Zabrze

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Zabrze
Wappen von Zabrze
Zabrze (Polen)
Zabrze
Zabrze
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Powiat: Kreisfreie Stadt
Fläche: 80,47 km²
Geographische Lage: 50° 18′ N, 18° 47′ OKoordinaten: 50° 18′ 0″ N, 18° 47′ 0″ O
Einwohner: 177.815
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 41-800 – 41-820
Telefonvorwahl: (+48) 32
Kfz-Kennzeichen: SZ
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Autostrada A4
Drogowa Trasa Średnicowa
Schienenweg: Gliwice–Katowice
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Fläche: 80,47 km²
Einwohner: 177.815
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 2210 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2478011
Verwaltung (Stand: 2013)
Stadtpräsident: Małgorzata Mańka-Szulik
Adresse: ul. Powstańców 5/7
41-800 Zabrze
Webpräsenz: www.um.zabrze.pl



Zabrze [ˈzabʒɛ] (deutsch bis 1915 Zabrze und danach Hindenburg O.S.) ist eine oberschlesische Großstadt in der Woiwodschaft Schlesien im südlichen Polen rund 150 km südöstlich von Breslau und etwa 90 km nordwestlich von Krakau und ein bedeutendes Zentrum des Oberschlesischen Industriegebietes (Bergbau, Maschinen- und Eisenindustrie).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zabrze grenzt an die Städte Gliwice (Gleiwitz), Bytom (Beuthen O.S.) und Ruda Śląska (Ruda) sowie an die Landkreise (Powiat) Gliwicki und Tarnogórski.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Zabrze umfasst eine Fläche von 80,4 km² mit 17 Stadtteilen[2][3]:

  • Biskupice (Biskupitz-Borsigwerk)
  • Centrum Północ (Zentrum Nord)
  • Centrum Południe (Zentrum Süd)
  • Grzybowice (Pilzendorf)
  • Helenka (Helenenhof)
  • Kończyce (Kunzendorf)
  • Maciejów (Mathesdorf)
  • Makoszowy (Makoschau)
  • Mikulczyce (Mikultschütz; 1936–45: Klausberg O.S.)
  • Osiedle Janek (übersetzt: Siedlung Janek, Neubau nach 1945)
  • Osiedle Mikołaja Kopernika (übersetzt: Nikolaus-Kopernikus-Siedlung, Neubau nach 1945)
  • Osiedle Młodego Górnika (übersetzt: Jungbergmann-Siedlung, Neubau nach 1945)
  • Osiedle Tadeusza Kotarbińskiego
  • Pawłów (Paulsdorf)
  • Rokitnica (Rokittnitz; 1936–45: Martinau)
  • Zaborze Północ (Zaborze-Poremba Nord)
  • Zaborze Południe (Zaborze-Poremba Süd)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Postamt
Das „Teatr Nowy“ (Neues Theater) im Gebäude des ehemaligen Kasinos der Donnersmarckhütte

Erstmals erwähnt wurde die eigenständige kleine Siedlung Zabrze (später Alt-Zabrze) in den Jahren 1295–1305 als „Sadbre sive Cunczindorf“ (d. h. Sabre oder Cunczindorf=das Dorf des Cunzen bzw. des Conrads) und befand sich danach unter böhmischer, habsburgischer und preußischer Herrschaft. Die älteste Siedlung innerhalb des jetzigen Stadtgebietes ist Biskupitz (1243). 1774 wurde Dorotheendorf gegründet, 1775 Klein-Zabrze.

Im Jahre 1873 wurde in der Landgemeinde Zabrze das Landratsamt für den gleichnamigen neuen Kreis eingerichtet. Dieser war im Süden des bisherigen Kreises Beuthen im Regierungsbezirk Oppeln der preußischen Provinz Schlesien entstanden. Die Aufteilung dieses seit 1815 bestehenden Kreises war wegen der stark gestiegenen Einwohnerzahlen infolge der Industrialisierung notwendig gewesen.

Am 1. April 1905 wurden die Gemeinden Alt-Zabrze, Klein-Zabrze, Dorotheendorf und der Gutsbezirk Zabrze zur neuen Gesamtgemeinde Zabrze zusammengefasst sowie die Kolonie C von Zaborze eingemeindet.

Die Landgemeinde Zabrze wurde am 21. Februar 1915 auf Beschluss des Landkreises und mit diesem zu Ehren des Generalfeldmarschalls Paul von Hindenburg in „Hindenburg O.S.“ (O.S.=Oberschlesien) umbenannt. Nach Auflösung der Provinz Schlesien im November 1919 ging aus dem Regierungsbezirk Oppeln die eigenständige Provinz Oberschlesien hervor. Hindenburg O.S. gehörte fortan zur Provinz Oberschlesien.

Zum 1. Oktober 1922 wurde der bisherigen Landgemeinde Hindenburg O.S. (dem damaligen „größten Dorf Europas“) das Recht der Städte-Ordnung für die sechs östlichen Provinzen der preußischen Monarchie vom 30. Mai 1853 verliehen. Die bisherigen Ortschaften der Gemeinde Hindenburg O.S. (Alt-Zabrze, Dorotheendorf und Klein-Zabrze) wurden zum Ortskern der neuen Stadt Hindenburg O.S. zusammengeschlossen. Am 1. Januar 1927 wurde der Kreis Hindenburg O.S. aufgelöst und die Stadtgemeinde Hindenburg O.S. bildete fortan mit dem gesamten restlichen Kreisgebiet – ohne die Landgemeinde Sosnitza und den Gutsbezirk Sosnitza – den neuen Stadtkreis Hindenburg O.S. (Kreisfreie Stadt). Folgende Gemeinden wurden eingemeindet: Biskupitz-Borsigwerk, Mathesdorf und Gesamtgemeinde Zaborze.

Am 1. April 1938 wurden die bisherigen preußischen Provinzen Niederschlesien und Oberschlesien wieder zur Provinz Schlesien zusammengefasst, um am 18. Januar 1941 als Gaue wieder in Ober- und Niederschlesien aufgeteilt zu werden. Hindenburg O.S. wurde aus dem Regierungsbezirk Oppeln ausgegliedert und dem Regierungsbezirk Kattowitz unterstellt.

Am 24. Januar 1945 wurde die Stadt durch die Rote Armee besetzt, am 19. März 1945 unter polnische Verwaltung gestellt und danach der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. Der Großteil der deutschen Bevölkerung wurde, soweit nicht geflohen, vertrieben bzw. in der Folgezeit ausgewiesen. 1946 erhielt die Stadt wieder ihren früheren Namen Zabrze.

1950 kam die Stadt zur Woiwodschaft Katowice. 1951 erfolgte die Eingemeindung von Makoszowy (Makoschau), Kunzendorf, Paulsdorf, Mikultschütz, Rokittnitz, Pilzendorf später auch Helenenhof.

1953 hat die Stadt Essen (Ruhrgebiet) die Patenschaft über Hindenburg O.S. übernommen. Derzeit wird diese Patenschaft als eine Patenschaft über die vertriebenen und ausgesiedelten Hindenburger sowie deren Kulturgut verstanden. In Essen befindet sich auch die „Hindenburger Heimatsammlung“.

1999 kam Zabrze zur Woiwodschaft Schlesien und erhielt den Status einer kreisfreien Stadt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der letzten Volkszählung von 2002 bekannten sich von den damals 195.293 Einwohnern 158.425 oder 81,1 % zur polnischen Nationalität, 3835 Personen (1,96 %) bezeichneten sich als Schlesier, 2592 (1,33 %) als Deutsche und 123 (0,06 %) als Roma. 30.113 Personen machten keine Angaben zu ihrer Nationalität. Damit lebt in Zabrze eine kleine, gleichwohl aber die zahlen-, und anteilsmäßig größte deutsche Minderheit aller Städte in der Woiwodschaft Schlesien.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Josefskirche
Annakirche
Wasserturm des Klinikums

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtpräsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(nach 1945)

  • 1945 (Ende Februar-Mitte März): Sauer, Komitee Freies Deutschland
  • 1945–1950: Paweł Dubiel
  • 1950–1951: Grzegorz Sabuda
  • 1951–1957: Rufin Suchoń
  • 1957–1960: Jerzy Knapik
  • 1960–1970: Tadeusz Bluszcz
  • 1970–1973: Jerzy Skowronek
  • 1974–1978: Bogusław Pałka
  • 1978–1981: Hubert Niglus
  • 1981–1987: Jan Janota
  • 1987–1991: Gerard Hajda
  • 1991–2002: Roman Urbańczyk
  • 2002–2006: Jerzy Gołubowicz
  • seit 2006: Małgorzata Mańka-Szulik

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Wappen von Zabrze

Das Wappen von Zabrze stellt auf goldenem Hintergrund einen gemauerten roten Dreiturm mit Zinnen und blauem Zahnrad dar. Es wurde zwischen 1927 und 1948 genutzt und wieder seit 1990 in leicht modifizierter Form.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zabrze unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:[5]

  • DeutschlandDeutschland Essen, Nordrhein-Westfalen, seit 1953 Patenschaft über Hindenburg OS, seit 2000 eine enge städtische Zusammenarbeit (Kooperation) auf der Grundlage der bestehenden Patenschaft, 2008 wurde eine Kooperationsurkunde unterschrieben, am 25. März 2015 wurde die Städtepartnerschaft beschlossen[6]
  • DeutschlandDeutschland Sangerhausen, Sachsen-Anhalt, seit 1983
  • FrankreichFrankreich Seclin, Frankreich, seit 1987
  • SchwedenSchweden Lund, Schweden, seit 1992
  • EnglandEngland Rotherham, England, seit
  • SlowakeiSlowakei Trnava, Slowakei, seit 1995
  • RusslandRussland Kaliningrad, Russland, seit 1998
  • UkraineUkraine Riwne, Ukraine, seit 2001
  • LibanonLibanon Zahlé, Libanon, seit 2007

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Admiralspalast“

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kohlengrube „Concordia“

Heute ist Zabrze ein bedeutendes wissenschaftliches, kulturelles und industrielles Zentrum im Oberschlesischen Industrierevier. Unter anderem befinden sich hier Institute der Polnischen Akademie der Wissenschaften, die Oberschlesische Philharmonie sowie Betriebe der Elektronik-, Glas- oder Lebensmittelindustrie. Seit 1841 wird in der Region Bergbau betrieben.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Zabrze liegt an der Bahnstrecke Katowice–Legnica. Weiterhin verlaufen einige Güterstrecken durch die Stadt.

Im Nahverkehr besteht eine Anbindung an das Netz der Oberschlesischen Straßenbahn.

Die Stadt hat eine Anbindung an die polnische Autostrada A4, außerdem verläuft die Drogowa Trasa Średnicowa durch Zabrze.

Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der woiwodschaftliche Kultur- und Erholungspark sowie der Maciejów-Park (früher „Mathesdorfer Wald“) dienen als Erholungsgebiete für die Einwohner von Zabrze. Der Botanische Garten erfreut sich ebenfalls einer großen Beliebtheit. Eine Sehenswürdigkeit ist der Wasserturm Zabrze.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußball in Hindenburg O/S. vor 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erfolgreiche Hindenburger Verein war der 1910 gegründete SC Preußen Hindenburg. Er spielte in der obersten Fußballliga, damals auf regionaler Ebene die Gauliga Schlesien bzw. ab dem Jahre 1941 die Gauliga Oberschlesien, und nahm einmal an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft teil. Daneben existierten noch in Hindenburg O/S. die folgenden Fußballvereine: die SpVgg Deichsel, der TV Deichsel, der TuS Hindenburg 09, der SV Delbrückschächte und der Sportfreunde Klausberg.

Fußball in Zabrze nach 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bedeutung von Sport lässt sich in Zabrze vor allem am Fußballverein Górnik Zabrze ablesen, der mit 14 Titeln polnischer Rekordmeister ist, aber im Gegensatz zum mittlerweile schon 13-maligen Meister Wisła Krakau seit 1988 keine Meisterschaft gewonnen hat.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Janosch

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Tobolla (1925–2013), Bildhauer und Künstler, seit 2007 Ehrenbürger der Stadt Zabrze
  • Janosch (* 1931), deutscher Illustrator, Kinderbuchautor und Schriftsteller, seit 2011 Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sonstige
    • Joachim Kroll (1933–1991), deutscher Serienmörder
    • Carl Szmula (1828–1890), Arzt in Zabrze
    • Franciszek Trąbalski (* 10. Oktober 1870 in Czempiń; † 26. Juli 1964 in Zabrze) war ein polnischer sozialistischer Politiker (PPS, PZPR).

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bergarbeiterstadt Zabrze wird als Heimatort der pseudo-polnischen Musikerfamilie Popolski erwähnt. Von dort wird Der Popolski Show „Live aus der Plattenbau“ fiktiv gesendet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Knossalla: Geschichte der Stadt Hindenburg O/S. (Zabrze) aus Anlaß der Stadtwerdung in Einzelbildern dargestellt, Kattowitz 1929 (Digitalisat)
  • Einwohner-Adressbuch Hindenburg OS 1909, 1912, 1938. (Digitalisat)
  • Josef Pollok: „Hindenburg OS, Stadt der Gruben und Hütten“, Essen 1979. (Digitalisat)
  • Kalendarium Zabrzanske, Zabrze 2006

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zabrze – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b
    Folgende Teile dieses Abschnitts scheinen seit 8. Juni 2015 nicht mehr aktuell zu sein: Veraltete Daten..
    Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.
    Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. GłównyUrząd Statystyczny (GUS), archiviert vom Original, abgerufen am 30. Dezember 2014 (pdf).
  2. Vgl. http://www.um.zabrze.pl/mieszkancy/miasto/statystyki
  3. Vgl. http://www.um.zabrze.pl/mieszkancy/miasto/dzielnice
  4. Vgl. Polnisches Hauptstatistikamt (GUS)
  5. Vgl. http://www.um.zabrze.pl/mieszkancy/samorzad/miasta-partnerskie
  6. https://www.essen.de/meldungen/pressemeldung_918186.de.html