Deutsches Kameramuseum

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Deutsches Kameramuseum
Logo
Deutsches Kameramuseum (Logo) in Plech.
Daten
Ort Plech
Art Technik-Museum
Eröffnung 2011
Leitung Kurt Tauber
Website www.deutsches-kameramuseum.de
Das Deutsche Kameramuseum in Plech (Außenansicht)
Kurt Tauber (Gründer und Initiator des Deutschen Kameramuseums)

Das Deutsche Kameramuseum ist ein Technik-Museum im bayerischen Plech, Landkreis Bayreuth. Erste Räume waren der Öffentlichkeit schon ab dem 4. Dezember 2011 zugänglich, zur feierlichen Eröffnung am 26. Mai 2012 (Pfingstsamstag) konnte der Ausstellungsraum auf über 250 Quadratmeter im Obergeschoss der Grundschule in Plech erweitert werden. In der Dauerausstellung werden fotografische Artikel aus aller Welt gezeigt, die durch regelmäßige Sonderausstellungen ergänzt werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründer und Initiator ist der Plecher Journalist und Fotograf Kurt Tauber:

  • 10. Mai 1951 – geboren in Dorfprozelten am Main
  • 1970 – Abitur in Miltenberg am Main
  • 1970 bis 1973 – Donaukurier
  • 1974 bis 1983 – Nürnberger Nachrichten
  • 1984–2010 – Nordbayerischer Kurier
  • 1985 – Konrad-Adenauer-Preis für Lokaljournalisten (1. Preis)

Er sammelt seit über 30 Jahren fotografische Exponate jeglicher Art, die bis 2011 nur in seinem virtuellen Kameramuseum (s. Weblinks) gezeigt wurden. 2008 wurde die treuhänderische (fiduziarische) „Stiftung Kameramuseum Kurt Tauber“ gegründet, die die Exponate von Kurt Tauber besitzt und alle künftigen Neuzugänge – Stiftungszwecke sind u.a.:

  • Übernahme, Pflege und den Erhalt der Foto- und Kamerasammlung und des Archivs von Kurt Tauber
  • die Errichtung und den Betrieb eines fotohistorischen Museums

Am 26. April 2011 gründete sich der „Förderverein Deutsches Kameramuseum in Plech e.V.“, als erster Vorsitzender wurde der Plecher Bürgermeister Karlheinz Escher, zum stellvertretenden Vorsitzenden Kurt Tauber gewählt. Der Förderverein betreibt das Museum, die entsprechenden Räumlichkeiten wurden von der Marktgemeinde Plech (im Obergebäude der Grundschule der Gemeinde, Schulstraße 8 – welches für den Museumsbetrieb umgestaltet wurde) zur Verfügung gestellt.

Das „reale“ Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegweiser (Abstrahierter Fotoapparat als Blickfang) zum Deutschen Kameramuseum am Ortseingang von Plech

Das Museum gliedert sich in folgende Abteilungen: Abteilungen des Deutsches Kameramuseums

Der Kamerasaal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kamerasaal des Deutschen Kameramuseums

Von der deutschen Agfa Box bis zur schwedischen Hasselblad, von der legendären Leica bis zur billigen Pocket-Werbe-Kamera, von einer der ersten Spiegelreflexkameras Marke Voigtländer in der Größe zweier Schuhkartons bis zur berühmten James-Bond-Spionagekamera Minox sind viele bekannte und unbekannte Fotoprodukte in den Vitrinen dieser Abteilung im Original zu bestaunen.

Weitere herausragende Exponate:

  • Schatz & Söhne „Sola“ – Kleinstbildkamera (1939), lt. James E. Cornwall sind vier Exemplare in öffentlichen und privaten Sammlungen bekannt
  • Casio Wrist Camera (WQV-1) Module No. 2220 – digitale Armbanduhr mit eingebauter Digitalkamera (2000)
  • Pocket Icelandair – Pocket-Flugzeugkamera „Icelandair“ (1998)
  • Voigtländer Spiegelreflexkamera – frühzeitliche Spiegelreflexkamera im Format 12 × 16 ½ cm (1908)

Repro, Labor und Großgeräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Falz und Werner Reprokamera (Baujahr 1928)

In der Abteilung Reprotechnik, Labor und Großgeräte dominiert die Falz & Werner, eine 4,40 Meter lange Reprokamera aus Holz (Baujahr 1928), den sieben mal zehn Meter großen Saal, der auch weitere Großbild- und Studiokameras, Laborgeräte und diverse außergewöhnliche Geräte präsentiert.

Darunter ein Exponat, das zu den erklärten absoluten Lieblingsstücken fast aller Besucher zählt: ein Planox-Heidoplast-Stereobildbetrachter von Franke & Heidecke (Rollei), der beweist, dass 3-D-Fotos keine Erfindung der heutigen Zeit sind, sondern schon in den 1920er Jahren in den gutbürgerlichen Wohnzimmern für Begeisterung sorgten.

Hier noch ein paar weitere nennenswerte Exponate:

  • Studiokamera Linhof Kardan Color 18 × 24 cm
  • Metall-Stereoskop Underwood & Underwood, etwa um 1900
  • Sammlung diverser Laborartikel und Vergrößerer

Ladengeschäft Photo Fischer Rhauderfehn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsches Kameramuseum – Ladengeschäft Photo Fischer Rhauderfehn

In dieser Abteilung wird eine besondere Installation gezeigt: Dem Deutschen Kameramuseum ist es gelungen, ein komplettes Fotogeschäft (aus den 1950er Jahren) wieder aufzubauen.

Möbel und sonstiges Interieur des ehemaligen Fotofachgeschäfts Photo Fischer aus Rhauderfehn in Ostfriesland wurden vor wenigen Jahren nach dem Tod des letzten Inhabers nach Plech gebracht und mit Originaldekorationen wieder neu aufgebaut – einschließlich vieler der damals angebotenen Fotoartikel, der früheren Filmbestelltüten, Firmenstempel, Einkaufstüten aus Plastik, des Geschenkeinwickelpapiers und der Original-Leuchtreklamen.

Kino und Projektion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Collage mit Projektoren des Deutschen Kameramuseums

Glanzstücke dieser Abteilung sind u.a.:

  • 100 Leitz- und Leica-Diaprojektoren aus der Sammlung Albert Johann Schnelle – sie umfasst fast alle je von Leitz/Leica gebauten Projektoren
  • Umaja – einer der ersten Leitz-Diaprojektoren für das Kleinbildformat (1926)
  • Beaulieu R 16 – hochwertige Filmkamera für den 16-mm-Profifilm (1965)
  • Bauer 88 D – deutsche Kameratechnik für den Normal-8-Film (1958)
  • Projektor EKA – 35-mm-Filmprojektor der Firma EKA Eberlein & Krug, Fürth/Bayern (1930)

Archiv[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Archiv umfasst neben den aus Platzgründen nicht zeigbaren Exponaten:

  • Geräte-Sammlung und Archiv der Nürnberger Firmen Carl Braun (Kameras, Diaprojektoren) und Foto Quelle (Revue) mit über 75 Foto-Quelle-Katalogen
  • Über 16.000 Original-Bedienungsanleitungen im Archiv, davon mehr als 2.000 online recherchierbar, hunderte von Fachbüchern und Zeitschriften
  • ca. 5.000 Foto- und Filmkameras, Projektoren, Objektive – darunter 1.500 verschiedene Pocketkameras aus aller Welt
  • mehr als 1.600 Stereo-Aufnahmen auf Glasplatten

(Kleine) Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zurzeit (Oktober 2013) umfasst der Bestand des Deutschen Kameramuseums folgende Exponate:

Sammelgebiet/Thema Bestand (ca.) darunter in der Ausstellung Bemerkungen/Besonderheiten
Fotokameras 6.000 (davon über 1.800 Pocketkameras) über 1.000 Stereo-, Panorama-, Großbild-, Luftbild-, Bausatzkameras etc.
Filmkameras 500 über 150 von Normal-8-Kamera bis zur 35-mm-Kino-Kamera – Besonderheit: Crass-Trickfilmtisch mit 16- und 35-mm-Kameras
Wechselobjektive, Blitzgeräte, Zubehör 1.000 über 500 -
Diaprojektoren 300 über 200 Darunter über 100 Leitz- und Leica-Projektoren aller Epochen; sechs Hasselblad-Überblendprojektoren mit komplett vertonten Stereo-Diavorträgen im Diaformat 6 × 6 cm
Filmprojektoren 200 über 100 für Filme von 9,5 mm bis 35 mm, Besucher können im Museum ihre Filme mit den Museumsgeräten anschauen
Fotografien, Dias viele tausend über 100
Stereo-Bilder, -Dias 6.000 120
Fachbücher, Broschüren, Zeitschriften 1.000 Bibliothek
Kataloge (Versandhäuser u.a. Foto-Quelle, Neckermann) 120 digitalisiert über 50 im Internet recherchierbar
Bedienungsanleitungen 16.000 digitalisiert über 3.000 im Internet recherchierbar

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Förderpreis des Kulturpreises 2014 des Landkreises Bayreuth[1] (am 1. August 2014 im Rahmen des Landkreisempfangs im Landratsamt Bayreuth verliehen)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deutsches Kameramuseum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Förderpreis des Kulturpreises des Landkreises Bayreuth. In: landkreis-bayreuth.de. 3. Oktober 2014, abgerufen am 3. Oktober 2014 (deutsch).

Koordinaten: 49° 39′ 4″ N, 11° 28′ 19″ O