Dein Weg

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Filmdaten
Deutscher TitelDein Weg
OriginaltitelThe Way
ProduktionslandUSA, Spanien
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2010
Länge121 Minuten
AltersfreigabeFSK 0
Stab
RegieEmilio Estevez
DrehbuchEmilio Estevez
ProduktionDavid Alexanian
Emilio Estevez;
Icon Entertainment Int.,
Filmax Entertainment
und Elixir Films
MusikTyler Bates
KameraJuan Miguel Azpiroz
SchnittRaúl Dávalos
Besetzung
Martin Sheen und sein Sohn Emilio Estevez

Dein Weg (Originaltitel: The Way) ist ein 2010 von David Alexanian und Emilio Estevez produzierter Film.

Das amerikanisch-spanische Drama ist eine Zusammenarbeit zwischen Martin Sheen in der Hauptrolle und seinem Sohn, dem Regisseur Emilio Estevez, zu Ehren des durch Nordspanien verlaufenden Jakobswegs Camino Francés (span. Camino de Santiago) und zur Förderung der traditionellen Wallfahrt. Inspiriert war Estevez von Jack Hitts „Off the Road. A Modern-Day Walk Down the Pilgrim’s Route into Spain“ (2005).[1]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas „Tom“ Avery ist ein erfolgreicher amerikanischer Augenarzt. Sein erwachsener Sohn Daniel hat seine Doktorarbeit abgebrochen und ist nach Frankreich gereist, um den Jakobsweg zu gehen und – im Gegensatz zu seinem Vater – mehr von der Welt zu sehen. Beim Golfspiel mit Freunden ereilt Tom die Nachricht, dass Daniel bereits am ersten Tag seines Weges in den Pyrenäen während schlechten Wetters ums Leben gekommen ist. Tom reist nach Saint-Jean-Pied-de-Port um Daniels Leiche abzuholen und nach Hause zu bringen. Nach einigen Gesprächen beschließt er jedoch, sich aus Trauer und zu Ehren seines toten Sohns auf den alten, rund 800 Kilometer langen Pfad Richtung Santiago de Compostela zu begeben. Auf dem Weg dorthin will er die Asche Daniels am Wegesrand verstreuen.

Zunächst allein, trifft Tom unterwegs weitere Pilger, die alle auf der Suche nach mehr Sinn in ihrem Leben sind. Mit dreien von ihnen findet er sich zunächst widerstrebend zu einer Gemeinschaft zusammen: Joost ist ein übergewichtiger Holländer, der den Camino zum Abnehmen gehen will. Er ist ein freundlicher, extrovertierter Mensch, der jedoch für Toms Geschmack zu viel redet. Als nächstes trifft Tom eines Abends auf Sarah, die vor ihrem gewalttätigen Ehemann flieht. Zu dritt treffen sie auf einen weiteren Wanderer, Jack, einen Reiseautor. Auf dem Weg begegnen ihnen immer wieder andere Pilger, unter anderem zwei Franzosen, ein junger Italiener und der ältere Priester Father Jack aus New York.

Auf seinem ganzen Weg hat Tom immer wieder kurze Visionen von Daniel, der ihm am Wegesrand oder unter Menschen sitzend erscheint und meist kurz zulächelt. In Santiago de Compostela angelangt, beschließen die vier, noch ein weiteres Wegstück zum Meer nach Muxía zurückzulegen. Dort verstreut Tom die restliche Asche Daniels. In der letzten Szene sieht man Tom mit Daniels Rucksack, wie er eine weitere Reise unternimmt.

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich waren Michael Douglas und Mel Gibson für die Hauptrolle vorgeschlagen, doch schließlich hat Estevez die Rolle der Hauptfigur speziell für seinen Vater geschrieben.

Neben den Hauptcharakteren sind im Film ausschließlich echte Pilger aus der ganzen Welt zu sehen. In einer Szene spielt eine Gruppe realer Roma aus Burgos.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lexikon des internationalen Films sah „eine höchst reizvolle Auseinandersetzung mit dem Jakobsweg, die die Vielgestaltigkeit und Ambivalenzen modernen Pilgerns reflektiert. Jenseits üblicher „Wellness“-Frömmigkeit nimmt der Film mit auf eine äußerlich ruhige, aber von inneren Spannungen geprägte Reise, die von dezidiert areligiösen Figuren unternommen wird, trotzdem aber spirituelle Dimensionen berührt“.[2]

Neil Genzlinger lobte in der New York Times Martin Sheen als sehr überzeugenden Schauspieler und seinen Sohn Emilio Estevez als empfindsamen Regisseur. Er schließt mit dem Urteil, die Schönheit des Filmes liege in der Tat darin, dass Estevez nicht explizit darstelle, was die vier feinen Schauspieler in ihren Rollen jeweils finden, außer der Freundschaft. Er ließe sie vermitteln, dass persönliche Änderungen nicht mit großen Fanfarenstößen angekündigt werden.[3]

Für das Portal film-rezensionen.de ist „Dein Weg“ ein „kleiner und leiser Film über Menschen und ihre Geschichten“, der „wohltuend authentisch“ und „lebensbejahend“ ist.[4]

Robert Zollitsch, von 2008 bis 2014 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, fand nach der Pressevorführung lobende Worte für den Film: „… ein sehenswerter Film – nicht nur für Christen, sondern für alle Menschen, die unterwegs und auf der Suche sind.“[5] Detlef Lienau analysiert den Film religiös als Weg durch den Tod. Die Rituale des Pilgerns ermöglichen es dem Vater, sich mit dem Lebenskonzept des Sohnes zu identifizieren.[6]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Estevez widmete diesen Film seinem Großvater, Francisco Estevez (1898–1974).[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dr. Manfred Karsch in „Dein Weg“ – Arbeitshilfe der Katholisches Filmwerk GmbH
  2. Dein Weg. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  3. Neil Genzlinger: Movie Review ‘The Way’ (2010): A Trek From Loss and Grief to a Life Given Greater Meaning; Kritik des Filmes in der The New York Times vom 7. Oktober 2011, S. C8
  4. Dein Weg auf film-rezensionen.de
  5. Robert Zollitsch bei der Pressevorführung des Film (Memento des Originals vom 25. Februar 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ebfr.de
  6. Detlef Lienau: Urne im Rucksack, in: Pastoraltheologie 103(2014/9), 392-398
  7. Erstes Bild im Abspann des Films