Der Popolski Show

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Der Popolski Familie – Rheinkultur 2010
Achim Hagemann als „Pawel Popolski“
„Dorota“ (Iva Buric Zalac)
„Mirek“ (Mirko van Stiphaut)
„Danusz“ (Daniel Basso)

Der Popolski Show ist eine von Achim Hagemann unter dem Pseudonym „Pawel Popolski“ gegründete parodistische Kabarettshow mit Musikeinlagen.[1] Im März 2008 startete sie im Spätabendprogramm des WDR. Bekannte Pop-Rock-Klassiker werden dabei einerseits musikalisch zum Teil erheblich verfremdet, andererseits in eine komödiantische Rahmenhandlung eingebaut.

Seit 2015 wird sie als Der Popolski-Wohnzimmershow, bestehend aus Pawel und Dorota Popolski (Iva Buric Zalac), weitergeführt.[2]

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kabarettshow folgt einem Konzept, nach dem die Akteure Angehörige der aus Polen stammenden, klischeehaft überzeichneten Familie Popolski seien. Dazu gehört die fiktive Legende der Familie Popolski, in der vor allem der Großvater, „Pjotrek Popolski“, eine wichtige Rolle einnimmt. So soll er Anfang des 20. Jahrhunderts 128.000 Stücke komponiert haben und Urheber sämtlicher Popklassiker sein, die ihm jedoch von einem gewissenlosen Manager gestohlen worden seien. Daraufhin hätten verbrecherische Gestalten auf dem Schwarzmarkt die Kopien seiner Kompositionen an alle möglichen Popstars der Welt verkauft, zu denen Prince, Modern Talking oder Howard Carpendale zählen. Pawels Lieblingsspruch lautet: Dieter Bohlen hat gestohlen alle seine Hits in Polen.[3] Das Ansinnen der Familie Popolski sei nun, ihrem alten Großvater zu spätem Ruhm zu verhelfen und die eigene Geldbörse wieder aufzufüllen, indem sie die „ursprünglichen“ Polka-Versionen der Hits darbieten, wie sie der Großvater komponiert habe. Da sie sich als Gralshüter dieses musikalischen Vermächtnisses sehen, hieße die Band der Familie folglich auch „The Pops“.

Die Mitglieder dieser pseudo-polnischen Musikerfamilie stellen sämtlich mehr oder weniger verkrachte Existenzen dar. Jeder dieser Charaktere bekommt in der Kabarettshow zudem seinen eigenen Auftritt. Dem Konzept nach stammt die gesamte Familie aus Zabrze, einer Stadt im Zentrum des oberschlesischen Kohlereviers.

Zu den Mitgliedern der Familie zählt „Pawel Popolski“, der älteste der Brüder Popolski, der die Kabarettshow moderiert und alle weiteren Charaktere vorstellt. Daneben gibt es den blinden „Danusz Popolski“, dessen Piano in der Rumpelkammer steht und den als Einzigen nicht das Chaos der Familie stört. „Mirek Popolski“ im Kunstpelz treibt jeden elektrischen Verstärker in den Kurzschluss. „Janusz Popolski“, „der jungste Bruder und der trubste Tasse von der ganze Familie“, spielt Bass, spricht nie und bricht in Tränen aus, wenn er den Mund aufmachen soll. „Dorota Popolski“, die Cousine, wird angepriesen als „der Heißeste von der Heißesten“, tritt sie doch im lasziv geschlitzten Fischhautkleid auf. Schließlich zählen zu den weiteren Charakteren unter anderem die trinkfreudigen eineiigen Zwillinge „Henjek“ und „Stenjek“, die als Bläserduo auftreten, der Baumeister „Bogdan Popolski“ im Blaumann, der Polka-Akkordeonspieler und zweite Gitarrist „Marek Popolski“, der Pornodarsteller und „Botschafter der Liebe“ „Andrzej Popolski“ und der pomadige „Tomek Popolski“, der als „Tiger von Zabrze“ vorgestellt wird.

Es singen und spielen (Pseudonym/Instrument):

  • Achim Hagemann (Pawel/Schlagzeug)
  • Mirko van Stiphaut (Mirek/Gitarre)[4]
  • Daniel Basso (Danusz/Keyboard)[5]
  • Martin Ziaja (Janusz/Bass)[6]
  • Ludwig Götz (Henjek/Posaune)[7]
  • Rüdiger Testrut (Stenjek/Trompete)
  • Markus Grieß (Marek/Akkordeon)
  • Jörg Hamers (Bogdan/Gesang)
  • Christoph Terbonssen (Tomek/Gesang)[8]
  • Iva Buric Zalac (Dorota/Gesang)
  • Andreas Schleicher (Andrzej/Gesang)[9]
  • Henning Schwarzhoff (Isidor/Gesang) † 10. Dezember 2009[10][11][12].
  • Oliver Steinhoff (Elvek/Gesang)[13]

Die im WDR im Jahr 2008 ausgestrahlte Fernsehfassung spielt in einer angeblichen polnischen Plattenbausiedlung im zwölften Stockwerk, einschließlich Stromausfalls.

Im April 2014 nach der Abschlusstournee „Polka’s coming home – Der Beste von der Beste“ endete das „Der Familie Popolski“-Projekt, und die Bandmitglieder gingen getrennte Wege.[14] Das letzte Konzert fand am 6. April 2014 in der ausverkauften Heinrich-Lades-Halle in Erlangen statt.

Im Winter 2014 veröffentlichte Achim Hagemann das Buch Der Familie Popolski und ging 2015 damit auf Lese-Tour.[15]

Akteure und Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kopf des Ensembles ist der aus Recklinghausen stammende Achim Hagemann, der einer breiteren Öffentlichkeit vor allem durch seine zahlreichen Auftritte mit Hape Kerkeling bekannt wurde.

Am 10. Dezember 2009 verstarb der Sänger Henning Schwarzhoff, der in der Kabarettshow als „Isidor Popolski“ auftrat, im Alter von 39 Jahren an einem Herzinfarkt.[16]

In den Jahren 2006, 2008 und 2009 gab es für das Ensemble unterschiedliche Nominierungen für verschiedene Musik-, Kabarett- und Fernsehpreise.

Im weitesten Sinne könnte diese Gruppe auch als Coverband bezeichnet werden, da sie Stücke spielt, die dem Publikum zum Beispiel durch Tom Jones (Sex Bomb), Alcazar (Crying at the Discotheque) oder Die Ärzte (Junge) bekannt gemacht wurden.[19]

Die Verfremdung und Verfeinerung der Stücke stellt jedoch eine eigene Leistung dar. Durch Wechsel der Tempi, durch Einsatz des Mittels der Synkope, durch eine ungewöhnliche Instrumentenwahl (zum Beispiel Posaune und Harfe) wird hier eine eigene Stilbildung betrieben und auch erreicht (zum Beispiel zu einem Pop-Polka-Reggae-Crossover).

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2007 The Pops – Dobrze
  • 2008 Der Popolski-Show – Live in Zabrze

Videos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2011 Der Familie Popolski – Live in der Zloty-Palast

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. WDR 2 Paternoster – Achim Hagemann: Popolski-Gründer (Memento vom 24. März 2015 im Internet Archive), wdr2.de, 8. Januar 2015
  2. Der Popolski Wohnzimmershow
  3. Hoppla, „Der Popolski-Show“!, FOCUS Magazin, Nr. 7 (2010), abgerufen am 6. Januar 2017
  4. http://www.chris-kramer.de/groovehands/bandinfo.pdf (Memento vom 18. Juli 2011 im Internet Archive)
  5. http://www.rp-online.de/public/article/xanten/558173/Und-ich-luge-nicht-wenn-ich-sage.html (Memento vom 25. April 2008 im Internet Archive)
  6. Verstärkung von den Popolskis (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive) Artikel in WAZ/Der Westen 10. November 2008
  7. Verstärkung von den Popolskis (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive) Artikel in WAZ/Der Westen 10. November 2008
  8. Homepage von Christoph Terbonssen (Memento vom 8. April 2009 im Internet Archive)
  9. Homepage von Andreas Schleicher (Memento des Originals vom 13. März 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schleicherswelt.de
  10. Henning Schwarzhoff gestorben: Unvergessliche Stimme ist verstummt, Kölner Stadt-Anzeiger, 16. Dezember 2009
  11. Interview mit Sascha Breuer-Rölke: „Wir haben oft über den Tod geredet“, Kölner Rundschau, 28. Januar 2010
  12. Krefeld: Bei Popolskis wenig Neues, RP Online, 14. Februar 2010
  13. Homepage von Oliver Steinhoff
  14. Stefan Reckziegel: Komisches Polka-Finale. In: welt.de. 8. März 2014, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  15. Achim Hagemann hat die wahre Geschichte der falschen Familien aufgeschrieben – Die Welt – abgerufen am 20. Januar 2015
  16. Kölner Stadtanzeiger
  17. Im Westen was Neues „Der Popolski Show“: Es gibt im deutschen Fernsehen doch noch Unterhaltungskunst (Memento vom 21. September 2008 im Internet Archive)
  18. Nominierte Unterhaltung 2009 (Memento vom 31. Januar 2009 im Internet Archive)
  19. „Der Popolski Show“ mit „Junge (warum hast du nichts gelernt)“ (Original: Die Ärzte)