kernel (englisch), Abschnitt „Bugs, Restrictions, Caveats“; abgerufen am 12. Juni 2016.
  4. Tuxser – NTFS-3G User Mapping (englisch); abgerufen am 12. Juni 2016.
  5. a b Jim Cooper: Using MS-DOS 6.22. (englisch). Que Publishing, Indianapolis 2002, ISBN 0-7897-2573-8
  6. Naming Files, Paths, and Namespaces. In: MSDN. Microsoft, abgerufen am 13. September 2011 (englisch).