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Merian (Reisemagazin)

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Der Basler Kupferstecher Matthäus Merian als Namensgeber des Magazins

Das Merian-Magazin ist die älteste noch existierende deutschsprachige Reisezeitschrift. Sie erschien ab Juli 1948 monothematisch und monatlich, seit 2023 widmet sich das Magazin mehreren Themen und erscheint jährlich sechsmal.[1]

Merian wurde bis zum Jahr 2000 von Hoffmann und Campe verlegt, seitdem im Jahreszeiten Verlag aus der Ganske-Verlagsgruppe. Standort der Redaktion ist nach wie vor Hamburg. Entwickelt, sowohl textlich als auch illustrativ, wurde das Magazin vom damaligen Erstherausgeber Heinrich Leippe.[2] Der Name der Zeitschrift erinnert an den Basler Kupferstecher Matthäus Merian, der im 17. Jahrhundert illustrierte Städtebeschreibungen herausgab.[3]

Konzept bis 2023

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Die Hefte befassten sich bis 2023 jeweils mit einer geografischen Region: Einem Land, einem Landesteil, einer Ländergruppe oder einer Stadt. In Artikeln, Reportagen und Essays, meist bebildert, wurden die Geografie, die Wirtschaft, die Politik, die Geschichte und Literatur, aber auch Museen, Kunst und Kultur und die Gastronomie einer Region dargestellt.

Chefredakteur war von 2002 bis 2016 Andreas Hallaschka[4], auf ihn folgte Hansjörg Falz.[5] Seit 2024 ist Tinka Dippel die verantwortliche Chefredakteurin.[6]

Konzept seit 2023

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Das neue Merian-Heft erscheint seit 2023 regelmäßig und widmet sich seither einem Schwerpunktthema sowie verschiedenen Reisezielen in Deutschland, Europa und auf anderen Kontinenten. Der Fokus liegt auf besonderen Destinationen, Hotels sowie neuen Formen des Reisens.[7]

Jahrgänge und Zählung

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In den ersten Jahren bis 1974 waren die Merian-Hefte jahrgangsweise römisch durchnummeriert. Da das erste Heft im Juli 1948 erschien, beginnen die ersten Jahrgänge I bis IV jeweils im Juli und erstrecken sich bis Juni des Folgejahres. Jahrgang V ist ein (halber) Rumpfjahrgang aus nur 6 Heften, der mit der Ausgabe Dezember 1952 endet. Ab 1953 ist die Monatszählung synchron mit dem Kalender, 1/VI entspricht also dem Heft Januar 1953. Ab 1975 wird der Jahrgang auf dem Rücken nicht mehr römisch, sondern arabisch angegeben (z. B. 03/51 Rom), später erscheint das Jahr in Klartext auch auf dem Titel bzw. im Impressum. Bei neu aufgelegten Nachdrucken ist das Erscheinungsjahr nicht immer erkennbar, so dass die Jahrgangszählung zur Ermittlung des Erscheinungsdatums nach wie vor relevant ist.

Anfangs wurden Merian-Hefte vom Verlag zur Belebung des Verkaufs mit Umschlagstreifen, auch „Bauchbinde“ genannt, ausgestattet. Bislang bekannt geworden sind Hefte mit Umschlagstreifen nur aus dem Zeitraum von 1948 bis 1953 (1. bis 6. Jahrgang). Die Streifen sind sechs Zentimeter hoch, wurden je nach Titel variierend beschriftet und haben sich nur selten erhalten.

Außer der Reihe wurden aus besonderen Anlässen einige Sonderausgaben aufgelegt, die z. T. etwas vom thematischen Spektrum der Reihe abweichen:

  • 1987 (40. Jg.) 100 Jahre Automobil
  • 1990 (43. Jg.) ein Sonderheft DDR
  • dazu 5 Hefte über jedes der fünf Neuen Länder der Bundesrepublik.
  • 1993 (46. Jg.): 150 Jahre Thalia Theater (Hamburg)
  • bis 2024: Merian Scout, kompakte Guides für ein Reiseziel

Seit 2025 erscheint das monothematische Sonderheft „Merian Select“. Bei diesen Sonderausgaben handelt es sich um Produktionen, die in Kooperation mit Destinationspartnern entstehen.[8]

Themen, Autoren, Fotografen

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Viele Themenhefte wurden, je nach Aktualisierungsbedarf, in mehrjährigem Abstand in Bild und Text überarbeitet und dann wieder aufgelegt (z. B. Berlin: 12/1949, 11/1959, 1/1970, 7/1989, 6/1998, 9/2001, 3/2005, 11/2007 sowie 6/1997 Berliner Umland). Dies ergab nicht nur eine Sicht auf die historische Entwicklung, sondern auch auf die veränderte Themensetzung, die fotografische Rezeption und Darstellung sowie die literarische Reflexion.

Für die Essays wurden oft bedeutende (Reise-)Schriftsteller gewonnen, z. B. Theodor Heuss (3/1952, Heilbronn), Gerhard Nebel (4/1954, Die Eifel), Ernst Jünger (5/1954, Paris), Hermann Stahl (7/1961, Bayerische Seen, 5/1968, Der Westerwald), Hermann Kesten (8/1962, Fränkischer Jura), Friedrich Torberg (2/1974, Prag), Herbert Rosendorfer (12/1982, München) oder der FAZ-Reisejournalist Jakob Strobel y Serra (5/2007, Mallorca), Schriftsteller Jan Weiler (4/2024), Journalist Nils Minkmar (3/2025) oder die Schriftstellerin Katja Trippel (1/2026). Bei der Bebilderung wurde oft auf etablierte Reise- und Kalenderfotografen zurückgegriffen, z. B. Christian Heeb und Eberhard Grames (9/1997, Paris); gelegentlich wurden die herausragenden ganzseitigen Bildstrecken von einem einzigen Fotografen geliefert, z. B. München (12/1982) von Guido Mangold.

Reiseführer und Buchprogramm

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Die kompakten Reiseführer „Merian live!“ erschienen zwischen 1993 und 2019 im Buchhandel. Die Reihe wurde mehrfach mit dem ITB-Buch-Award ausgezeichnet. Ferner gab es die Freizeitführer „Merian aktiv“, die literarischen Reisebücher „Merian porträts – Eine Stadt in Biographien“ sowie „Merian momente“. Redaktionell verantwortlich zeigte sich das Unternehmen Travel House Media, das 2016 mit dem Verlag Gräfe und Unzer fusionierte.[9]

Einzelnachweise

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  1. So richtet Verleger Sebastian Ganske das Reisemagazin „Merian“ neu aus Auf: meedia.de vom 30. August 2023
  2. 25 Jahre „Merian“. Das Schöne zu suchen. Die Zeit., 28. Juli 1972, Nr. 30.
  3. Reisemagazin Merian - Die Lust am Bleiben (Memento vom 20. Dezember 2009 im Internet Archive) Süddeutsche.de, 1. Juli 2008
  4. kress.de: Andreas Hallaschka. Abgerufen am 23. Oktober 2023.
  5. Wechsel bei Merian: Hansjörg Falz wird neuer Chefredakteur. Auf: meedia.de vom 26. Februar 2016
  6. kress.de: Tinka Dippel steigt beim Jalag zur Merian-Chefredakteurin auf. Abgerufen am 11. Februar 2026.
  7. "Merian" bekommt neuen Look. Abgerufen am 11. Februar 2026.
  8. kress.de: Beiboot zum Hauptheft: Jalag startet "Merian Select". Abgerufen am 11. Februar 2026.
  9. Volker Scharninghausen: Ganske fusioniert die Verlage Gräfe und Unzer und Travel House Media. Abgerufen am 11. Februar 2026 (deutsch).