Dennis Gastmann

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Dennis Gastmann in Patagonien (2010)

Dennis Gastmann (* 11. Juni 1978 in Osnabrück) ist ein deutscher Schriftsteller, Abenteurer und Vertreter des Gonzo-Journalismus.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Reiseschriftsteller Dennis Gastmann studierte Politik und Journalistik an der Universität Hamburg und begann seine Karriere als Filmemacher im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Mit 24 Jahren volontierte er im NDR und stieg danach bei der Satiresendung extra 3 ein - als Autor, Regisseur und wenig später als Reporter vor der Kamera. Nebenbei arbeitete er auch für die Magazine ZAPP und Panorama. Anfang 2009 wechselte Gastmann in die Auslandsredaktion des Senders, reiste fünf Jahre lang „Mit 80.000 Fragen um die Welt“ und versuchte dabei, auf liebevoll-ironische Weise, die letzten großen Fragen der Menschheit zu beantworten. Die gleichnamige Fernsehserie, dessen Gesicht, Autor und Stimme er war, wurde mehrfach für den Grimme-Preis nominiert. Außerdem moderierte er das Format „Der Gastmann“ (WDR Fernsehen), die sogenannte "erste politisch-satirische Talk-Reportage", deren Pilotfolge ebenfalls eine Grimme-Preis-Nominierung erhielt.

Erste Bekanntheit erlangte Gastmann durch ein kunstvoll montiertes Interview mit dem verstorbenen Franz Josef Strauß zur Bayern-Wahl 2008. Eine größere Öffentlichkeit erreichte danach seine entwaffnend charmante Reporterfigur „Dennis“, die journalistischen Missständen mit einfach formulierten, aber hintersinnigen Fragen auf den Grund ging. Die Zeitschrift GEO nannte seine Fragetechnik "Hartnäckig wie Michael Moore, furchtlos wie Borat"[1]. 2009 erhielt er dafür gemeinsam mit Ina Müller den Journalistenpreis Goldener Prometheus als „Bester Newcomer“.

Nachdem Gastmann seine Abenteuer vor und hinter der Kamera in dem Buch „Mit 80.000 Fragen um die Welt“ veröffentlicht hatte, widmete er sich der Schriftstellerei. Für „Gang nach Canossa“ wanderte er 1637 Kilometer zu Fuß von Hamburg bis nach Italien. Sein subjektiver Reichtumsbericht „Geschlossene Gesellschaft“ führte ihn auf eine einjährige Expedition in die High Society. All seine Bücher wurden Bestseller und gelten als moderne Beispiele für Gonzojournalismus im deutschsprachigen Raum. Zuletzt erschien „Atlas der unentdeckten Länder“ im Rowohlt Verlag, eine Reise von der Mönchsrepublik Athos über Transnistrien bis zur entlegenen Insel Pitcairn, auf der die Nachfahren der Meuterer von der Bounty leben[2].

Am 24. Januar 2018 erschien sein neues Buch „Der vorletzte Samurai“.[3]

Pressestimmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"Gastmann ist ein wundervoller Reiseautor mit einem Gespür für skurrile Situationen und der Begabung für schillernde Menschenporträts", urteilt der FOCUS[4] über „Atlas der unentdeckten Länder“. Der Medienkritiker Stefan Niggemeier nennt Gastmann einen „außergewöhnlichen Reporter“, von dessen „treuherzigem Schluffi-Blick“ man sich nicht täuschen lassen solle: „Dennis Gastmann ist vermutlich der NDR-Mitarbeiter, der nach Rolf Seelmann-Eggebert am meisten erlebt hat“ (FAZ.NET vom 10. November 2009). Das Medienmagazin V.i.S.d.P. bezeichnet ihn als „Peter Scholl-Latour der Generation Twitter“, der gerade den Beruf des Auslandsreporters neu erfinde. NDR Kultur sagt, er sei "ein brillanter Beobachter mit Hang zu kleinen Bösartigkeiten".

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Hallo, ich bin Dennis.“ (Beginn eines jeden seiner Filme)
  • „Weiß eigentlich Ihre Mutter, was Sie hier machen?“ (Frage an den Sprecher eines bekannten Zigarettenunternehmens)
  • „Warum sind Sie nicht verboten?“ (Frage an den Sprecher der Knights of the Ku-Klux-Klan in Arkansas/USA)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2009: Goldener Prometheus als „Bester Newcomer des Jahres“
  • 2009: NDR-Fernsehpreis „Seh-Stern“ für die „Beste Programmidee des Jahres“
  • 2010: Axel-Springer-Preis in der Kategorie Fernsehen[5]
  • 2010: Doppelte Nominierung für den Grimme-Preis für „Mit 80.000 Fragen um die Welt“ (NDR/WDR)
  • 2013: Nominierung für den Grimme-Preis für „Der Gastmann“ (WDR)

Verschiedenes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dennis Gastmann ist Träger des Adelstitels „Letzter Kaiser von Ladonien“.[6]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.rowohlt.de/hardcover/dennis-gastmann-geschlossene-gesellschaft.html
  2. Ein Interview von Christine Luz: Unbekannte Reiseländer: Wie Dennis Gastmann Kaiser von Ladonien wurde. In: Spiegel Online. 9. Juni 2016, abgerufen am 10. Juni 2018.
  3. https://www.rowohlt.de/hardcover/dennis-gastmann-der-vorletzte-samurai.html
  4. http://www.focus.de/kultur/buecher/literatur-fuer-unerschrockene-atlas-der-unentdeckten-laender_id_5561818.html
  5. Prämierte Arbeiten TV. (Nicht mehr online verfügbar.) In: axel-springer-preis.de. Ehemals im Original; abgerufen am 25. April 2016.@1@2Vorlage:Toter Link/archiv.axel-springer-preis.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. The Nobles of Ladonia. In: ladonia.org. Abgerufen am 25. April 2016.
  7. Pädophile auf Pitcairn in FAZ vom 8. Juni 2016, Seite 10