Inge von Bönninghausen

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Inge von Bönninghausen (* 20. September 1938) ist eine deutsche Journalistin. Sie leitete frauTV des WDR.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inge von Bönninghausen zog 1947 mit ihren Eltern nach Wesel, wo sie zuerst in dem Stadtteil Lackhausen und dann am Grafenring in der Dienstwohnung ihres Vaters, der Oberkreisdirektor war, wohnte. 1958 erhielt sie ihr Abitur am städtischen Mädchengymnasium. Dort war sie zuvor die erste Austauschschülerin gewesen, die nach Hagerstown (Maryland) ging.[1] Anschließend studierte sie Germanistik und Geschichte[2] und promovierte 1968 an der FU Berlin mit dem Werk „Satire im Frühwerk Jean Pauls“.[3]

Bereits 1991 machte Inge von Bönninghausen gemeinsam mit der Zeit-Autorin Viola Roggenkamp ihre lesbische Identität in ihrer eigenen Sendung „Frauen-Fragen“ öffentlich.[4] 2012 wurde ihr von der LAG Lesben in NRW der Augspurg-Heymann-Preis für ihr lesbenpolitisches Engagement verliehen. [5]

Von Bönninghausen lebt in der Nähe von Köln.[6]

Journalistische Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1969 bis 1970 war Inge von Bönninghausen Assistentin des Fernsehprogrammdirektors des Saarländischen Rundfunks. Anschließend arbeitete sie als freie Fernsehjournalistin. Von 1974 bis 1999 war sie Fernsehredakteurin beim WDR. Dort arbeitete sie an Serien wie „Elternschule“, „Familienrat“ und kreierte die Sendung „Frauen-Studien“. 1980 konzipierte von Bönninghausen die Sendereihe „Frauen-Fragen“ (später „Frau TV“). In ihrem Magazin behandelte sie aus feministischer Perspektive u. a. die Themen Massenvergewaltigungen, Klitorisbeschneidung, Zwangssterilisierung, Gewalt gegen Frauen in der Ehe und Lesben.[7]

Von Bönninghausen war Koautorin der Studie zur „Situation der Mitarbeiterinnen im WDR“, Mitbegründerin der Frauengruppe des Senders und Vertreterin des WDR im „Steering Committee on Equal Opportunities“ bei der Europäischen Kommission.

Von Bönninghausen nahm jährlich an den „Herbsttreffen der Frauen in den Medien“ (Medienfrauentreffen) teil. Sie ist Mitglied in der „International Association of Women in Radio and Television“, Gründungsmitglied des Journalistinnenbundes, dessen Vorsitzende sie von 1991 bis 1999 war. Von 2000 bis 2004 war sie Vorsitzende des Deutschen Frauenrats und Vorstandsmitglied der „Europäischen Frauenlobby“. Sie ist Ehrenmitglied bei der Regionalgruppe NRW der Wirtschaftsweiber,[4] ist im Vorstand der Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung in Kassel (ADDF), zu deren Gründungsstifterinnen sie auch gehört[8] wie auch im Vorstand der „Lobby für Mädchen“ in Köln.[9]

Inge von Bönninghausen war Referentin und Moderatorin bei Frauen-Medien-Konferenzen in Afrika, Asien und Südamerika und Berichterstatterin von den UN-Konferenzen in Kairo und Peking.[10]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Text über die Begründung für die Verleihung der Hedwig-Dohm-Urkunde, gehalten von Sabine Zurmühl, aus dem Jahre 1999 heißt es:

„Der Journalistinnenbund ehrt Dr. Inge von Bönninghausen für ihre Verdienste um Frauen in den Medien. Als langjährige Redakteurin und Moderatorin der frauenpolitischen Fernsehreihen des Westdeutschen Rundfunks, angefangen mit ‚Frauenstudien‘, später ‚Frauen-Fragen‘ bis hin zu ‚Frau TV‘, hat sie frühzeitig Maßstäbe für die Darstellung der Lebenswirklichkeit von Frauen gesetzt. Ihrem feministischen Engagement sind Themen zu verdanken, die bis dahin von den Medien weitgehend unbeachtet waren. Nicht nur als Vorsitzende, sondern auch als Mitglied in anderen internationalen Vereinigungen, hat sie maßgeblich dazu beigetragen, die Kompetenz der im Journalismus arbeitenden Frauen öffentlich sichtbar werden zu lassen.“[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Ernst Stobberg: Schulsorgen - Wer die Ursachen kennt, kann helfen. Verlagsgesellschaft Rudolf Müller, Köln-Braunsfeld 1971, ISBN 3-481-21001-9.
  • Spiel mit mir - Lern mit mir: Die Förderung des Kindes im Vorschulalter. Nach der ZDF Elternschule. Verlagsgesellschaft Rudolf Müller, Köln-Braunsfeld 1972, ISBN 3-481-21011-6.
  • mit Jutta Dreisbach-Olsen: Experiment Erziehung: Antiautoritäre Erziehung - und was nun? Verlagsgesellschaft Rudolf Müller, Köln-Braunsfeld 1973, ISBN 3-481-40461-1.
  • mit Paul Bielicki, Jutta Dreisbach-Olsen, Hannelore Meyer: ZDF- Elternschule 1974: Die großen Probleme der Kleinen. Verlagsgesellschaft Rudolf Müller, Köln-Braunsfeld 1974.
  • mit Ernst Stobberg: Schulsorgen? Humboldt-Taschenbuchverlag, München 1992, ISBN 3-581-66239-6.
  • mit Gisela Helwig, Freya Klier: Ungleiche Schwestern? Frauen in Ostdeutschland und Westdeutschland. Nicolai, Berlin 1998.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. derwesten.de: Kreative Weseler Frauen. Vom 27. August 2008. Abgerufen am 12. November 2012.
  2. frauenakademie.de: [1]
  3. portal.dnb.de: Satire im Frühwerk Jean Pauls. Dissertation von Inge von Bönninghausen, Eintrag im DNB-Katalog. Abgerufen am 12. November 2012.
  4. a b wirtschaftsweiber.webseiten.cc: Ehrenmitglieder der Regionalgruppe NRW. Abgerufen am 12. November 2012.
  5. augspurg-heymann-preis.de: [2]
  6. freiburg.de: PDF
  7. a b journalistinnen.de: Hedwig-Dohm-Urkunde 1999: Dr. Inge von Bönninghausen. Abgerufen am 12. November 2012.
  8. addf-kassel.de: Gremien. Stiftungsvorstand., Stifterinnen. Abgerufen am 12. November 2012.
  9. lobby-fuer-maedchen.de: Impressum. Abgerufen am 12. November 2012.
  10. frauenakademie.de: [3]
  11. Auskunft des Bundespräsidialamtes