Asterix in Italien

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Asterix in Italien (französischer Originaltitel: Astérix et la Transitalique) ist der im Oktober 2017 erschienene, 37. Band der Comicreihe Asterix. Wie schon bei den beiden Bänden zuvor war Jean-Yves Ferri der Autor und Didier Conrad der Zeichner. Der Titel des Bandes wurde am 5. April 2017 auf der Kinderbuchmesse in Bologna von den beiden Schöpfern bekanntgegeben.[1]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der korrupte römische Senator Lactus Bifidus veranstaltet ein Wagenrennen quer durch Italien, das von Modicia, dem heutigen Monza, bis nach Neapel führen soll. Damit will er davon ablenken, dass er die Gelder zur Instandsetzung der Römerstraßen in Italien veruntreut hat. Vertreter vieler Völker sollen teilnehmen. Auch Obelix, dem von einer Wahrsagerin ein Sieg als Wagenlenker prophezeit wurde, nimmt teil, Asterix ist in dieser Episode nur Begleiter und Stichwortgeber. Gewinnen soll nach Cäsars Willen allerdings der stets maskierte Römer Caligarius, der von seinem Gefährten Bleifus unterstützt wird. Nachdem nach einer anfangs unerklärlichen Häufung von Unfällen und Ausscheiden mehrerer Teams die Gallier aufgedeckt haben, dass das Rennen manipuliert ist, zieht sich Caligarius zurück. Die Gallier setzen das Rennen fort, an dem nun noch Teams von Lusitanern, Sarmaten, Griechen und zwei Kuschiterinnen teilnehmen. Überraschenderweise werden sie kurz vor dem Ziel von Caligarius überholt, bis dieser in ein Schlagloch fährt und ausscheidet. Es stellt sich heraus, dass Caesar selbst unter der Maske des Caligarius versucht hat, die Ehre Roms zu retten. Obelix gewinnt den Pokal, gibt ihn aber weiter, sodass ihn nach weiterem Durchreichen am Ende die Lusitaner bekommen, die – der Running Gag des Bandes – ständig mit der Reparatur ihres Wagens beschäftigt waren. Ferner wird erwähnt, wie Obelix, der verärgert einen großen Gesteinsbrocken, den der Vesuv kurz vor Ende des Rennens direkt vor sein Wagengespann geschleudert hat, auf dessen Gipfel zurückwirft, mit dieser Verstopfung des Vulkanschlots der Region einen „nicht unerheblichen Aufschub“ gewährt hat, „bis etwa 79 n. Chr.

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Auflage in deutscher Sprache erschien bei Egmont Ehapa Media mit 1,4 Millionen Exemplaren im Softcover- und 350.000 Exemplaren mit Hardcover-Einband. Übersetzer war Klaus Jöken. Die Gesamtauflage in allen verschiedenen Sprachen in Europa betrug etwa 5 Millionen Exemplare.[1]

Karikaturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie in mehreren anderen Asterix-Bänden treten auch hier mehrere Prominente in Nebenrollen auf. Der Garum-Produzent Croesus Lupus, der das Rennen sponsert, ist eine Karikatur Silvio Berlusconis. Luciano Pavarotti hat einen Auftritt als singender Gastwirt in Parma, und Caligarius trägt, nachdem er seine Maske abgelegt hat, die Züge des Rennfahrers Alain Prost.[2] Weiter bringt Sophia Loren in einer Herberge das Essen an den Tisch.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Timur Vermes (der zugibt, die beiden vorangegangenen Bände nicht gelesen zu haben) spricht im Spiegel von einer „Mumie eines Asterix-Bands“ sowie von einem „Weg des lustlosen Aufwärmens“ und vermisst den Detailreichtum früherer Bände in Wort und Bild.[3] Dagegen urteilt Marc Reichwein in der Welt, Ferri und Conrad liefen in diesem neuen Band „in Sachen Plot, Ironie und Innovation zur Hochform“ auf.[4] Oliver Grimm lobt in der Presse die „spannende Story, die zahlreichen originellen Nebencharaktere, die schlauen Anspielungen“ und den „sprühenden Wortwitz“. Dieser Band reiche an die Meisterwerke René Goscinnys und Albert Uderzos heran.[5] Didier Conrad habe „Uderzos Stil perfekt drauf“, meint Nadine Lange im Tagesspiegel, die Mischung stimme auch diesmal wieder, die Handlung wirke allerdings diesmal etwas „gehetzt und zerfasert“; sie wünscht sich, dass der nächste Band „wieder etwas bissiger ausfällt“.[6] Axel Veiel von der Frankfurter Rundschau stellt das „Ideenfeuerwerk“ heraus und sieht als Botschaft des neuen Bandes, dass „Freundschaft, Treue und Großzügigkeit“ sich auszahlen und auch „der Kleine die Großen besiegen“ könne.[7] In der taz lobt Ralph Trommer Conrads „prall gefüllte Panels“ und die Dynamik seiner Zeichnungen, die Geschichte selbst hetze aber von Episode zu Episode und trotz manch hübscher Ideen werde doch „viel Potenzial verschenkt“.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Asterix in Italien - Band XXXVII. www.comedix.de, 2017; abgerufen am 19. Oktober 2017.
  2. a b Ralph Trommer: Manipulation im antiken Rennsport. In: taz vom 25. Oktober 2017, S. 16.
  3. Timur Vermes: Witze, die fallen wie Pferdeäpfel. www.spiegel.de, 19. Oktober 2017.
  4. Marc Reichwein: Warum Band 37 der bisher beste Asterix des neuen Duos ist. www.welt.de, 19. Oktober 2017
  5. Oliver Grimm: Zwei Gallier auf der Überholspur. diepresse.com, 19. Oktober 2017
  6. Nadine Lange: Obelix, spann den Wagen an. www.tagesspiegel.de, 19. Oktober 2017
  7. Axel Veiel: „Alle lieben Obelix.“ www.fr.de, 19. Oktober 2017