Der Kampf der Häuptlinge

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Der Kampf der Häuptlinge (französischer Originaltitel: Le combat des chefs) ist ein Comic der Asterix & Obelix-Serie, der von René Goscinny geschrieben und von Albert Uderzo gezeichnet wurde. Die Erstveröffentlichung erfolgte 1964 in der Zeitschrift Pilote. Im Original ist es der siebte Band, in Deutschland allerdings der vierte. 1989 diente der Comic als Vorlage für einen Teil des Zeichentrickfilms Asterix – Operation Hinkelstein.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Römer versuchen mit einer neuen Taktik, die unbeugsamen Gallier zu besiegen: Sie beschließen einen traditionellen Kampf der Häuptlinge austragen zu lassen. Der Sieger solch eines Kampfes wird traditionellerweise Häuptling beider Stämme. Die Römer suchen den Rom freundlich gesinnten Häuptling von Serum, Augenblix (in älteren Ausgaben: Aplusbegalix), dafür aus. Um sicherzustellen, dass Majestix besiegt werden kann, beschließen die Römer, vorher den Druiden Miraculix zu fangen, damit dieser keinen Zaubertrank mehr zubereiten kann.

Ein kleiner römischer Stoßtrupp bricht zum gallischen Dorf auf und lauert dem Druiden auf. Als „Büsche“ getarnt, können sie sich dem Druiden nähern und wollen ihn festnehmen. Asterix und Obelix bemerken dies und eilen herbei. Obelix wirft seinen Hinkelstein und trifft unbeabsichtigt den Druiden, der dadurch sein Gedächtnis verliert und sich weder an die gallischen Dorfbewohner noch an das Rezept des Zaubertrankes erinnern kann.

Augenblix fordert nun Majestix zum Kampf heraus. Die Gallier versuchen alles, damit der Druide sich an das Rezept erinnert, und geben ihm Kessel und Zutaten. Miraculix kocht verschiedene Tränke, die jedoch in Explosionen enden. Die Gallier beschließen, einen zweiten Druiden zu holen, der ihnen helfen soll. Asterix und Obelix suchen Amnesix auf, dessen Spezialität es ist, Leute zu heilen, die den Verstand verloren haben. Amnesix kommt ins gallische Dorf und bittet Obelix, den Hinkelsteinschlag zu schildern. Obelix demonstriert dies, indem er seinen Hinkelstein auf ihn schleudert, worauf nun beide Druiden ohne Gedächtnis sind.

Die Römer haben durch einen Spion erfahren, dass der Druide den Trank nicht mehr brauen kann. Der Kampf der Häuptlinge beginnt, und Majestix muss ohne Zaubertrank teilnehmen. Obelix hat jedoch eine Idee: Um den Druiden zu heilen, wirft er seinen Hinkelstein ein zweites Mal auf Miraculix – der in diesem Augenblick durch einen von Amnesix gemixten Trank gesund geworden ist. Der Wurf richtet jedoch keinen weiteren Schaden an. Der Druide kocht den Zaubertrank, und sie bringen den Trank in Flaschen zur Arena, wo der Kampf bereits läuft. Als Asterix seinem Häuptling zuruft, dass sie den Zaubertrank nun haben, schlägt Majestix zu und besiegt den Gegner.

Die Römer greifen an, werden jedoch dank des Zaubertrankes von den Galliern besiegt. Majestix verzichtet darauf, Häuptling von Augenblix’ Stamm zu werden. Der Sieg wird anschließend bei einem großen Festmahl gefeiert.

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1964 in der Zeitschrift Pilote. 2001 erschien der Comic auf münchnerisch unter dem Titel „Ozabfd is!“

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Asterix und Obelix Reisen nach Lutetia, Germanien, Rom und Ägypten sowie eine komplette Runde durch Gallien unternommen haben, ist dies die erste Geschichte seit Band 1, die ausschließlich im Umfeld des Dorfes spielt.

Vermutungen, diese Geschichte sei von der zu ihrer Entstehungszeit stattfindenden Wiederwahl Charles de Gaulles inspiriert, wurden von den Autoren mehrmals negiert. Die Darstellung der sich Rom anbiedernden Gallier jedoch soll eine Anspielung auf die Zusammenarbeit der Vichy-Regierung mit den Nazi-Besatzern im Zweiten Weltkrieg sein. Im Wohnzimmer des Häuptlings Augenblix hängt der Spruch „Rome Sweet Rome“.

Der Zenturio Lacmus ist eine Karikatur des italienischen Diktators Benito Mussolini. Sein Adjutant Spreizfus ähnelt dem florentinischen Philosophen und Dichter Niccolò Machiavelli.

Es taucht ein Professor Berlix und seine „Schule für lebende Sprachen“ auf. Tatsächlich gab es einen amerikanischen Sprachwissenschaftler namens Maximilian Delphinius Berlitz, der mehrere Sprachschulen gründete.

In diesem Band ist auf einem Plakat das Marsupilami von André Franquin als „sagenhaftes Fabeltier vom Mars“ (in späteren Auflagen als „Wunder der Natur: das Marsupilamix“) zu sehen.

Im Boxkampf zwischen Augenblix und Majestix gibt es einige Anspielungen auf den berühmten Boxer Muhammad Ali und seinen Kampfstil. So ruft etwa Majestix nach seinem Sieg aus: „Ich bin der Schönste! Ich bin der Stärkste! Ich bin der Sieger“, was an Alis „I am the Greatest!“ erinnert. Dazu passend lautet Augenblix' Name in der englischen Übersetzung „Cassius Ceramix“, in Anlehnung an Alis bürgerlichen Namen Cassius Clay.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]