Die Mamba

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Filmdaten
Originaltitel Die Mamba
Produktionsland Österreich, Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2014
Länge 96 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 12[2]
Stab
Regie Ali Samadi Ahadi
Drehbuch Arne Nolting,
Ali Samadi Ahadi
Produktion Markus Pauser,
Erich Schindlecker,
Mohammad Farokhmanesh,
Frank Geiger,
Armin Hofmann
Musik Marcus Nigsch
Kamera Marcus Kanter
Schnitt Bettina Mazakarini
Besetzung

Die Mamba ist eine österreichisch-deutsche Actionkomödie des deutsch-iranischen Filmregisseurs Ali Samadi Ahadi.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Geräuschdesigner Hossein Sarivi arbeitet in einer Keksfabrik in Wien. Nachdem er aufgrund seiner Tollpatschigkeit gefeuert wird, versucht er, so schnell wie möglich einen neuen Job zu bekommen. Seine dominante Ehefrau Pari Sarivi darf von der Kündigung allerdings nichts erfahren.

Im Tierpark Schönbrunn soll der gefürchtete Auftragskiller und Terrorist „die Mamba“ seinen neuen Auftragsort erfahren. Obwohl die Mamba und Sarivi sich nicht kennen, sehen sie sich so ähnlich wie eineiige Zwillinge, doch bis auf das Aussehen unterscheiden sich die beiden sehr stark. So ist Sarivi ein naiver, ängstlicher, einfacher Arbeiter, während die Mamba vor keinem Verbrechen zurückschreckt. Durch unglückliche Umstände wird Sarivi für die Mamba gehalten und soll für einen neuen Auftrag nach London reisen. Sarivi willigt ein, da er denkt, er würde für seine Geräuschdesigns engagiert. Erst in Casablanca, wo er sich in seine Assistentin Sherazade verliebt, wird ihm das Missverständnis um seine Person bewusst. Pari erfährt erst, als ihr Mann längst in Casablanca ist, dass er bei der Keksfabrik gefeuert wurde. Sie denkt sofort, dass er sie betrügt, und will ihn aufsuchen. Auf ihrer Suche trifft sie jedoch auf die Mamba – auch diese zwei entwickeln Gefühle für einander, begünstigt durch den latent vorhandenen Masochismus der Mamba.

In Casablanca geraten sie an die sie verfolgende CIA-Gruppe unter Führung Carl Bronskis und die örtliche Al-Qaida-Filiale, die die Mamba als unerwünschte auswärtige Konkurrenz ausschalten will. Während der Kämpfe und Verfolgungsjagden wechseln Sarivi und die Mamba mehrmals unfreiwillig ihre Positionen. Nach Erledigung des Mordauftrags werden die Mamba und Sherazade nach Paris beordert, um eine Nuklearanlage zu sprengen. Allerdings warnt der inzwischen wegen Erfolglosigkeit entlassene Bronski Sarivi, ihn für die Mamba haltend, dass der Auftraggeber, „der Ingenieur“, eine Falle vorbereitet habe.

In der Nuklearanlage treffen Hossein und Pari Sarivi auf die Mamba und Sherazade, werden aber, als sie sie warnen, von dem Ingenieur überrascht. Auch der Einsatz von Bronski hat keinen Erfolg, da er in Ohnmacht fällt, als er die Doppelgänger sieht. Trotzdem gelingt es dem Quintett, sich zu befreien, während der überwältigte Ingenieur mit der Anlage in die Luft fliegt.

Im Happy-End sieht man Hossein und Sherazade flötespielend auf dem Kamel durch ein nahöstliches Kriegsgebiet reiten, während die Mamba im Auftrag seiner Herrin Pari im österreichischen Vorgarten Maulwürfe erschießt.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde von e&a film produziert, die Dreharbeiten begannen im April 2013 und waren im Juni 2013 abgeschlossen. Drehorte waren Marrakesch, Wien, Paris und London. Gedreht wurde in Cinemascope.

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offizieller Kinostart in Österreich war der 10. April 2014.[3] Allein in Österreich zählte der Film knapp 90.000 Kinobesucher[4] und erhielt daher die Auszeichnung Austrian Ticket. In Deutschland lief der Film am 29. Juni 2014 auf dem Filmfest München. Am 3. Juli 2014 lief er offiziell in den deutschen Kinos an.[5]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der film-dienst bezeichnete den Film als „Hommage an die Komödien von Blake Edwards, die sich konzeptionell und handwerklich auf Dauer etwas übernimmt“. Während der Hauptdarsteller „an der Doppelrolle in Ehren scheitere“, würden „die bravourösen Nebendarsteller mit überzeugenden Darbietungen“ glänzen.[6] Die Filmwebsite kino.de konstatierte: „Heimisches Gelsenkirchener-Barock-Spießertum trifft auf österreichisch-orientalisches Laissez-faire“, dabei gäbe es „bei dieser handwerklich routiniert gehandhabten Parodie“ hinsichtlich der Schauwerte „nichts zu mäkeln“. Im Fazit heißt es, der Film sei eine „turbulente, kurzweilige und mit Filmzitaten gespickte Scheherazade, die nie vorgibt mehr zu sein, als das was sie ist: derb-dreister Action-Klamauk“.[7]

Die Filmzeitschrift Cinema sprach hingegen von „infantile[m] Verwechslungsklamauk im Stil französischer Siebzigerjahre-Komödien“. Der Film sei eine „ziemlich einfältige Verwechslungskomödie“ mit „müden Gags über die sexuellen Vorlieben der Figuren, einem völlig überdrehten Christoph Maria Herbst als CIA-Agent und arabischen Selbstmordattentätern, die sich selbst in die Luft sprengen“. All das sei allerdings bereits aus Ahadis Vorgängerfilm 45 Minuten bis Ramallah bekannt.[8] Anke Leweke urteilte bei Deutschlandradio Kultur, Regisseur Ahadi gelinge es über weite Strecken, „das Genre zu überhöhen, ins Absurde zu ziehen“, jedoch „hätte man von diesem Regisseur auch einen zumindest angedeuteten politischen Subtext erwartet“.[9]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Österreichischen Filmpreis 2015 war der Film in den folgenden Kategorien nominiert. [10]

  • Beste Filmmusik
  • Beste Maske

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Die Mamba. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, April 2014 (PDF; Prüf­nummer: 144 568 K).
  2. Alterskennzeichnung für Die Mamba. Jugendmedien­kommission.
  3. Release Info. Die Mamba (2014). Internet Movie Database, abgerufen am 10. Oktober 2014.
  4. ÖSTERREICHISCHES KINO 2000–2014. FILM AUSTRIA, abgerufen am 13. September 2014
  5. Die Mamba. filmportal.de, abgerufen am 10. Oktober 2014.
  6. Jörg Gerle: Die Mamba. film-dienst 21/2014, abgerufen am 10. Oktober 2014 (Kurzkritik).
  7. geh: Die Mamba – Gefährlich lustig! Busch Entertainment Media (kino.de), abgerufen am 10. Oktober 2014.
  8. Die Mamba. Cinema, abgerufen am 10. Oktober 2014.
  9. Anke Leweke: Rasanter Kracher. Deutschlandradio Kultur, 3. Juli 2014, abgerufen am 10. Oktober 2014.
  10. http://www.oesterreichische-filmakademie.at/2015/nominierungen2015.html