Democracy Now

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Democracy Now (eigene Schreibweise: Democracy Now!) ist ein US-amerikanisches Politikmagazin im nichtkommerziellen Rundfunk, das international von über 700 Hörfunk-, Fernseh- und Internetsendern übernommen wird. Produziert wird die Sendung, die sich den Claim The war and peace report gewählt hat, von dem Radionetzwerk Pacifica Radio.

Democracy Now wurde am 19. Februar 1996 von Journalisten um Amy Goodman und Juan González gegründet. Goodman ist auch die Hauptmoderatorin der Sendung. Das Magazin ist politisch unabhängig und finanziert sich über Spenden.

Ursprünglich wurde das Magazin von der Station WBAI in New York ausgestrahlt, um das Jahr 2001 war sie aufgrund eines Konflikts um die journalistische Ausrichtung von WBAI vorübergehend nur über WFMU (unter dem Namen Democracy Now In Exile) zu empfangen. Die Sendezentrale wurde daraufhin in das Downtown Community Television Center (DCTV) in einem ehemaligen Feuerwehrhaus in Chinatown (New York City) verlegt.[1] Hier began auch die Ausstrahlung des Magazins als Fernsehsendung. Im November 2009 siedelte das Sendestudio in ein Gebäude im Manhattaner Stadtteil Chelsea um.[2]

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sendung beinhaltet unter anderem Features, Interviews, Debatten, Buch-, Film- und Theaterbesprechungen und historische Rückblicke zu vorwiegend politischen Ereignissen in den Vereinigten Staaten und der ganzen Welt, dann jedoch meistens mit Bezug zu den Vereinigten Staaten. Ausführlich berichtet wurde zum Beispiel über den Irakkrieg, die Firma Blackwater, die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2008, den Hurrikan Katrina oder über die Situation in Osttimor, Haiti und den Nahostkonflikt. Weitere Themen, über die regelmäßig berichtet wird, sind: Friedensbewegung, Arbeiterbewegung, Meinungsfreiheit, Menschenrechte, Minderheiten, Migration, Gender, unrechtmäßige Polizeigewalt oder Umweltpolitik. Democracy Now zeigt oft Perspektiven auf, die in Mainstreammedien kaum beleuchtet werden.

Ein besonderes Merkmal der Sendung sind die ausführlichen Gespräche mit Gästen aus Bereichen wie Journalismus, Kunst, Politik, Religion, Wissenschaft, Militär oder der Friedensbewegung. Alle Gespräche werden als Transkript auf der Sendungs-Homepage dokumentiert.

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Montag bis Freitag wird täglich eine rund einstündige Democracy Now-Ausgabe veröffentlicht. Die Sendung beginnt meistens mit einem auch auf Spanisch[3] erhältlichen, rund zehnminütigen Einleitungsteil mit Kurznachrichten. Daraufhin folgen die Schwerpunktthemen, meistens mit Gästen und Interviews. Die Sendung wird nicht durch kommerzielle Werbung unterbrochen, stattdessen gibt es zwei bis drei musikalische Pausen diverser Stilrichtungen von Folk-Songs à la Sara Thomsens Is It For Freedom [4] bis zu Raptracks im Stile Public Enemys Fight The Power, die in der Videoversion durch inhaltlich oft zum Beitragsthema passenden Clips ergänzt werden.

Die Sendung wird als TV-Nachrichtenmagazin gestaltet, hat aber einen sehr großen Wortanteil und findet seine größte Verbreitung als Radiosendung. Viele NPR-Public-Radiostationen srahlen Democracy Now aus.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 erhielten Jeremy Scahill und Amy Goodman für die Radiodokumentation Drilling and Killing. Chevron and Nigeria’s Oil Dictatorship den George Polk Award.

2008 erhielt Amy Goodman für die „Entwicklung eines innovativen Modells wahrhaft unabhängigen politischen Journalismus“ den Right Livelihood Award (auch bekannt als „Alternativer Nobelpreis“).

Empfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die unter Creative Commons lizenzierte Sendung[5] kann auf der offiziellen Homepage kostenlos als Webcast gesehen, als Audiostream gehört oder im Audioformat heruntergeladen werden, auch als Bittorrent. Auf der Homepage sind außerdem die Skripts und ein Archiv der Beiträge zu finden. In den Vereinigten Staaten ist das Magazin auch via Satellit auf Free Speech TV und Link TV empfangbar. In Deutschland kann man Democracy Now auf den freien Radios Radio Dreyeckland, Freies Radio Wiesental und Radio Unerhört Marburg hören, auf Alex Offener Kanal Berlin, und in Wien wird das Magazin auf dem partizipativen Privatsender Okto[6] ausgestrahlt.[7] Europaweit kann die Sendung via Satellit[8] gesehen werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Village Voice: A Dose of Democracy, Now. 15. Januar 2002
  2. Amy Goodman and Juan Gonzalez: Farewell to the Firehouse: After 8 Years at Downtown Community Television Landmark, Democracy Now! Moves to New Home. In: Democracy Now!. 13. November 2009. Abgerufen am 8. Februar 2014.
  3. Spanische Version der Website von Democracy Now
  4. Siehe die Website von Sara Thomsen (Album Fertile Ground, 1999)
  5. Creative Commons: Democracy Now! – now under a Creative Commons license. 19. November 2008
  6. Okto. Homepage.
  7. Democracy Now: International Stations.
  8. EuroBird (28° Ost) auf Edge Media - Controversial TV - Sky Channel 200.