Deetz (Zerbst)

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Deetz
Ortswappen von Deetz
Koordinaten: 52° 3′ 9″ N, 12° 10′ 4″ O
Höhe: 89 m
Fläche: 15,71 km²
Einwohner: 733 (31. Dez. 2012)
Bevölkerungsdichte: 47 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39264
Vorwahl: 039246
Deetz (Sachsen-Anhalt)
Deetz

Lage von Deetz in Sachsen-Anhalt

Deetzer Teich
Deetzer Teich
Feldsteinkirche, 12. Jahrhundert

Deetz ist ein Ortsteil der Stadt Zerbst/Anhalt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Deetz liegt an der nördlichen Nuthe, zehn Kilometer nordöstlich von Zerbst, am Rande des südwestlichen Fläming. Deetz gehört zum 2005 erklärten Naturpark Fläming.

Der am östlichen Ortsrand liegende Deetzer Teich ist ein 57 ha großer, bereits 1583 künstlich aufgestauter See. 1840 bestätigte der Landesherr Herzog Leopold IV. die Erbpacht des Fischteiches und der hinter dem Damm liegenden Wassermühle, der später ein Sägewerk angeschlossen war. Der Deetzer Teich liefert auch heute noch Karpfen („Fischzug“ im Herbst, bei dem das Wasser des Teiches abgelassen wird). Der Teich dient auch der Naherholung, es gibt eine Badestelle und einen Bootsverleih.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1314 taucht der Ort als Detitz erstmals urkundlich auf. Im Jahre 1618 zählte man in Deetz 14 Voll- und 3 Halbbauern sowie 14 Kossaten. Das Dorf Deetz kam 1798 durch die Teilung des Zerbster Landes an Anhalt-Köthen und gehörte zum Amt Lindau, nach Erlöschen der Herzogsfamilie 1847 an Anhalt-Bernburg, 1863 an Anhalt-Dessau.

Bis zum 31. Dezember 2009 war Deetz eine selbständige Gemeinde. Am 1. Januar 2010 erfolgte die Eingemeindung nach Zerbst/Anhalt.[1]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1818 281
1848 344
1871 390
1900 547
Jahr Einwohner
1925 722
1964 868
1971 833
1981 814
Jahr Einwohner
1986 800
1991 790
1996 800
1997 807
Jahr Einwohner
1998 827
1999 789
2000 792
2001 793
Jahr Einwohner
2002 783
2003 768
2004 746
2005 740
Jahr Einwohner
2006 736
2007 725
2008 706
2009 699
Jahr Einwohner
2010 682
2012 733

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde Deetz war Ulrich Weimeister.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau drei auswärtsgekehrte silberne Karpfen im Dreipass, dazwischen je ein goldenes Ährenpaar.“

Das Wappen von Deetz ist ein ungeteilter Halbrundschild, in dem die Karpfen und zwischengestellten Ähren in sogenannter Dreipassstellung angeordnet sind. Der Schild ist blau und symbolisiert mit den silbernen Karpfen die Nutheflüsse und die Fischzucht. Die Landwirtschaft (Ackerbau) symbolisieren die goldenen Ähren. Ihre Anordnung zu den Karpfen im Schild unterscheidet sich zu sonst üblichen Formen in Wappenbildern der Region. Das ist wesentlich, denn die Ähren-Symbolik schmückt sehr häufig deutsche Wappen. Die heraldische Umsetzung und Einbringung des Wappens in das nicht zu Ende geführte Genehmigungsverfahren erfolgte 2004 durch den Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch.

Als Wappen eines nicht selbstständigen Ortsteils wurde das Wappen von Deetz dann nach Beantragung durch den Ortsbürgermeister unter Registriernummer 33 ST am 16. September 2014 in die Deutsche Ortswappenrolle (DOWR) des HEROLD eingetragen und dokumentiert. Zur Führung des Wappens sind alle Personen der Ortschaft, insbesondere Vereine und Organisationen, deren Aktivitäten gemeinnützig bzw. mit der Pflege und Bewahrung der örtlichen Tradition verbunden sind, berechtigt, sofern sie damit nicht gewerblich, religiös oder politisch tätig sind.

Als Farben des Ortes gelten Weiß-Blau.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Ortsfriedhof befindet sich die Grabstätte für einen während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppten und namentlich bekannten Jugoslawen, der 1943 ein Opfer der Zwangsarbeit wurde.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Deetz aus führen Straßenverbindungen über Dobritz nach Dessau-Roßlau, nach Zerbst/Anhalt, nach Lindau sowie nach Nedlitz (an der B 246). Der Haltepunkt Deetz lag an der „Kanonenbahn“ genannten Bahnstrecke Berlin–Blankenheim; in den 1990er-Jahren wurde die Strecke für Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h ausgebaut und elektrifiziert, zeitweise verkehrten hier sogar ICE-Züge (ohne Halt), die Strecke wurde jedoch im Dezember 2004 stillgelegt.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
  2. Alexander Hoffmann: Kommunale Wappenschau. In: HEROLD, Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften (Hrsg.): Der Herold, Vierteljahrsschrift für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften. Nr. 3-4/2018. Selbstverlag, Berlin 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deetz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien