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Melika Foroutan

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Melika Foroutan, 2023

Melika Foroutan (persisch ملیکا فروتن; * 6. September 1976 in Teheran, Iran) ist eine deutsch-iranische Schauspielerin und Hörspielsprecherin. Ihren Durchbruch hatte sie 2007 als Kriminalkommissarin Sylvia Henke in der ZDF-Krimiserie KDD – Kriminaldauerdienst.[1] Seit 2000 trat sie in über 60 Film- und Fernsehproduktionen vor die Kamera.

Melika Foroutan ist das jüngste von drei Kindern einer Deutschen und eines Iraners. Ihre ältere Schwester ist die Politik- und Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan. Sie wuchs im Iran auf, wo ihr Vater als Fußballtrainer und die Mutter bei Daimler-Benz arbeitete.[2] Nach der Islamischen Revolution im Jahr 1979 emigrierte die Familie nach Deutschland und ließ sich in Boppard am Rhein nieder, woher die Mutter stammte.[3]

Nach dem Abitur studierte Melika Foroutan von 1995 bis 1998 Philosophie, Anglistik und Geschichtswissenschaft an der Universität zu Köln. Von 1999 bis 2003 absolvierte sie eine Schauspielausbildung an der Universität der Künste Berlin.[2]

Während ihrer Schauspielausbildung gab Foroutan 2000 in der ZDF-Gerichtsshow Streit um drei ihr Debüt vor der Kamera. 2001 übernahm sie als Julia in dem Kurzfilm Für dich mein Herz ihre erste Hauptrolle. Daneben war sie in der Spielzeit 2003/04 am Schauspielhaus Leipzig fest engagiert. Seit 2004 wirkt sie verstärkt in Film und Fernsehen. 2006 übernahm Foroutan in der zehnteiligen ZDF-Serie Alles über Anna an der Seite von Valerie Niehaus als Melanie Berger eine der festen Serienhauptrollen und gastierte als Serbin Mileta Fürst in der Krimireihe Ein starkes Team in der Folge Dunkle Schatten. Der Durchbruch folgte 2007 durch ihre Rolle der Kriminalkommissarin Sylvia Henke in der ZDF-Krimiserie KDD – Kriminaldauerdienst. 2008 spielte sie neben Mišel Matičević die Hauptrolle in der Verfilmung von Frank Schätzings Roman Die dunkle Seite und war in Wim WendersPalermo Shooting auf der Kinoleinwand zu sehen.

Melika Foroutan (2012) mit Ulrich Noethen

In dem Fernseh-Zweiteiler Der Mann mit dem Fagott, der die Geschichte dreier Generationen der Familie von Udo Jürgens erzählt, spielte sie 2011 die Gattin von Jürgens’ Großvater Heinrich Bockelmann. Im selben Jahr wurde sie von Regisseurin Petra Katharina Wagner in dem Fernseh-Drama Der Duft von Holunder als erfolgreiche Restaurantkritikerin Sofie Möller besetzt. 2013 spielte sie unter Sibylle Tafel die Hauptrolle der Tanzlehrerin Susanne in der Tragikomödie Flaschenpost an meinen Mann und gab neben Iris Berben die Polizistin Ines Meder in Christiane Balthasars Fernsehkrimi Die Kronzeugin – Mord in den Bergen.[4] 2014 übernahm sie die Rolle der vereinsamten Köchin und Restaurantbesitzerin Aurélie Bredin in Gregor Schnitzlers Das Lächeln der Frauen.

Im Jahr 2015 erhielt Foroutan für ihre schauspielerische Leistung in Begierde – Mord im Zeichen des Zen den Hessischen Fernsehpreis für ihre Rolle der Kommissarin Louise Bonì, die sie 2016 nochmals in dem Fernsehfilm Jäger in der Nacht darstellte. Der Kinofilm Pari, in dem Foroutan die Titelrolle spielt, feierte 2020 seine Premiere auf der Berlinale. Beim 2022 veröffentlichten Episodenfilm Wunderschön spielte sie unter der Regie von Karoline Herfurth. Mike Marzuk besetzte sie neben Michael Ostrowski als Wald abholzende Geier in seiner Kinderbuchverfilmung Ein Mädchen namens Willow (2025).

Sie war in zahlreichen Gastrollen in Fernsehserien und -reihen zu sehen, darunter Blond: Eva Blond!, Ein starkes Team, Nachtschicht, Kommissar Stolberg, Wilsberg und Stralsund. Ab 2022 verkörpert sie die Rolle der Erzherzogin Sophie in der Netflix-Historienserie Die Kaiserin.[5]

Seit 2025 bildet sie an der Seite von Edin Hasanović in der Rolle der Frankfurter Hauptkommissarin Maryam Azadi das erste Cold-Case-Tatort-Team.[6][7] Ihr erster Fall Dunkelheit hatte am 24. August 2025 auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein Premiere, wo er für den „Rheingold Publikumspreis 2025“ nominiert wurde.[8] Die Fernsehausstrahlung erfolgte am 5. Oktober 2025.[9]

Melika Foroutan ist verheiratet und hat zwei Kinder.[10]

Fernsehserien und -reihen

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Commons: Melika Foroutan – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Melika Foroutan: Leben und Werk. In: Kino.de.
  2. a b Melika Foroutan in: Internationales Biographisches Archiv 06/2022 vom 8. Februar 2022, im Munzinger-Archiv, abgerufen am 8. Februar 2022 (Artikelanfang frei abrufbar).
  3. Stefan Locke: Im Gespräch: Melika Foroutan: Irgendwann hat man Glück. In: FAZ.NET. 2. März 2013, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 2. März 2013]).
  4. Jürgen Overkott: Melika Foroutan beeindruckt in ZDF-Krimi „Die Kronzeugin“. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 28. Januar 2013, abgerufen am 17. November 2013.
  5. Frank Jürgens: Melika Foroutan: „So sind Edin und ich zum ‚Tatort‘ gekommen“. In: Neue Osnabrücker Zeitung. 29. September 2025, abgerufen am 29. September 2025.
  6. Kim von Harling: Revolution beim „Tatort“ ab Oktober: Neuerung gab es so noch nie. In: Ruhr24. 2. September 2025, abgerufen am 2. September 2025.
  7. Kathrin Rosendorff: Das neue Frankfurter „Tatort“-Team stellt sich vor. In: Frankfurter Rundschau. 11. November 2024, abgerufen am 11. November 2024.
  8. Dunkelheit (Tatort). In: Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein gGmbH. 25. Juli 2025, abgerufen am 25. Juli 2025.
  9. Dunkelheit – Tatort – ARD. In: Das Erste. 25. Juli 2025, abgerufen am 25. Juli 2025.
  10. Melika Foroutan im Porträt. Kennen Sie Marlowe? Der Tagesspiegel, 17. Februar 2016.